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Auch [[Schwangerschaft]], [[Geburt]] und operative Eingriffe ([[Episiotomie]], [[Laparotomie]], usw.) können das Anaerobierwachstum begünstigen.
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Es kommt primär durch die pH-Änderung und die Anaerobier zu vermehrtem [[Fluor vaginalis]] und unangenehmen [[Amingeruch]] (Fischgeruch).
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*[[Zytologie]] ([[Nativpräparat]], [[Methylenblaufärbung]])
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*[[mikrobielle Diagnostik]]
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Zur besseren Beurteilung des Geruchs des Fluors kann der [[Amintest]] durchgeführt werden. Durch Aufträufeln von 1-2 Tropfen 10%iger [[Kalilauge]] intensiviert sich der Fischgeruch des Vaginalsekretes.
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Anhand der [[Amsel-Kriterien]] wird ermittelt, ob eine bakterielle Vaginose vorliegt. Diese sind erfüllt, wenn drei der folgenden vier Punkte zutreffen:
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*Amingeruch
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*Fluor vaginalis
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*Clue Cells
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Unter dem Mikroskop finden sich Epithelzellen, die bei der bakteriellen Vaginose meist mit Bakterien besetzt sind ("Bakterienrasen"). Diese mit Bakterien besetzten Zellen nennt man [[Clue cells]].
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Weiterhin muss die Mischinfektion und die Quantität der Anaerobier beurteilt werden. Begleitinfektionen mit [[Trichomonaden]] und [[Mykoplasmen]] sind auszuschliessen.
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Der [[Bakterienkultur|kulturelle Nachweis]] ist in besonderen Fällen mit hartnäckigen [[Rezidiv]]en indiziert.
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==Therapie==
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Da eine [[Aszension]] der Keime von der Vagina in den oberen Genitaltrakt möglich ist und zu einer schweren Infektion des oberen Genitaltraktes führen kann, ist in der Regel immer eine Therapie der bakteriellen Vaginose indiziert.
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Goldstandard der medikamentösen Therapie der bakteriellen Vaginose ist die Gabe des [[Antibiotikum]]s [[Metronidazol]] (z.B. ''Clont &reg;'', ''Arilin &reg;''), da es sehr gut gegen Anaerobier wirkt.
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Bei oraler Applikation können bis zu 90% der Infektionen erfolgreich behandelt werden. Die [[topische]] Therapie mit Metronidazol-[[Vaginaltabletten]] ist ebenfalls möglich.
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[[Amoxicillin]] oder [[Clindamycin]] können alternativ verordnet werden. Als nicht-antibiotische Verfahren, können Behandlungen mit Milchsäurepräparaten, Vaginalzäpfchen mit [[Lactobazillen]] oder [[Vitamin C]] versucht werden.

Version vom 27. Juni 2009, 15:59 Uhr

Synonyme: unspezifische Kolpitis, Anaerobiervaginose, Gardnerella-Vaginitis, Aminokolpitis
Englisch: bacterial vaginosis

1 Definition

Unter einer bakteriellen Vaginose versteht man eine atypische Besiedlung der Vagina mit Anaerobieren (v.a. Garnerella vaginalis) und anderen Bakterien.

2 Pathophysiologie

Die vaginale Normalflora wird v.a. von Döderlein-Stäbchen (nützliche Bakterien) dominiert, die für ein saures Milieu (pH < 4,5) sorgen. Auch andere Bakterien kommen physiologischer Weise in geringer Zahl vor (z.B. B-Streptokokken, E-Coli, Gardnerella vaginalis, etc.).

Durch übertriebene Vaginal-Hygiene (Vaginaldusche), Antibiotika, Fremdkörper, häufigen Geschlechtsverkehr, etc. kann das natürliche Milieu gestört werden. Es kommt zu einem Ungleichgewicht von nützlichen Döderlein-Stäbchen und anderen Bakterien wie Gardnerella vaginalis, E-Coli, B-Streptokokken, Klebsiella, etc.

Auch Schwangerschaft, Geburt und operative Eingriffe (Episiotomie, Laparotomie, usw.) können das Anaerobierwachstum begünstigen.

3 Symptomatik

Häufig bleibt eine bakterielle Vaginose weitgehend asymptomatisch. Es kommt primär durch die pH-Änderung und die Anaerobier zu vermehrtem Fluor vaginalis und unangenehmen Amingeruch (Fischgeruch).

Im Gegensatz zu anderen Kolpitiden, klagen die Patientinnen selten über Juckreiz oder Rötungen. Die Leistenlymphknoten sind nur sehr selten geschwollen.

Mit einem Anteil von etwa 10% ist die bakterielle Vaginose die häufigste Ursache für eine Vaginitis. Von einer Vaginitis/Vulvovaginitis/Kolpitis/Aminkolpitis spricht man erst, wenn die anaeroben Bakterien in sehr hoher Keimzahl vorliegen.

4 Diagnostik

Zur Diagnostik einer bakteriellen Vaginose wird vom Gynäkologen eine vaginale Infektionsdiagnostik durchgeführt.

Zur besseren Beurteilung des Geruchs des Fluors kann der Amintest durchgeführt werden. Durch Aufträufeln von 1-2 Tropfen 10%iger Kalilauge intensiviert sich der Fischgeruch des Vaginalsekretes.

Anhand der Amsel-Kriterien wird ermittelt, ob eine bakterielle Vaginose vorliegt. Diese sind erfüllt, wenn drei der folgenden vier Punkte zutreffen:

  • pH > 4,5
  • Amingeruch
  • Fluor vaginalis
  • Clue Cells

Unter dem Mikroskop finden sich Epithelzellen, die bei der bakteriellen Vaginose meist mit Bakterien besetzt sind ("Bakterienrasen"). Diese mit Bakterien besetzten Zellen nennt man Clue cells.

Weiterhin muss die Mischinfektion und die Quantität der Anaerobier beurteilt werden. Begleitinfektionen mit Trichomonaden und Mykoplasmen sind auszuschliessen.

Der kulturelle Nachweis ist in besonderen Fällen mit hartnäckigen Rezidiven indiziert.

5 Therapie

Da eine Aszension der Keime von der Vagina in den oberen Genitaltrakt möglich ist und zu einer schweren Infektion des oberen Genitaltraktes führen kann, ist in der Regel immer eine Therapie der bakteriellen Vaginose indiziert.

Goldstandard der medikamentösen Therapie der bakteriellen Vaginose ist die Gabe des Antibiotikums Metronidazol (z.B. Clont ®, Arilin ®), da es sehr gut gegen Anaerobier wirkt.

Bei oraler Applikation können bis zu 90% der Infektionen erfolgreich behandelt werden. Die topische Therapie mit Metronidazol-Vaginaltabletten ist ebenfalls möglich.

Amoxicillin oder Clindamycin können alternativ verordnet werden. Als nicht-antibiotische Verfahren, können Behandlungen mit Milchsäurepräparaten, Vaginalzäpfchen mit Lactobazillen oder Vitamin C versucht werden.

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