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Babesiose (Hund): Unterschied zwischen den Versionen

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Vorbeugend sollten Hunde gegen Zecken behandelt werden. Dies kann mit einem entsprechenden Spot-On Produkt gegen [[Ektoparasit]]en erfolgen. Außerdem sollten Tiere nach jedem möglichen Kontakt mit Zecken (Spaziergang) gründlich abgesucht und von gefundenen Zecken befreit werden.
  
 
Bei Reise mit dem Hund in ein [[Endemie]]gebiet (Mittelmeerländer) kann im Vorfeld eine prophylaktische Behandlung mit einem [[Antiprotozoikum]] erfolgen.
 
Bei Reise mit dem Hund in ein [[Endemie]]gebiet (Mittelmeerländer) kann im Vorfeld eine prophylaktische Behandlung mit einem [[Antiprotozoikum]] erfolgen.
 
[[Fachgebiet:Veterinärmedizin]]
 
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Version vom 6. März 2011, 22:35 Uhr

Synonyme: Piroplasmose

1 Definition

Durch Einzeller der Gattung Babesia hervorgerufene Infektionskrankheit der Hunde.

2 Erreger

Babesien sind nach ihrem Entdecker, dem rumänischen Pathologen Victor Babes, benannt, der sie 1888 zuerst beschrieb. Babesien sind Einzeller, die in Erythrozyten parasitieren. Sie gehören zu den Apicomplexa (Sporentierchen). Ein Teil des Reproduktionszyklus des Erregers findet in Zecken als Zwischenwirten statt. Bei Hunden kommen die Babesienarten B. canis und B. gibsoni vor. In Deutschland sind vor allem Vertreter der Art Babesia canis Krankheitsverursacher. Es werden drei Unterarten von Babesia canis unterschieden. Diese sind Babesia canis canis, Babesia canis vogeli und Babesia canis rossi. In Europa lösen B. canis canis und B. canis vogeli die Babesiose des Hundes aus. Babesia canis canis ist momentan Haupterreger von Erkrankungen in Deutschland.

Für beide Babesienarten ist der Mensch nicht empfänglich.

3 Pathogenese

Verschiedene Zeckenarten dienen als Vektoren. Der Überträger von Babesia canis canis ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticulans). Babesia canis vogeli wird durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Die Erreger gelangen über den Speichel der Zecke beim Biss in den Blutkreislauf des Wirts. In den Erythrozyten des Wirts kommt es zu einer ungeschlechtlichen Vermehrung des Erregers (Merogonie). Die dabei entstehenden Zwischenstadien (Merozoiten) schädigen und zerstören den betroffenen Erythrozyten. Danach ist ein Befall von weiteren Erythrozyten durch die freigesetzten Merozoiten möglich.

4 Symptome

Die durch B. canis canis verursachte Krankheit verläuft in Deutschland meist akut. Nach einer Inkubationszeit von etwa 1-3 Wochen treten zunächst unspezifische Allgemeinsymptome wie hohes Fieber, Apathie und Inappetenz auf. Durch die Hämolyse kommt es 1-2 Tage danach zu Anämie und Hämoglobinurie. Auch die Entstehung eines Ikterus ist möglich. Häufig treten Hepatomegalie und Splenomegalie auf. Als Folge der auftretenden Thrombozytopenie können Aszites und spontane Blutungen der Schleimhäute (blutende Nase, Maulschleimhaut etc.) auftreten. Als weitere Verlaufsform ist die zerebrale Babesiose mit neurologischen Symptomen wie Ataxien, Paresen und epileptiformen Anfällen möglich.

Unbehandelt tritt in den meisten Fällen nach wenigen Tagen der Tod durch akutes Nierenversagen, Atemnot und Anämie ein.

Perakute Krankheitsverläufe mit Tod nach 1-2 Tagen ohne vorhergehende deutliche Symptome kommen sporadisch vor.

5 Diagnose

Die Diagnose wird in der Praxis mikroskopisch durch Blutausstriche (Giemsa Färbung) gestellt. Die Erreger sind dann als häufig paarweise liegende, birnenförmige Gebilde in den Erythrozyten erkennbar. Labordiagnostisch kann der Erreger durch PCR oder IFAT (indirect fluorescent antibody test) nachgewiesen werden. Der IFAT stellt als Ergebnis den Antikörpertiter gegen den Erreger dar. In einer frühen Phase der Krankheit, in der noch keine Antikörper gebildet sind, kann er also zu falsch negativen Ergebnissen führen.

6 Therapie

Sofern die Diagnose gestellt ist, sollte unverzüglich eine Therapie mit Antiprotozoika (Imidocarb) eingeleitet werden. In akuten Fällen mit einem sehr niedrigen Hämatokrit werden parallel Bluttransfusionen gegeben.

7 Prophylaxe

Vorbeugend sollten Hunde gegen Zecken behandelt werden. Dies kann mit einem entsprechenden Spot-On Produkt gegen Ektoparasiten erfolgen. Außerdem sollten Tiere nach jedem möglichen Kontakt mit Zecken (Spaziergang) gründlich abgesucht und von gefundenen Zecken befreit werden.

Bei Reise mit dem Hund in ein Endemiegebiet (Mittelmeerländer) kann im Vorfeld eine prophylaktische Behandlung mit einem Antiprotozoikum erfolgen.

Diese Seite wurde zuletzt am 9. September 2018 um 09:56 Uhr bearbeitet.

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