Bedingt essentiell

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Synonyme: semiessentiell, semi-essentiell, halbessentiell

1 Definition

Der Ausdruck "bedingt essentiell" wird in der Naturwissenschaft und in der Medizin für Nährstoffe verwendet, die der Körper normalerweise aus anderen Stoffen synthetisieren kann, in bestimmten Situationen (z.B. Wachstum, Schwangerschaft) jedoch von außen aufnehmen muss. Verwendet wird dieser Begriff überwiegend bei Aminosäuren, manchmal auch bei Fettsäuren.

2 Beispiele

Beispiele für bedingt essentielle Aminosäuren:

Beispiele für bedingt essentielle Fettsäuren:

3 Nomenklatur

In einigen deutschen Lehrbüchern werden die Begriffe "bedingt essentiell" und "semiessentiell" nicht synonym verwendet. Demnach handelt es sich um semiessentielle Aminosäuren, wenn sie ausgehend von essentiellen AS hergestellt werden können (z.B. Tyrosin, Cystein) und um bedingt essentielle AS, wenn sie in bestimmten Stoffwechsellagen (Schwangerschaft, Wachstum) essentiell sind (z.B. Arginin, Histidin). Im angelsächsischen Sprachraum, der in der biochemischen Forschung führend ist, wird diese Unterscheidung nicht getroffen. Hier werden diese Aminosäuren pragmatisch unter "conditionally essential" zusammengefasst.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Bedingt_essentiell&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Bedingt_essentiell

Diese Seite wurde zuletzt am 7. März 2021 um 17:32 Uhr bearbeitet.

Gast
Genau wie, dass Lysin und Threonin die einzig beiden echten essentiellen AS sind, da alle anderen aus der entsprechenden alpha-Ketosäure synthetisiert werden können, wenn diese vorliegt. Also ist eigentlich die Einteilung der essentiellen AS auch nicht so wirklich richtig.
#3 vor 37 Tagen von Gast (Student/in der Humanmedizin)
So weit ich das nachvollziehen kann, ist diese Unterscheidung in der Biochemie keineswegs Mainstream. Ich hab es aber mal ergänzt. Die Amis, die da sicher pragmatischer unterwegs sind, machen keinen Unterschied. Du solltest da nicht blind lehrbuchgläubig sein, sondern dich auch mal umschauen. Ein Problem der Medizin ist, dass jedes Professorchen gerne seine eigenen Einteilungen entwirft, um sich vom Rest der Truppe abzusetzen. Klar, wenn du dein Examen machen willst, musst du diesen Krempel wohl oder übel lernen. Da macht ihn aber nicht zwingend sinnvoll. Wenn du dich da mal tiefer einliest, wirst du feststellen, dass die ganze Kategorisierung der Aminosäuren auf ziemlich wackeligen Beinen steht - denn in der Biochemie gibt es wenig schwarz und weiß, aber jede Menge grau.
#2 vor 37 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Laut Trepel, 8. (aktuelle) Auflage, Seite 65, muss eine Differenzierung zwischen bedingt essentiell und semiessentiell gemacht werden. Semiessentielle AS sind AS, die ausgehend von essentiellen AS hergestellt werden können (Tyrosin, Cystein). Bedingt essentielle AS sind AS die unter bestimmten Stoffwechsellagen (Schwangerschaft, Wachstum) essentiell sind (Arginin, Histidin). Die beiden Begriffe sind keine Synonyme.
#1 vor 37 Tagen von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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