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Bakterielle Nagelinfektion

Version vom 24. Juni 2019, 16:18 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Ungues nigri, Chloronychie

1 Definition

Eine bakterielle Infektion des oder der Nägel kommt ebenso vor wie eine Nagelinfektion durch Pilze (Onychomykose), ist aber wesentlich weniger bekannt. Sie hat auch keinen speziellen Namen, theoretisch ableitbare Begriffe wie Onychitis oder Onychie sind nicht gebräuchlich.

2 Erreger

Die Erreger einer bakteriellen Nagelinfektion sind häufig Pseudomonaden, d.h. Feuchtkeime, ein Risikofaktor ist dementsprechend Feuchtarbeit. Ein Trauma des Nagels oder ein Abheben der Nagelplatte vom Nagelbett können Eintrittspforten für Bakterien sein. Im Rahmen einer Paronychie können die Erreger, typischerweise Staphylococcus aureus oder Streptokokken, auf den Nagel übergreifen.

3 Klinik

Bakterielle Nagelinfektionen lassen sich klinisch nicht sicher von Pilzinfektionen unterscheiden, das stumpfe Aussehen und die Auftreibung der Nagelplatte sind ähnlich. Da Pseudomonaden häufig Farbstoffe bilden, können die Nägel dunkel oder grünlich verfärbt sein. Daraus leiten sich die Synonyme "Ungues nigri" oder "Chloronychie" ab, die moderne Version ist Green Nail Syndrome (GNS). Grüne Verfärbungen sind charakteristisch und können eine Blickdiagnose sein.

Typischerweise zeigen bakterielle Nagelinfektionen bei Anwendung von Antimykotika keine Heilungstendenz.

4 Diagnostik

Der Nachweis von Bakterien und Pilzen im Nagelmaterial erfolgt üblicherweise durch kulturelle Untersuchung von abgetragenem Nagelmaterial (Geschabsel). Am besten wird dies mit einer sterilen Feile direkt über dem entsprechenden Nährboden abgeschabt, alternativ kann das Material in ein steriles Röhrchen gegeben werden. Wenn nur eine Pilzkultur angelegt wird, wachsen Bakterien nicht an. Bei entsprechendem Verdacht muss auch gezielt eine Bakterienkultur angefordert werden.

5 Therapie

Zur Therapie von bakteriellen Nagelinfektionen existieren nur Fallberichte. Bei Pseudomonas-Infektionen kann Ciprofloxacin oral eingesetzt werden, die Substanz ist aber mit vielen Nebenwirkungen behaftet, auch Resistenzen kommen vor.

Als topische Medikamente werden Octenidin, Bacitracin oder Polymyxin genannt. Vor der Anwendung sollte das befallene Nagelmaterial soweit wie möglich abgetragen werden. Die Therapie muss Wochen oder Monate beibehalten werden. Bei therapieresistenten Fällen kann der Nagel entfernt werden.

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