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Bleivergiftung

Version vom 11. November 2007, 01:33 Uhr von 80.135.100.57 (Diskussion)

Synonym: Bleiintoxikation
Englisch: lead intoxication

1 Definition

Eine Bleivergiftung ist eine akute oder chronische Erkrankung, die durch Aufnahme des toxischen Schwermetalls Blei entsteht.

ICD10-Code: T56.0

2 Ursachen

Als Ursachen kommen verschiedene Formen der Bleiaufnahme über den Gastrointestinaltrakt oder die Haut in Frage, u.a. bei

  • beruflicher Exposition
  • bleihaltigen Wasserleitungen
  • bleihaltigen Salben (Schönheitspflege)

3 Einteilung

Nach der Dauer der Exposition unterscheidet man eine akute und chronische Form der Bleivergiftung.

4 Symptome

Bei akuter Vergiftung treten Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie abdominelle Beschwerden auf. Zu den typischen Folgen der chronischen Exposition zählen:

5 Diagnostik

Neben den typischen klinischen Symptomen und der Anamnese der Patienten liefern eine basophile Tüpfelung der Erythrozyten (als Zeichen einer Erythropoese-Störung) und der Nachweis einer erhöhten Ausscheidung von Delta-Aminolävulinsäure (Blei behindert dessen Abbau und erhöht somit die Ausscheidung) wichtige Hinweise für die Diagnosefindung.

Es ist allerdings zu bedenken, dass die Delta-Aminolävulinsäure im Urin erst ansteigt, wenn das freie, nicht an Plasmaproteine gebundene Blei massiv erhöht ist.

Die Bleikonzentration im Blut sollte 100 Mikrogramm/Liter nicht überschreiten, die Blei-Konzentration im Urin sollte nicht höher als 10 Mikrogramm/Liter sein.

6 Therapie

Therapeutisch stehen Komplexbildner wie Penicillamin oder Äthylendiamintetraessigsäure (Na2CaEDTA) zur Verfügung.

6.1 Anmerkung

Bei Arbeitern in der Zink-Galvanik, in welcher auch Blei vorhanden ist, wurde festgestellt, dass hier das Zink zu einer klinischen Unauffälligkeit bei Bleibelastungen von 0,49% w/w in der Zinkschmelze führt. Die Zink-Blut-Konzentrationen waren bei ca. 800 Mikrogramm/Liter und die Blut-Blei-Konzentrationen bei ca. 158 Mikrogramm/Liter. Daraus könnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass bei Zink belasteten Menschen die Bleibelastung nicht so prävalent ist. Zink induziert Metallothionein, das Blei bindet und ausscheidet. In der Induktion von Metallothionein könnte der Therapieansatz für Blei- oder andere Schwermetallvergiftungen liegen.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2007 um 01:33 Uhr bearbeitet.

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