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Blutegel

Version vom 8. März 2009, 19:54 Uhr von 80.135.109.61 (Diskussion)

Synonym: Hirudo medicinalis
Englisch: leech

1 Definition

Der Blutegel ist ein Ektoparasit, der sich von tierischem, aber auch menschlichem Blut ernährt. Er wird in der Medizin auch zu therapeutischen Zwecken genutzt.

2 Morphologie

Ein medizinischer Blutegel ist ca. 5 cm lang, sein Rücken ist dunkelbraun bis schwarz, während sein Bauch eine grünliche Färbung aufweist. Außerdem verfügt er über einige rote Bänder und Punkte an den Längsseiten. Der Schwimmstil des Blutegels ähnelt dem eines Aals oder einer Schlange, weshalb ihn die alten Griechen auch als "kleine Schlange" bezeichneten.

3 Ernährung

Am Kopf und am Hinterende des Blutgels befinden sich je eine Saugscheibe, mit deren Hilfe sich der Egel an seinem Wirt festsaugt. Um an das Blut zu gelangen, beißt sich der Egel mit drei rasiermesserscharfen Kiefern durch die Epidermis. Dabei gibt er analgesierende Substanzen und den Gerinnungshemmer Hirudin in die Blutbahn seines Wirts ab. Dadurch wird verhindert, dass das Blut koaguliert.

4 Fortpflanzung

In ihrem Sexualleben haben Blutegel „zwittrige“ Eigenschaften, das heißt sie sind in ihrer ersten Lebensphase Männchen und werden erst in einer späteren Lebensphase zu einem weiblichen Blutegel. Die weiblichen Blutegel legen nach ihrer Begattung in Röhren im feuchten Schlamm bis zu 30 Eier ab, aus denen es dann wieder neue Blutegel schlüpfen.

5 Medizinische Bedeutung

Die Blutegeltherapie zählt zu den ältesten Therapieformen der Welt überhaupt. Schon im alten China und in Indien wurden Blutegel vor einigen tausend Jahren mit Erfolg eingesetzt, aber auch in Europa gibt es schon eine längere Tradition der "Ausleitungstherapien". Zu diesen Ausleitungstherapien gehören neben dem Schröpfen und Cantharidenpflaster auch die Blutegel.

Blutegel werden in der naturheilkundlichen Praxis bei einer Vielzahl von Indikationen eingesetzt, unter anderem bei Varikosis, Hämorrhoiden, Arthrosen, Kopfschmerzen und Dysmenorrhoe. In der Chirurgie verwendet man sie z.B. zur Therapie von Lymphödemen und nach Lappentransplantationen.

6 Anwendung

Die Blutegel werden mit einem Holzspatel aus ihrem Wasserglas gefischt und in ein kleines Glasgefäß gesetzt. in diesem werden Sie direkt an die Stelle des Körpers gebracht, an der der Egel saugen soll. So wird verhindert, dass die Blutegel wahllos über den Körper des Patienten kriechen und unangenehme Gefühle hinterlassen.

Das Festsaugen des Blutegels spürt der Patient in der Regel nichts, das Festbeißen erzeugt allenfalls einen leichten ziehenden Schmerz. Im allgemeinen dauert die Blutmahlzeit des Egels zwischen 1 bis 3 Stunden.

Die Bißstellen der Egel bluten nach dem Abfallen in etwa noch 8 bis 24 Stunden leicht nach. Der Patient wird mit einer sterilen Wundauflage und einem saugfähigen Verband versorgt, der einige Stunden liegen bleibt. Nach dem Stillstand der Nachblutung sind die Bißstellen mit einem mehr oder weniger großen Hämatom umgeben, was aber allenfalls ein kosmetisches Problem darstellt und nach einigen Tagen komplett verschwunden ist.

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