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Barrett-Syndrom

Version vom 15. Mai 2013, 11:19 Uhr von 195.82.66.147 (Diskussion)

nach dem britischen Chirurgen Norman Rupert Barrett (1903-1979), australischer Chirurg
Synonyme: Barret-Ulkus, Allison-Johnstone-Syndrom
Englisch: barrett esophagus

1 Definition

Das Barrett-Syndrom ist eine chronisch-entzündliche Veränderung des distalen Ösophagus mit Ausbildung eines peptischen Ulkus, die als Komplikation der Refluxkrankheit auftritt.

Die metaplastische Umwandlung des Plattenepithels des distalen Ösophagus ohne Ulkus bezeichnet man als Barrett-Ösophagus oder Barrett-Metaplasie. In älteren Lehrbüchern wird auch noch von einem Endobrachyösophagus gesprochen.

2 ICD10-Codes

  • K22.1: Barrett-Ulkus
  • K22.7: Barrett-Ösophagus

3 Epidemiologie

Das Barrett-Syndrom betrifft bis zu 10% der Patienten mit Refluxkrankheit und tritt bei Männern (4:1) häufiger auf als bei Frauen.

4 Pathogenese

Durch chronischen Reflux von saurem Mageninhalt kommt es im distalen Abschnitt des Ösophagus zu entzündlichen Veränderungen und Ausbildung von Geschwüren. Verletztes Epithel wird durch Ausdifferenzierung von Stammzellen regeneriert.

Jedoch entsteht unter den abnormen Bedingungen des chronischen Reflux nicht das normalerweise die Ösophagusschleimhaut ausbildende mehrschichtige unverhornte Plattenepithel.

5 Morphologie

Das mehrschichtige unverhornte Plattenepithel wird durch Ausbildung eines einschichtig hochprismatischen Zylinderepithels ersetzt. Diese Umwandlung des Epithels wird in der Pathologie als Metaplasie bezeichnet.

Das metaplastische Epithel enthält ähnlich wie das Epithel des Dickdarms Becherzellen. In Abgrenzung zum Epithel des Magens allerdings fehlen die für den Magen üblichen Drüsenkörper.

Metaplastisches Epithel kann fleckförmig auftreten und sich an verschiedenen Stellen unterschiedlich darstellen. Bei der pathologischen Beurteilung ist auf Zeichen von Dysplasie zu achten, die ein frühes Zeichen der malignen Entartung darstellen.

Im engeren Sinn wird nur eine vollständige zirkuläre Metaplasie, die von der Z-Linie in orale Richtung reicht, als Barrett-Ösophagus bezeichnet. Man unterscheidet dabei zwei Formen des Barrett-Ösophagus:

  • Short-Segment-Barrett-Ösophagus: kurzsegmentiger Barrett-Ösophagus mit einer Metaplasie-Länge bis 3 cm
  • Long-Segment-Barrett-Ösophagus: langsegmentiger Barrett-Ösophagus mit einer Metaplasie-Länge über 3 cm.

6 Diagnose

7 Komplikationen

Das Barrett-Syndrom ist eine im Rahmen der Refluxkrankheit auftretende fakultative Präkanzerose.

Es bedeutet für den Betroffenen ein 30-40fach höheres Risiko der Ausbildung eines Adenokarzinoms des Ösophagus. Die Ausbildung einer Striktur des Ösophagus und erneute Ulzeration sind als weitere Verlaufsformen möglich.

Therapeutisch muss bei Patienten mit diagnostiziertem Barett-Syndrom regelmäßig eine endoskopische Verlaufskontrolle mit Entnahme von Probeexzisionen vorgenommen werden.

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