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Beriberi

Version vom 4. Dezember 2008, 00:42 Uhr von Christina Selch (Diskussion | Beiträge)

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Beriberi ist eine Erkrankung, die durch Vitamin B1-Mangel entsteht und zu Störungen von [[Nerven], Muskulatur und Herz-Kreislauf-System führen kann.

1 Entstehung

Ursache der Erkrankung ist ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin).

Thiamin ist ein Coenzym von wichtigen Enzymen des Kohlenhydratstoffwechsels und kommt in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fleisch, Nüssen, Hefe und Eigelb vor.

Ein Thiaminmangel kommt in Europa selten vor und tritt vor allem bei gestillten Kindern auf, deren Mütter sich falsch ernähren. Außerdem muss bei parenteraler Ernährung auf genügende Thiamin-Substitution geachtet werden. Der Thiaminbedarf von Kindern kann nicht allein durch Milchernährung gedeckt werden.

Bei Erwachsenen entsteht ein Thiaminmangel bei ausschließlicher Ernährung mit weißem Mehl. Auch Patienten mit Wernicke-Korsakow-Syndrom nach jahrelanger Alkoholkrankheitmit Mangelernährung zeigen Beriberi-Symptome.

In Südostasien ist Beriberi aufgrund einer einseitigen Ernährung mit poliertem Reis noch relativ häufig.

Verschlimmert wird die Erkrankung durch weitere Mangelerscheinungen oder Stressfaktoren sowie durch bestimmte Schimmelpilz-Toxine.

2 Symptome

Frühsymptome von Beriberi sind unspezifisch:

Weitere Beriberi-Symptome (siehe auch: Formen):

In der Spätphase kommt es oft zur Bewegungsunfähigkeit der Erkrankten.

3 Formen

Nach dem klinischen Bild lassen sich mehrere Formen von Beriberi unterscheiden:

In der ICD-10 werden eine trockene und eine feuchte Form von Beriberi unterschieden.

Der ICD-10-Schlüssel ist E51.1. Bei der feuchten Form muss außerdem der Schlüssel I98.8 (Sonstige Störungen des Kreislaufsystems bei anderenorts klassifizierten Krankheiten) angegeben werden.

4 Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch die Messung von Enzymaktivität: Es wird die Aktivität der Ketolase in Erythrozyten bestimmt, und zwar vor und nach der Verabreichung von Thiaminpyrophosphat.

5 Therapie

Die Therapie von Beriberi erfolgt durch die Gabe von Thiamin, wodurch es in der Regel zu einer deutlichen klinischen Besserung kommt. Bei gestillten Säuglingen ist die Behandlung von Mutter und Kind indiziert.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Juli 2010 um 11:12 Uhr bearbeitet.

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