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Beckenverletzung

Version vom 29. Januar 2019, 15:04 Uhr von Dr. med. Meike Thieme (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Unter einer Beckenverletzung versteht man eine traumatisch bedingte, anatomische Veränderung des Beckenknochens. Handelt es sich bei dieser Veränderung um eine Fraktur, spricht man von einer Beckenfraktur.

Schwere Beckenverletzungen können einen hohen Blutverlust verursachen. Sie stellen damit eine akute Bedrohung für den Patienten dar und gehen mit einer hohen Letalitätsrate einher. Präklinisch sollte bei relevanten Traumata (z.B. Hochrasanztraumata, bei älteren Patienten auch Stürze) frühzeitig an die Verwendung einer Beckenschlinge gedacht werden.

2 Behandlungsschema

Das KISS-Schema ist ein kurzer Behandlungsalgorithmus für Beckenverletzungen. Es besagt, dass wenn

  • die Kinematik eine Beckenverletzung möglich oder wahrscheinlich macht oder
  • die Inspektion eine Beckenverletzung vermuten lässt (sichtbare Verletzung, Blutung, Fehlstellungen) oder
  • der Patient Schmerzen im Bereich des Beckens oder der unteren Extremitäten angibt,

ist eine Stabilisierung des Beckens im Sinne einer Beckenschlinge indiziert.

Bei auffälligem KIS-Befund wird das Becken nicht palpiert, sondern sofort eine Beckenschlinge angebracht. Sind alle drei Kriterien negativ, kann die Stabilität überprüft werden. Dies sollte im klinischen Umfeld nur von erfahrenen Unfallchirurgen geschehen, da die präklinische Manipulation des Beckens zu keinem Vorteil für den Patienten und seine weitere Behandlung führt.

3 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Januar 2019 um 15:04 Uhr bearbeitet.

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