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Beschälseuche (Pferd): Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Beschälseuche''' bezeichnet man eine ausschließlich beim [[Bedeckung (Pferd)|Deckakt]] übertragene Infektion beim [[Pferd]], welche durch das [[Protozoen|Protozoon]] [[Trypanosoma brucei equiperdum]] (T. equiperdum) ausgelöst wird.
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Als '''Beschälseuche''' bezeichnet man eine ausschließlich beim [[Bedeckung (Pferd)|Deckakt]] übertragene Infektion beim [[Pferd]], welche durch das [[Protozoen|Protozoon]] [[Trypanosoma brucei equiperdum]] ausgelöst wird.
  
 
==Erreger==
 
==Erreger==
Der [[Erreger]] Trypanosoma brucei equiperdum aus der der Gattung der Protozoen hat in Mitteleuropa derzeit (2020) derzeit keine Bedeutung mehr. In Afrika oder Asien finden jedoch unter anderem weiterhin Infektionen statt. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Jahre.
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Der [[Erreger]] Trypanosoma brucei equiperdum aus der der Gattung der Protozoen hat in Mitteleuropa derzeit (2020) keine Bedeutung mehr. In Afrika oder Asien jedoch finden weiterhin vermehrt [[Infektion]]en mit dem [[Erreger]] statt. Die [[Inkubationszeit]] beträgt Wochen bis Jahre.
  
 
==Pathogenese==
 
==Pathogenese==
Die Übertragung findet ausschließlich beim Deckakt durch Kontakt mit [[Samen (Veterinärmedizin)|Samen]], Genitalsekret oder Hautveränderungen statt. Die Erkrankung zählt somit zu den klassischen [[Deckinfektion (Pferd)|Deckinfektionen]] des Pferdes. Die Übertragung erfolgt meist vom [[Hengst]] auf die [[Stute]], seltener umgekehrt.
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Die Übertragung findet ausschließlich beim Deckakt durch Kontakt mit [[Ejakulat (Veterinärmedizin)|Samen]], Genitalsekret oder [[Haut (Veterinärmedizin)|Hautveränderungen]]statt. Die Erkrankung zählt somit zu den klassischen [[Deckinfektion (Pferd)|Deckinfektionen]] des Pferdes. Die Übertragung erfolgt meist vom [[Hengst]] auf die [[Stute]], seltener umgekehrt.
  
Es kommt zur einer [[lokal]]en Vermehrung des Erregers mit anschließender [[Parasitämie]] und Eindringen des Erregers in das [[zentrales Nervensystem|zentrale Nervensystem]].
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Nach der Infektion kommt es zur einer [[lokal]]en Vermehrung des Erregers mit anschließender [[Parasitämie]] und Eindringen des Erregers in das [[Zentrales Nervensystem|zentrale Nervensystem]].
  
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Die auftretende Symptomatik ist unter anderem abhängig von der [[Virulenz]] des Erregers, dem Ernährungszustand des [[Tier]]es und etwaigen anderen belastenden Stresssituationen.  
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Die auftretende [[Symptomatik]] ist unter anderem abhängig von der [[Virulenz]] des Erregers, dem [[Ernährungszustand (Veterinärmedizin)|Ernährungszustand]] des [[Tier]]s und etwaigen anderen belastenden Stresssituationen. Es können drei verschiedene Erkrankungsphasen unterschieden werden:
Es können drei verschiedene Erkrankungsphasen unterschieden werden.
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===Primärphase===
 
===Primärphase===
Die Primärphase ist durch Ausbildung von [[Ödem]]en an den [[Genital (Veterinärmedizin)|Genitalien]] gekennzeichnet. Außerdem kann es zu [[mukopurulent]]em Ausfluss und Schleimhautvorfällen bei Stuten kommen.
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Die Primärphase ist durch Ausbildung von [[Ödem]]en an den [[Genital (Veterinärmedizin)|Genitalien]] gekennzeichnet. Zusäztlich kann es zu [[mukopurulent]]em [[Ausfluss]] und [[Schleimhaut]]vorfällen bei Stuten kommen.
  
