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Bariumvergiftung: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Eine '''Bariumvergiftung''' ist eine [[Intoxikation]], hervorgerufen durch wasserlösliche [[Barium]]-[[Salz]]e.
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Eine '''Bariumvergiftung''' ist eine [[Intoxikation]], die durch wasserlösliche [[Barium]]salze hervorgerufen wird.
 
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==Hintergrund==
 
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Vergiftungen durch Barium beruhen häufig auf der Verwechslung von ungiftigem [[Bariumsulfat]] mit löslichen Barium-Salzen. Bariumsulfat, das als [[Kontrastmittel]] eingesetzt wird, muss rein und frei von löslichen Bariumsalzen sein. Zumeist erfolgt die Aufnahme [[inhalativ]] oder [[peroral]]. Die [[Maximale Arbeitsplatz-Konzentration]] von Barium liegt bei 0,5 mg/m<sup>3</sup>.
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Vergiftungen durch Barium beruhen häufig auf der Verwechslung von ungiftigem [[Bariumsulfat]] mit löslichen Bariumsalzen. Bariumsulfat, das als [[Kontrastmittel]] eingesetzt wird, muss rein und frei von löslichen Bariumsalzen sein. Zumeist erfolgt die Aufnahme [[inhalativ]] oder [[peroral]]. Die [[maximale Arbeitsplatz-Konzentration]] (MAK) von Barium liegt bei 0,5 mg/m<sup>3</sup>.
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Die [[Resorption]] aus dem [[Darm]][[lumen]] erfolgt rasch. Die [[Elimination]] erfolgt vor allem über den [[Darm]], nur zu 3% über die [[Niere]]n. Bereits 1-4 g wasserlösliches Bariumsalz, z.B. [[Bariumchlorid]], können [[letal]]e Folgen haben. [[Toxisch]]e Effekte treten ab 200 mg auf. Bariumionen bewirken eine [[Hypokaliämie]].
  
 
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*verstärkte [[Salivation]] (Speichelfluss)
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* [[Diarrhoe]]
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* [[Schwindel]]
*[[Azidose]]
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* [[Azidose]]
*[[Hypotonie]]
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* [[Hypotonie]]
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*[[Bradykardie]]
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*[[Krampf|Krämpfe]] der [[Quergestreifte Muskulatur|quergestreiften Muskulatur]]
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* [[Krampf|Krämpfe]] der [[Quergestreifte Muskulatur|quergestreiften Muskulatur]]
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Es sollte zügig eine [[Magenspülung]] unter Verwendung einer [[Natriumsulfat]]-Lösung durchgeführt werden. Als [[Antidot]]e kommen [[Natriumsulfat]] (Dos.: 20-30 g [[peroral]]) zwecks Bildung unlöslichen [[Bariumsulfat]]s, welches nicht [[Resorption|resorbiert]] wird, und gegenüber Bariumionen [[Antagonist|antagonistisch]] wirksame [[Kalium]]-[[Salz]]e in Betracht. Zum Azidose-Ausgleich wird auf [[Natriumbikarbonat]] zurückgegriffen. Gegen Krämpfe können [[Spasmolytikum|Spasmolytika]] vom [[Papaverin]]typ oder [[Benzodiazepin]]e, etwa [[Diazepam]] zu 10-20 mg [[intravenös]], verabreicht werden.
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Es sollte zügig eine [[Magenspülung]] unter Verwendung einer [[Natriumsulfat]]-Lösung durchgeführt werden. Als [[Antidot]] kommen [[Natriumsulfat]] (Dosierung: 20-30 g [[peroral]]) zwecks Bildung unlöslichen [[Bariumsulfat]]s, welches nicht mehr [[Resorption|resorbiert]] wird, und gegenüber Bariumionen [[Antagonist|antagonistisch]] wirksame [[Kalium]]salze in Betracht. Zum Azidose-Ausgleich wird auf [[Natriumbikarbonat]] zurückgegriffen. Gegen Krämpfe können [[Spasmolytikum|Spasmolytika]] vom [[Papaverin]]typ oder [[Benzodiazepin]]e verabreicht werden, etwa [[Diazepam]] (10-20 mg [[i.v.]]).
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
*Mutschler et al.: Arzneimittelwirkungen, Lehrbuch Pharmakologie & Toxikologie, WVG, 2001.
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* Mutschler et al.: Arzneimittelwirkungen, Lehrbuch Pharmakologie & Toxikologie, WVG, 2001.
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[[Tag:Vergiftung]]

Aktuelle Version vom 14. November 2013, 20:19 Uhr

Synonym: Bariumintoxikation
Englisch: barium intoxication

1 Definition

Eine Bariumvergiftung ist eine Intoxikation, die durch wasserlösliche Bariumsalze hervorgerufen wird.

2 Hintergrund

Vergiftungen durch Barium beruhen häufig auf der Verwechslung von ungiftigem Bariumsulfat mit löslichen Bariumsalzen. Bariumsulfat, das als Kontrastmittel eingesetzt wird, muss rein und frei von löslichen Bariumsalzen sein. Zumeist erfolgt die Aufnahme inhalativ oder peroral. Die maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) von Barium liegt bei 0,5 mg/m3.

3 Toxikologie

Die Resorption aus dem Darmlumen erfolgt rasch. Die Elimination erfolgt vor allem über den Darm, nur zu 3% über die Nieren. Bereits 1-4 g wasserlösliches Bariumsalz, z.B. Bariumchlorid, können letale Folgen haben. Toxische Effekte treten ab 200 mg auf. Bariumionen bewirken eine Hypokaliämie.

4 Symptome

Der Tod kann bei vollem Bewusstsein eintreten.

5 Therapie

Es sollte zügig eine Magenspülung unter Verwendung einer Natriumsulfat-Lösung durchgeführt werden. Als Antidot kommen Natriumsulfat (Dosierung: 20-30 g peroral) zwecks Bildung unlöslichen Bariumsulfats, welches nicht mehr resorbiert wird, und gegenüber Bariumionen antagonistisch wirksame Kaliumsalze in Betracht. Zum Azidose-Ausgleich wird auf Natriumbikarbonat zurückgegriffen. Gegen Krämpfe können Spasmolytika vom Papaverintyp oder Benzodiazepine verabreicht werden, etwa Diazepam (10-20 mg i.v.).

6 Literatur

  • Mutschler et al.: Arzneimittelwirkungen, Lehrbuch Pharmakologie & Toxikologie, WVG, 2001.

Fachgebiete: Toxikologie

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