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Blaues LED-Licht

1 Definition

Bei blauem LED-Licht handelt es sich um sichtbares Licht der Wellenlänge 400 bis 490 nm, das von lichtemittierenden Dioden (LEDs) erzeugt wird. Es wird sporadisch im Sinne der Alternativmedizin in der Schmerztherapie und in der Dermatologie eingesetzt. Die Wirksamkeit der Methode ist nicht ausreichend belegt und daher umstritten.

2 Hintergrund

Die in der Medizin eingesetzten LEDs sollen höhere Intensitäten erreichen als die LEDs üblicher Lichtquellen. Sie werden gepulst betrieben, so dass ihre Licht- bzw. Strahlungsleistung moduliert wird.

Blaues LED-Licht kann oberflächliche Hautschichten durchdringen und möglicherweise körpereigene Prozesse positiv beeinflussen. Bis zu einer täglichen Strahlungsdosis von 250 J/cm² ist es nicht toxisch, soll also keine schädigende Wirkung auf Hautzellen haben.[1]

3 Medizinische Anwendung

Blaues LED-Licht wird gelegentlich zur topischen Behandlung der Psoriasis vulgaris und in der Schmerztherapie angewendet. Das Verfahren ist keine Standardtherapie und wird auch nicht in den einschlägigen Leitlinien erwähnt.

4 Wirkmechanismus

Die genaue Wirkrationale des blauen LED-Lichts ist unklar und überwiegend hypothetisch. Das Licht soll auf zellulärem und subzellulärem Level wirken. Blaues Licht der Wellenlänge 453 nm soll die Produktion des natürlich im Körper vorkommenden Signalmoleküls Stickstoffmonoxid (Nitric Oxide, NO) anregen. Im Wesentlichen werden drei Effekte für die behauptete therapeutische Wirkung verantwortlich gemacht:

  • Blaues LED-Licht soll die Differenzierung von Keratinozyten fördern und deren übermäßige Vermehrung (Hyperproliferation) hemmen. Bei diesem Prozess soll auch die gesteigerte NO-Freisetzung eine Rolle spielen.[2] In zwei Studien konnte anhand des LPSI (Local Psoriasis Severity Index) gezeigt werden, dass blaues LED-Licht geringfügig die Rötung, Verdickung und Schuppung der betroffenen Hautstellen vermindert.[3][4]
  • Blaues LED-Licht soll entzündungsfördernde Prozesse in der Haut unterdrücken, wie die Freisetzung von Zytokinen und die Aktivierung von T-Zellen durch dendritische Zellen.[5]
  • Durch die Steigerung der NO-Produktion soll blaues LED-Licht die Durchblutung der Haut fördern,[6] so dass diese besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann und Substanzen – beispielsweise schmerzverursachende – theoretisch besser abtransportiert werden können.

5 Kritik

Das Design der klinischen Studien, die sich mit der Wirkung von blauem LED-Licht beschäftigen, ermöglicht keine klaren Aussagen zur Wirksamkeit dieser Therapieform. Die Wirkrationale in vivo ist nicht hinreichend belegt. Es fehlen doppelblinde, placebokontrollierte Studien mit einer ausreichenden Patientenzahl, die einen Vergleich mit besser dokumentierten Therapieverfahren (z.B. PUVA) ermöglichen.

6 Quellen

  1. Kolb-Bachofen, V. Abschlussbericht zum BMBF-Verbundprojekt. Universität Düsseldorf; 2010
  2. Liebmann et al. JID. 130:259-269; 2010
  3. Weinstabl et al. Dermatology, 223: 251-259. 2011
  4. Pfaff et al. Dermatology, 231: 24-34. 2015
  5. Fischer et al. Experimental Dermatology, 22:554-563. 2013
  6. Opländer et al. Free Radical Biology and Medicine, 65:1363-1377. 2013

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