 
===Sekundärphase===
 
===Sekundärphase===
In der Sekundärphase kommt es zu [[Ulzeration]]en und nachfolgender [[Depigmentierung]] der Genitalien, des [[Perineum (Veterinärmedizin)|Perineums]] und des [[Euter (Veterinärmedizin)|Euters]]. Diese Hautveränderungen werden auch als Krötenflecke bezeichnet. Zusätzlich ist das Auftreten von [[Abort (Pferd)|Aborten]] bei [[virulent]]en Stämmen möglich.  
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In der Sekundärphase kommt es zu [[Ulkus|Ulzerationen]] und nachfolgender [[Depigmentierung]] der Genitalien, des [[Perineum (Veterinärmedizin)|Perineums]] und des [[Euter (Veterinärmedizin)|Euters]]. Diese Hautveränderungen werden auch als Krötenflecken bezeichnet. Zusätzlich ist das Auftreten von [[Abort (Pferd)|Aborten]] bei [[virulent]]en Stämmen möglich.  
  
[[Pathognomonisch]] ist in dieser Phase das Auftreten von Hautödemen, welches meist 3-8 Tage lang andauert. Diese werden auch als Talerflecke bezeichnet.
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[[Pathognomonisch]] ist in dieser Phase das Auftreten von Hautödemen, welches meist 3 bis8 Tage lang andauert. Diese werden auch als Talerflecke bezeichnet.
  
 
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===Tertiärphase===
In der Tertiärphase kommt es zu [[neurologisch]]en Ausfallserscheinungen. Die Pferde können in der chronischen Phase außerdem an unspezifischen Anzeichen wie [[Anämie]], [[intermittierend]]es [[Fieber (Veterinärmedizin)|Fieber]] und Abmagerung leiden.
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In der Tertiärphase kommt es zu [[neurologisch]]en Ausfallserscheinungen. Die Pferde können in der [[chronisch]]en Phase außerdem an unspezifischen Krankheitsanzeichen wie [[Anämie]], [[intermittierend]]es [[Fieber]] und [[Abmagerung]] leiden.
  
 
==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
Die Diagnostik der Beschälseuche erweist sich als schwierig, da es zum Auftreten mehrere Probleme kommt:  
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Die [[Diagnostik]] der Beschälseuche erweist sich als schwierig, da es zum gleichzeitigen Auftreten mehrere Probleme kommt:  
* T. equiperdum kann [[morphologisch]] nicht von anderen [[Trypanosomen]], wie z.B. [[Trypanosoma brucei evansi]] (T. evansi), unterschieden werden
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* Tryposoma equiperdum kann [[morphologisch]] nicht von anderen [[Trypanosomen]], wie z.B. [[Trypanosoma brucei evansi]], unterschieden werden
 
* die Parasitämie tritt nur [[transient]] auf  
 
* die Parasitämie tritt nur [[transient]] auf  
 
* der Nachweis aus dem [[Liquor cerebrospinalis]] ist unsicher
 
* der Nachweis aus dem [[Liquor cerebrospinalis]] ist unsicher
* mittels [[PCR]] und [[Serologie]] kann nicht zwischen T. equiperdum und T. evansi unterschieden werden
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* mittels [[PCR]] und [[Serologie]] kann nicht zwischen Trypanosoma equiperdum und Trypanosma evansi unterschieden werden
  
Eine Infektion mit T. equiperdum führt zur [[Serokonversion]], sodass ein [[Antikörpernachweis]] möglich ist. Jedoch kann keine [[Subspezies|subspeziesspezifische]] Identifikation zwischen T. equiperdum und T. evansi erfolgen. Die Diagnostik stützt sich daher auf die typische klinische Symptomatik in Kombination mit einem positiven serologischen Ergebnis.
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Eine Infektion mit Trypanosoma equiperdum führt zur [[Serokonversion]], sodass ein [[Antikörpernachweis]] möglich ist. Jedoch kann keine [[Subspezies|subspeziesspezifische]] Identifikation zwischen Trypanosoma equiperdum und Trypanosoma evansi erfolgen. Die Diagnostik stützt sich daher auf die typische klinische Symptomatik in Kombination mit einem positiven serologischen Ergebnis.
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Derzeit gibt es für die Beschälseuche keine Therapie, eine Tötung wird teilweise amtstierärztlich vorgeschrieben. In nicht [[endemisch]]en Ländern ist ein Therapieversuch häufig verboten, da dieser zwar oft zur klinischen Heilung, jedoch nicht zur Erregerelimination führt.
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Derzeit gibt es für die Beschälseuche keine [[Kausaltherapie|Therapie]], eine Tötung wird teilweise amtstierärztlich vorgeschrieben. In nicht-[[endemisch]]en Ländern ist ein Therapieversuch häufig verboten, da dieser zwar oft zur klinischen Heilung, jedoch nicht zur Erregerelimination führt.
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
*Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.
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* Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.
 
