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Betablocker: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Betablocker''' sind Derivate des [[Phenoxypropanolamin]]s, die als [[Arzneistoff]]e verwendet werden. Sie können [[selektiv]] oder unselektiv β-[[Adrenozeptor]]en des menschlichen Organismus blockieren. Sie wirken demnach als [[Antagonist]]en natürlicher oder synthetischer β-[[Sympathomimetikum|Sympathomimetika]].
  
 
==Selektivität==
 
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Je nach Selektivität gegenüber den verschiedenen β-Rezeptoren unterscheidet man verschiedene Gruppen von Beta-Blockern:
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** Blockade von Adrenozeptoren außerhalb des Herzens ([[Blutgefäß]]e etc.)
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** Blockade von &beta;<sub>1</sub>- und &beta;<sub>2</sub>-Adrenozeptoren  
 
** Blockade von &beta;<sub>1</sub>- und &beta;<sub>2</sub>-Adrenozeptoren  
** Beispiele: [[Propranolol]], [[Pindolol]]  
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** Beispiele: [[Propranolol]], [[Pindolol]], [[Carvedilol]]
 
* &beta;-Blocker mit zusätzlicher Wirkung
 
* &beta;-Blocker mit zusätzlicher Wirkung
 
** [[Carvedilol]]: zusätzliche Blockade von &alpha;<sub>1</sub>-Rezeptoren
 
** [[Carvedilol]]: zusätzliche Blockade von &alpha;<sub>1</sub>-Rezeptoren
 
** [[Sotalol]]: zusätzliche Verwendung als Klasse-III-[[Antiarrhythmikum]]
 
** [[Sotalol]]: zusätzliche Verwendung als Klasse-III-[[Antiarrhythmikum]]
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==Indikationen==
 
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Die Beta-Blocker finden in der Therapie einer Vielzahl von kardialen und endokrinen Erkrankungen Verwendung:  
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Die Betablocker finden in der Therapie einer Vielzahl von kardialen und endokrinen Erkrankungen Verwendung:  
 
* [[Arterielle Hypertonie]]
 
* [[Arterielle Hypertonie]]
* [[Angina pectoris]]
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* [[Koronare Herzkrankheit]] (KHK)
* [[Myokardinfarkt]]
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* [[Herzinsuffizienz]]
 
* [[Herzinsuffizienz]]
 
* [[Tachykardie]] und andere kardiale [[Arrhythmie]]n
 
* [[Tachykardie]] und andere kardiale [[Arrhythmie]]n
* [[Portale Hypertonie ]] bei [[Leberzirrhose]]
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* [[portale Hypertonie ]] bei [[Leberzirrhose]]
 
* [[Hyperthyreose]]
 
* [[Hyperthyreose]]
 
* [[Glaukom]]
 
* [[Glaukom]]
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* [[Phäochromozytom]] (Cave: nur in Kombination mit [[α-Adrenozeptorblocker]]n)
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* [[Migräneprophylaxe]]
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* [[essentieller Tremor]]
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* [[Sick-Sinus-Syndrom]] nach Implantation eines Herzschrittmachers
  
 
==Nebenwirkungen==
 
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** Erhöhung des [[Cholesterin]]spiegels im [[Blutplasma]]
 
** Erhöhung des [[Cholesterin]]spiegels im [[Blutplasma]]
  
Eine Metaanalyse (Barron AJ, et al. "Systematic review of genuine versus spurious side-effects of beta-blockers in heart failure using placebo control: Recommendations for paitent iformation") von 13 randomisierten, doppelblinden Studien stellte fest, dass unter den zahlreichen angegebenen unerwünschten Arzneimittelwirkungen lediglich eine Handvoll unter Betablockern häufiger beobachtet wurden als unter Placebo.
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===Diskussion===
So traten z.B. Impotenz, Gewichtszunahme, Kopfschmwerz und Fatigue in Placebo- und Verumgruppe mit der gleicher Häufigkeit auf. Depressionen, Schlaflosigkeit, Palpitationen oder Brustschmerz wurden sogar signifikant selterner beobachtet.
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Eine [[Metaanalyse]] von 13 randomisierten, doppelblinden Studien stellte fest, dass unter den zahlreichen angegebenen unerwünschten Arzneimittelwirkungen lediglich eine Handvoll unter Betablockern häufiger beobachtet wurden als unter [[Placebo]].<ref>Barron AJ et al.:
Lediglich Schwindel, Hyperglykämie, Claudicatio intermittens, Durchfall und Bradykardie traten unter Beta-Blockertherapie häufiger auf als unter Placebo.  
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[https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23796325/Systematic review of genuine versus spurious side-effects of beta-blockers in heart failure using placebo control: Recommendations for patient information.] Int J Cardiol. 2013 Jun 21, PMID 23796325 </ref>
Als Ursache dieser "falschen Nebenwirkungen" geben die Autoren den Nocebo-Effekt, ausgelöst durch Warnungen in Beipackzettel, Medien sowie durch Arzt und Apotheker, an.
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So traten z.B. [[Impotenz]], [[Gewichtszunahme]], [[Kopfschmerz]] und [[Fatigue]] in der Placebo- und [[Verum]]gruppe mit der gleicher Häufigkeit auf. [[Depression]]en, Schlaflosigkeit, [[Palpitation]]en oder Brustschmerz wurden sogar signifikant seltener beobachtet.
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Lediglich [[Schwindel]], [[Hyperglykämie]], [[Claudicatio intermittens]], Durchfall und [[Bradykardie]] traten unter der Therapie mit Betablockern häufiger auf als unter Placebo.  
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Als mögliche Ursache dieser "falschen" Nebenwirkungen geben die Autoren den [[Nocebo-Effekt]], ausgelöst durch Warnungen in [[Beipackzettel]], Medien sowie durch [[Arzt]] und [[Apotheker]], an.
  
