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Blauer Eisenhut

Version vom 17. Oktober 2013, 20:25 Uhr von Danny Siwek (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Sturmhut, Blautod

1 Definition

Der Blaue Eisenhut, lateinisch Aconitum napellus, ist eine Giftpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Der wichtigste Wirkstoff ist das Alkaloid Aconitin, daneben enthält die Pflanze weitere Alkaloide (Mesaconitin, Hypoaconitin, Napellin u.a. Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Staude. Sie besitzt eine rübenartige Wurzel (Droge: Aconiti tuber, Eisenhutwurzel), aufrechte Stengel, 5- bis 7-teilige, handförmige Laubblätter und charakteristische Blüten von metallisch blauer Farbe und helmartiger Form, angeordnet in endständigen Trauben. Die Blütezeit erstreckt sich über die Monate Juni bis August. Die Samen reifen in einer Fruchtkapsel. Es sind Verwechslungen mit Meerrettich und Sellerie möglich. <dcpictures pictures="22553" shuffle="true" />

2 Medizinische und historische Bedeutung

Der Blaue Eisenhut wurde vielfach als Mordgift missbraucht; auch als Pfeilgift für die Jagd hat man ihn genutzt. Medizinisch fand sich die Pflanze in der Therapie von Neuralgien oder Gicht wieder und in homöopathischen Dosen (ab Potenz D3) ist sie nach wie vor bei fiebrigen Erkältungskrankheiten im Einsatz.

3 Toxikologie

Es handelt sich um einer der giftigsten Pflanzen der heimischen Flora. Maßgebender Inhaltsstoff für die Intoxikation ist das Aconitin. Es wirkt bereits in Mengen von 3 bis 6mg potentiell tödlich für einen Erwachsenen. Diese Dosis ist bereits in etwa 2 bis 15g der Wurzel enthalten. Durch Esterhydrolyse während der Lagerung verringert sich die Giftigkeit.

3.1 Symptome

Aconitin wird rasch über die Schleimhäute und z.T. über die Haut aufgenommen. Schleimhäute von Mund und Rachen werden anästhesiert. Es kommt zu Übelkeit und Erbrechen, teilweise zu Durchfall und Koliken. Aconitin führt zu vorrübergehende Erregung, dann zur Lähmung sensibler Nervenendigungen. Parästhesien verbreiten sich über den ganzen Körper. Weiterhin treten ein charakteristisches Kältegefühl, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen auf. Der Tod tritt in der Regel durch zentrale Atemlähmung, gegebenenfalls durch Kammerflimmern ein.

3.2 Therapie

Resorptionsvermeidende Therapie (Aktivkohle, Magenspülung) und symptomatische Therapie (Schocktherapie, künstliche Beatmung, Defibrillation; Benzodiazepine bei Erregung).

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