* Univ. Prof. Dr. Anja Joachim. Vorlesung Tierseuchen und Tierseuchenbekämpfung. EWG 14. Institut für Parasitologie. 2017.
 
* Univ. Prof. Dr. Anja Joachim. Vorlesung Tierseuchen und Tierseuchenbekämpfung. EWG 14. Institut für Parasitologie. 2017.
 
[[Fachgebiet:Veterinärmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Veterinärmedizin]]

Version vom 17. März 2020, 18:39 Uhr

Synonym: Dourine
Englisch: dourine, covering sickness

1 Definition

Als Beschälseuche bezeichnet man eine ausschließlich beim Deckakt übertragene Infektion beim Pferd, welche durch das Protozoon Trypanosoma brucei equiperdum ausgelöst wird.

2 Erreger

Der Erreger Trypanosoma brucei equiperdum aus der der Gattung der Protozoen hat in Mitteleuropa derzeit (2020) keine Bedeutung mehr. In Afrika oder Asien jedoch finden weiterhin vermehrt Infektionen mit dem Erreger statt. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Jahre.

3 Pathogenese

Die Übertragung findet ausschließlich beim Deckakt durch Kontakt mit Samen, Genitalsekret oder Hautveränderungenstatt. Die Erkrankung zählt somit zu den klassischen Deckinfektionen des Pferdes. Die Übertragung erfolgt meist vom Hengst auf die Stute, seltener umgekehrt.

Nach der Infektion kommt es zur einer lokalen Vermehrung des Erregers mit anschließender Parasitämie und Eindringen des Erregers in das zentrale Nervensystem.

4 Klinik

Die auftretende Symptomatik ist unter anderem abhängig von der Virulenz des Erregers, dem Ernährungszustand des Tiers und etwaigen anderen belastenden Stresssituationen. Es können drei verschiedene Erkrankungsphasen unterschieden werden:

  • Primärphase
  • Sekundärphase
  • Tertiärphase

4.1 Primärphase

Die Primärphase ist durch Ausbildung von Ödemen an den Genitalien gekennzeichnet. Zusäztlich kann es zu mukopurulentem Ausfluss und Schleimhautvorfällen bei Stuten kommen.

4.2 Sekundärphase

In der Sekundärphase kommt es zu Ulzerationen und nachfolgender Depigmentierung der Genitalien, des Perineums und des Euters. Diese Hautveränderungen werden auch als Krötenflecken bezeichnet. Zusätzlich ist das Auftreten von Aborten bei virulenten Stämmen möglich.

Pathognomonisch ist in dieser Phase das Auftreten von Hautödemen, welches meist 3 bis8 Tage lang andauert. Diese werden auch als Talerflecke bezeichnet.

4.3 Tertiärphase

In der Tertiärphase kommt es zu neurologischen Ausfallserscheinungen. Die Pferde können in der chronischen Phase außerdem an unspezifischen Krankheitsanzeichen wie Anämie, intermittierendes Fieber und Abmagerung leiden.

5 Diagnostik

Die Diagnostik der Beschälseuche erweist sich als schwierig, da es zum gleichzeitigen Auftreten mehrere Probleme kommt:

Eine Infektion mit Trypanosoma equiperdum führt zur Serokonversion, sodass ein Antikörpernachweis möglich ist. Jedoch kann keine subspeziesspezifische Identifikation zwischen Trypanosoma equiperdum und Trypanosoma evansi erfolgen. Die Diagnostik stützt sich daher auf die typische klinische Symptomatik in Kombination mit einem positiven serologischen Ergebnis.

6 Therapie

Derzeit gibt es für die Beschälseuche keine Therapie, eine Tötung wird teilweise amtstierärztlich vorgeschrieben. In nicht-endemischen Ländern ist ein Therapieversuch häufig verboten, da dieser zwar oft zur klinischen Heilung, jedoch nicht zur Erregerelimination führt.

7 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.
  • Univ. Prof. Dr. Anja Joachim. Vorlesung Tierseuchen und Tierseuchenbekämpfung. EWG 14. Institut für Parasitologie. 2017.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. März 2020 um 18:39 Uhr bearbeitet.

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