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Basalmembran

Version vom 24. April 2017, 15:25 Uhr von Daniel Wessling (Diskussion | Beiträge)

Englisch: basement membrane

1 Definition

Die Basalmembran ist eine dünne lichtmikroskopisch wahrnehmbare Membran zwischen dem Epithel bzw. Endothel und dem ihm angrenzendem Gewebe. Sie wird von Epithelzellen bzw. Endothelzellen aufgebaut.

2 Aufgabe

Die Basalmembran ist eine spezialisierte extrazelluläre Matrix, die zur Stabilisation der Epithel- bzw. Endothel-Zellschicht dient. Sie ist die räumliche Leitstruktur des Zellverbunds und verhindert, dass die Zellen dieser Schicht auseinandergleiten.

3 Aufbau

Lichtmikroskopisch erscheint die Basalmembran als homogene Einzelschicht. Mithilfe elektronenmikroskopischer Darstellung lässt sich ein vierschichtiger Aufbau (vom Epithel her gesehen) erkennen:

  • Lamina rara externa: Diese Schicht (auch als Lamina lucida bekannt) stellt eine Verbindung vom Epithel zur Lamina densa der Basalmembran her. Laminin ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges vermittelndes Glykoprotein. Hieran können die Integrine binden. Diese machen auch den Hauptbestandteil dieser Schicht aus. Obgleich sie Lamina rara heißt, ist sie folglich nur scheinbar leer. Neben den Integrinen bildet auch Syndecan ein wichtiges Überbrückungsmolekül. Als dritte Verankerungseinheit seien die Hemidesmosomen genannt, welche über Anschluss an das intrazelluläre Intermediärfilamentnetzwerk die Zelle vor allem in mehrschichtigen Plattenepithelien mit der Basallamina verbinden. Dabei gilt vor allem Laminin als wichtiger Bindungspartner. Kollagen XVII verstärkt und stützt die Bindung durch Hemidesmosomen in vielen Geweben.
  • Lamina densa: Die Lamina densa ist der zentrale Anteil der Basalmembran. Sie stellt sich elektronendicht dar. Charakteristisch ist das dominante Vorkommen von Kollagen Typ IV. Das Kollagen Typ IV bildet ein geflechtartiges räumliches Netzwerk. Dieses Netzwerk ist als Grundstruktur der Basallamina anzusehen. Es stellt vielfältige Möglichkeiten zur Verbindung der Lamina densa mit den anliegenden Strukturen bereit. Neben Kollagen Typ IV findet sich in der Lamina densa auch ein Lamininnetz und Entactin. Nidogen und Perlacan verbinden die das Lamininnetz und das Kollagennetz miteinander.
  • Lamina rara interna: Die Lamina rara interna ist als Verbindungsschicht zur Lamina fibroreticularis zu betrachten. Das Glykoprotein Fibronektin ist ein wichtiger Vermittler.
  • Lamina fibroreticularis: Die Lamina fibroreticularis verbindet die Basalmembran mit dem nun unmittelbar angrenzenden Bindegewebe. Sie fehlt dort, wo dem Epithel kein Bindegewebe anliegt. Dies gilt zum Beispiel für die Lungenalveolen und den Nierenglomerulus. Dort liegen die beiden Laminae densae einander so nah an, dass sie miteinander zu einer einzigen Schicht verschmelzen, welche dann wiederum von der Lamina rara interna (endothelwärts) und der Lamina rara externa (epithelwärts) flankiert werden. Hier ändert sich demnach die zuvor beschriebene Nomenklatur. Einstrahlende Bindegewebsfasern werden - ebenso wie die Basallamina selbst - durch sogenannte Ankerfibrillen aus Kollagen Typ VII an der Lamina fibroreticularis befestigt.

In der Lamina fibroreticularis enthalten sind unter anderem folgende Bestandteile:

Lamina rara externa, Lamina densa und Lamina rara interna werden zusammen als "Basallamina" bezeichnet. Die Basalmembran besteht hingegen aus allen 4 Schichten. Die Begriffe werden in der medizinischen Literatur oft irrtümlich gleichgesetzt.


Merke: Basalmembran = Basallamina + Lamina fibroreticularis

4 Weblink

Basalmembran im Elektronenmikroskop auf den Seiten des EM Atlas im Internet.

Tags:

Fachgebiete: Histologie

Fixed. Da gibt es aber - wie so oft - unterschiedliche Ansichten. Je länger man in das EM-Mikroskop schaut, desto mehr Schichten werden es. Da der 3-Schicht-Aufbau aber offensichtlich der Mainstream ist, habe ich das geändert.
#2 am 27.04.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Ich rate dringend zu einer Überarbeitung: Die Basalmembran ist nicht 4-, sondern 3-schichtig, da die Basallamina zweischichtig (!) aus L. lucida (=rara) und L. densa besteht. Nur in Sonderfällen (Blut-Harn- bzw. Blut-Luft-Schranke) kann die L. fibroreticularis fehlen und die L. densae von Epi- und Endothel verschmelzen. Erst dann umgibt die L. densa eine L. rara externa und -interna. Somit ist z.B. auch die Glomeruläre BM 3-schichtig!
#1 am 25.04.2018 von Dr. rer. nat. Verena Wilhelmi (Biologin)

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