 
==Gegenanzeigen==
 
==Gegenanzeigen==
Beta-Blocker sind üblicherweise gut verträglich. Im folgenden sind die bekanntesten Gegenanzeigen aufgelistet:
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Betablocker sind üblicherweise gut verträglich. Im folgenden sind die bekanntesten Gegenanzeigen aufgelistet:
 
* Schweres Asthma bronchiale
 
* Schweres Asthma bronchiale
 
* Vorbestehende [[Bradykardie]] mit einer [[Herzfrequenz]] unter 50 [[bpm]]
 
* Vorbestehende [[Bradykardie]] mit einer [[Herzfrequenz]] unter 50 [[bpm]]
 
* [[AV-Block]]ade  
 
* [[AV-Block]]ade  
 
* Schlecht eingestellter insulinpflichtiger Diabetes mellitus mit [[Hypoglykämie]]n
 
* Schlecht eingestellter insulinpflichtiger Diabetes mellitus mit [[Hypoglykämie]]n
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*[[Prinzmetal-Angina]]
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
* Leitlinie: ''[http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Herzinsuffizienz_Start/Herzinsuffizienz-Therapie-Text/herzinsuffizienz-therapie-text.html Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz]'' (evidence.de, Universität Witten/Herdecke)
+
<references/>
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 
[[Tag:Wirkstoffgruppe]]
 
[[Tag:Wirkstoffgruppe]]

Aktuelle Version vom 5. September 2019, 21:13 Uhr

Synonyme: β-Adrenozeptorblocker, Betarezeptorenblocker, Beta-Adrenorezeptor-Antagonist
Englisch: beta-receptor blocker, β-blocker

1 Definition

Betablocker sind Derivate des Phenoxypropanolamins, die als Arzneistoffe verwendet werden. Sie können selektiv oder unselektiv β-Adrenozeptoren des menschlichen Organismus blockieren. Sie wirken demnach als Antagonisten natürlicher oder synthetischer β-Sympathomimetika.

2 Selektivität

Je nach Selektivität gegenüber den verschiedenen β-Rezeptoren unterscheidet man verschiedene Gruppen von Betablockern:

3 Beispielsubstanzen

Wirkstoff Tagesdosis (mg) Gabe (Tag) Eliminations-
HWZ (h)
Eliminationsweg Selektivität
Atenolol 50-100 1 6-8 renal (Kreatinin-Clearance < 35 ml/min)* Beta 1
Betaxolol 10-20 1 14-22 > hepatisch Beta 1
Bisoprolol 2,5-10 1 10 hepatisch / renal Beta 1
Carvedilol 12,5-25 1 4-5 > hepatisch unselektiv
Celiprolol 200-400 1 5-7 renal (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min)* Beta 1-Antagonist &
Beta2-Agonist
Metoprolol 50-200 1-2 3-4 > hepatisch Beta 1
Nebivolol 5 1 ca. 24 hepatisch / renal Beta 1
* Dosisanpassung erforderlich

4 Indikationen

Die Betablocker finden in der Therapie einer Vielzahl von kardialen und endokrinen Erkrankungen Verwendung:

5 Nebenwirkungen

Die bekannten Nebenwirkungen sind nach Absetzen der Betablocker in der Regel reversibel. Bekannte Nebenwirkungen sind im Folgenden aufgeführt:

5.1 Diskussion

Eine Metaanalyse von 13 randomisierten, doppelblinden Studien stellte fest, dass unter den zahlreichen angegebenen unerwünschten Arzneimittelwirkungen lediglich eine Handvoll unter Betablockern häufiger beobachtet wurden als unter Placebo.[1]

So traten z.B. Impotenz, Gewichtszunahme, Kopfschmerz und Fatigue in der Placebo- und Verumgruppe mit der gleicher Häufigkeit auf. Depressionen, Schlaflosigkeit, Palpitationen oder Brustschmerz wurden sogar signifikant seltener beobachtet. Lediglich Schwindel, Hyperglykämie, Claudicatio intermittens, Durchfall und Bradykardie traten unter der Therapie mit Betablockern häufiger auf als unter Placebo. Als mögliche Ursache dieser "falschen" Nebenwirkungen geben die Autoren den Nocebo-Effekt, ausgelöst durch Warnungen in Beipackzettel, Medien sowie durch Arzt und Apotheker, an.

6 Gegenanzeigen

Betablocker sind üblicherweise gut verträglich. Im folgenden sind die bekanntesten Gegenanzeigen aufgelistet:

7 Quellen

  1. Barron AJ et al.: review of genuine versus spurious side-effects of beta-blockers in heart failure using placebo control: Recommendations for patient information. Int J Cardiol. 2013 Jun 21, PMID 23796325

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