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Ballismus

Version vom 18. Februar 2013, 15:22 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Ballistisches Syndrom, Hemiballismus
Englisch: ballism

1 Definition

Der Ballismus ist eine seltene, mit Hyperkinesien (Jaktationen) einhergehende neurologische Erkrankung. Meistens ist nur eine Körperhälfte vom Ballismus betroffen, sodass ein Hemiballismus besteht.

2 Ätiologie

Ein Ballismus entsteht aufgrund von Schädigungen des Nucleus subthalamicus oder dessen Verbindungen zum Pallidum. Bei einem Hemiballismus ist hierbei der jeweils kontralaterale Nucleus subthalamicus betroffen.

Ursache der Schädigung sind vor allem

Seltener wird ein (Hemi-)Ballismus durch eine tuberkulöse Meningitis, Neurosyphilis, virale Enzephalitis oder traumatische Verletzungen des Gehirns (z.B. nach neurochirurgischen Eingriffen) verursacht.

3 Formen

  • Hemiballismus: Ballismus einer Körperhälfte
  • Paraballismus: Ballismus beider Beine
  • Monoballismus: Ballismus einer Extremität
  • Biballismus: Ballismus beider Körperhälften

4 Symptomatik

Betroffene Patienten führen unwillkürlich plötzlich einsetzende schleudernde, wurfartige Bewegungen vor allem im Bereich der Arme aus. Gezielte Bewegungen sind dabei nicht mehr möglich. Der Patient gefährdet sich durch die unkontrollierten Bewegungen selbst.

5 Diagnose

Die Diagnose erschließt sich durch klinische Untersuchung und Bildgebung. Im MRT oder CT lassen sich herdförmige Läsionen des Nucleus subthalamicus nachweisen.

6 Differentialdiagnosen

7 Prognose

Der Verlauf eines Ballismus ist schwer zu prognostizieren und abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Einige Fälle tendiert zur langsamen Progression, die in einer Hemiparese der betroffenen Seite enden kann. In anderen Fällen kommt es nach 6-12 Monaten zur spontanen Remission der Erkrankung.

8 Therapie

Die ballistischen Bewegungsabläufe können durch die hochdosierte Gabe von Valproinsäure (Antikonvulsivum) gehemmt werden, so dass die Gefahr von Selbstverletzungen und totaler Erschöpfung abnimmt. Weitere mögliche medikamentöse Maßnahmen sind:

In einem Einzelfall konnte unter Einnahme von MDMA (Ecstasy) eine Verbesserung der Symptome beobachtet werden.

Führt die medikamentöse Therapie nicht zum Erfolg, kommen in schweren Fällen auch neurochirurgische Therapieverfahren in Betracht. Hierzu zählen:

Anmerkung: Aufgrund der geringen Fallzahl ist die Aussagekraft der vorliegenden klinischen Studien zur Therapie des Ballismus gering und basiert teilweise auf Einzelfallbeobachtungen.

Fachgebiete: Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Juni 2014 um 17:00 Uhr bearbeitet.

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