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Bandscheibenvorfall

Version vom 30. Juni 2014, 19:57 Uhr von Marie Sander (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Prolapsus nuclei pulposi, Prolaps disci, Diskusprolaps, Diskushernie, auch Bandscheibenprolaps, BSP
Englisch: spinal disc herniation, herniation of intervertebral disk

1 Definition

Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man die plötzlich oder langsam zunehmende Verlagerung, bzw. den Austritt von Gewebe des Nucleus pulposus der Bandscheibe, nach dorsal oder zu den Seiten. Dabei kann es zu einer Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln kommen.

2 Pathogenese

Der Bandscheibenvorfall ist eine Form der degenerativen Wirbelsäulenerkrankung. Durch degenerative Veränderungen der Zwischenwirbelscheibe und anliegenden Strukturen (Diskose, Spondylose, Bandscheibenprotrusion) kommt es zu Einrissen des Anulus fibrosus. Dadurch wird ein Vorfallen des Gallertkerns (Nucleus pulposus) der Zwischenwirbelscheibe möglich.

Eine reine Vorwölbung der Zwischenwirbelscheibe bei sonst intaktem Anulus fibrosus wird als Bandscheibenprotrusion bezeichnet und kann einen Bandscheibenvorfall vortäuschen. Die Bandscheibenprotrusion ist jedoch im Gegensatz zum Bandscheibenprolaps voll rückbildungsfähig.

3 Klinik

Bandscheibenvorfälle entstehen meistens in klassischer Lokalisation in den unteren Abschnitten der Lendenwirbelsäule und führen zu verschiedenen Ausprägungen eines Nervenwurzelsyndroms. Man unterscheidet zum Beispiel nach der betroffenen Nervenwurzel:

Bei dorsolateralem Vorfall der Bandscheibe entwickelt sich eine Lumboischialgie, ein dorsomedialer Bandscheibenvorfall führt zur Lumbago (Hexenschuss).

3.1 Bandscheibenvorfall Halswirbelsäule

Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule führt zu einer Einengung der abgehenden Nerven aus dem Rückenmark , aber auch zu einer Kompression des Rückenmarks selbst (Myelopathie). Leitsymptom des Bandscheibenvorfalles der Halswirbelsäule ist die Schmerzausstrahlung in den Arm. Seltener ziehen die Schmerzen auch zwischen die Schulterblätter und bis zur Hinterhauptsregion. Unter Umständen sind sie begleitet von Sensibilitätsstörungen und Lähmungen der Arm- und Handmuskulatur. Die Differenzierung des Behandlungsbedarfs ist sehr wichtig. Es wird zwischen selbstlimitierenden und fortschreitenden Veränderungen mit neurologischen Defiziten unterschieden. Häufig klingen die Symptome von alleine innerhalb von 3 Monaten ab. Ein operatives Vorgehen ist unabdingbar an eine entsprechende Veränderung im Röntgenbild respektive im MRI (Magnetresonanztomographie) gekoppelt.

Wenn anhaltende Schmerzen oder schwerwiegenden Lähmungen anhalten, kommt ein [[operatives Vorgehen in Frage. In der Regel wird das Segment der Halswirbelsäule durch einen Schnitt von vorne freigelegt und die entsprechende Bandscheibe unter mikroskopischer Sicht entfernt. Falls es die degenerativen Veränderungen noch nicht zu sehr fortgeschritten sind, kann das Segment durch eine künstliche Bandscheibe mit voller Bewegungsfreiheit aufgerichtet werden. Bei fortgeschrittener degenerativer Veränderungen wird ein Platzhalter /Cage in das Bandscheibenfach eingebracht, sodass anliegende Wirbelkörper miteinander verwachsen.

4 Diagnostik

Eine gründliche neurologische Diagnose , um Lähmungen, Taubheitsgefühle und Reflexdifferenzen erkennen können. Eine Röntgenaufnahme von Hals- oder Lendenwirbelsäule gibt Aufschluss über die Knochenstruktur. Das wichtigeste verfahren ist jedoch die Kernspintomografie. Frei von Strahlenbelastung bietet diese im Gegensatz zu einer Computertomographie deutlich mehr Informationsgehalt bezüglich der Größe, Ausdehnung und Form des Bandscheibenvorfalles, sowie Informationen über die betroffenen Nerven.

4.1 Diagnose durch Kernspintomografie

Schichtbilder des MRT erlauben eine genaue Aussage über den Zustand der Bandscheibe. Der Wirbelkanal kann ebenso begutachtet werden.

Das MRT erlaubt eine genaue Aussage über den Verschleißzustand der Bandscheibe und der Wirbelgelenke. MRT-Bilder ermöglichen auch die Beurteilung des Wirbelkanals sowie der Nervenkanäle. Der Bandscheibenvorfall,- sowie dessen Schweregrad-, lässt sich so gut nachweisen.Auch Tumorerkrankungen sind gut erkennbar. Bei der Darstellung knöcherner Veränderungen oder bei Ausschluss eines frischen Bandscheibenvorfalles ist die Computertomographie (CT) hilfreich.

4.2 Klinische Untersuchung

Zur klinischen Untersuchung bieten sich folgende Zeichen an:

5 Therapie

Ein Bandscheibenvorfall muss in manchen Fällen operativ behandelt werden. Ein minimal-invasives Vorgehen wäre hier die Nukleoplastie.

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