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Blausäure: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Blausäure''' bezeichnet man die wässrige Lösung des hoch flüchtigen [[Zyanwasserstoff]]s (HCN). In Wasser gelöst wirkst sie schwach sauer. Die Salze der Blausäure werden als [[Zyanide]] bezeichnet. <br>
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Als '''Blausäure''' bezeichnet man die [[wässrige Lösung]] des hochflüchtigen [[Cyanwasserstoff]]s (HCN). In Wasser gelöst wirkt sie schwach sauer. Die Salze der Blausäure werden als [[Cyanid]]e bezeichnet. <br>
  
 
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==Vorkommen==
Blausäure kommt in gebundener Form in geringsten Konzentrationen in vielen Nahrungsmitteln (beispielsweise in Mandeln, Kirschen, Aprikosen, Maniok) und Naturstoffen vor. Bei der Verbrennung von Rauchtabak entsteht Blausäuregas.
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Blausäure kommt in gebundener Form in geringsten Konzentrationen in vielen Nahrungsmitteln (beispielsweise in Form von cyanogenen [[Glykosid]]en in Mandeln, Kirschen, Aprikosen, Maniok) vor. Außerdem entsteht sie bei der Verbrennung von [[stickstoff]]haltigen [[Kunststoff]]en wie Polyurethan. Bei der Verbrennung von [[Tabak|Rauchtabak]] entsteht Blausäuregas.  
  
 
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Blausäure findet Verwendung in der Herstellung von [[Insektizid]]en und kommt in Form der Cyanide bei der Auslaugung von [[Edelmetall]]en aus ihren Erzen zum Einsatz.
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Gegen Ende des zweiten Weltkriegs begingen einige ranghohe Mitglieder des NS-Regimes durch Blausäurekapseln [[Suizid]].
  
 
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Blausäure ist hocht toxisch. In Nahrungsmitteln vorkommende Kleinstmengen können vom menschlichen Organismus durch das [[mitochondrial]]e Enzym [[Rhodanid-Synthetase]] in eine ungefährliche [[Thiozyanat]]verbindung umgewandelt werden. Intoxikationen mit größeren Mengen verlaufen i.d.R. [[letal]]. Die giftige Wirkung der Blausäure besteht dabei in der Hemmung der [[Cytochrom-C-Oxidase]] (Komplex 4 der [[Atmungskette]]).
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Blausäure ist hoch[[toxisch]]. In Nahrungsmitteln vorkommende Kleinstmengen können vom menschlichen Organismus durch das [[mitochondrial]]e Enzym [[Rhodanid-Synthetase]] in eine ungefährliche [[Thiocyanat]]verbindung umgewandelt werden. Intoxikationen mit größeren Mengen verlaufen i.d.R. [[letal]]. Die giftige Wirkung der Blausäure besteht dabei in der Hemmung der [[Cytochrom-C-Oxidase]] (Komplex 4 der [[Atmungskette]]).
  
 
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Aktuelle Version vom 6. Juni 2018, 09:46 Uhr

Synonyme: Cyanwasserstoffsäure, Acidum hydrocyanicum
Englisch: hydrocyanic acid

1 Definition

Als Blausäure bezeichnet man die wässrige Lösung des hochflüchtigen Cyanwasserstoffs (HCN). In Wasser gelöst wirkt sie schwach sauer. Die Salze der Blausäure werden als Cyanide bezeichnet.

2 Vorkommen

Blausäure kommt in gebundener Form in geringsten Konzentrationen in vielen Nahrungsmitteln (beispielsweise in Form von cyanogenen Glykosiden in Mandeln, Kirschen, Aprikosen, Maniok) vor. Außerdem entsteht sie bei der Verbrennung von stickstoffhaltigen Kunststoffen wie Polyurethan. Bei der Verbrennung von Rauchtabak entsteht Blausäuregas.

3 Verwendung

Blausäure findet heute Verwendung in der Herstellung von Insektiziden und kommt in Form der Zyanide bei der Auslaugung von Edelmetallen aus ihren Erzen zum Einsatz. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs begingen einige ranghohe Mitglieder des NS-Regimes durch Blausäurekapseln Suizid.

4 Pathologie

Blausäure ist hochtoxisch. In Nahrungsmitteln vorkommende Kleinstmengen können vom menschlichen Organismus durch das mitochondriale Enzym Rhodanid-Synthetase in eine ungefährliche Thiocyanatverbindung umgewandelt werden. Intoxikationen mit größeren Mengen verlaufen i.d.R. letal. Die giftige Wirkung der Blausäure besteht dabei in der Hemmung der Cytochrom-C-Oxidase (Komplex 4 der Atmungskette).

siehe auch: Blausäureintoxikation

Tags: ,

Fachgebiete: Chemie

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Juni 2018 um 09:46 Uhr bearbeitet.

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