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Azotämie

Version vom 17. Mai 2010, 14:27 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

von griechisch: azoton - Stickstoff und haima - Blut
Englisch: azot(a)emia

1 Definition

Als Azotämie bezeichnet man einen erhöhten Gehalt an harnpflichtigen Substanzen im Blut. Dabei handelt es sich um stickstoffhaltige Endprodukte des Proteinstoffwechsels, die auch als Reststickstoff bezeichnet werden.

ICD10-Code: R79.8

2 Pathophysiologie

Harnpflichtige Substanzen sind kleinmolekulare Stickstoffverbindungen wie Harnstoff, Kreatinin oder Harnsäure, die als Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels entstehen. Ihre Anreicherung im Blut kann auf drei Wegen entstehen:

  • prärenal, d.h. vor der Niere: Hier steht als Ursache ein vermehrter Anfall von Stickstoffverbindungen durch einen gesteigerten Proteinabbau im Vordergrund, wie z.B. beim Crush-Syndrom. Man spricht auch von einer Produktionsazotämie, metabolischen Azotämie oder extrarenalen Azotämie. Eine weitere Ursache ist erhöhte Konzentration der Stickstoffverbindungen durch Dehydratation.
  • renal, d.h. durch die Niere selbst: Hier kommt es durch die mangelnde Filtrationsleistung zu einer Erhöhung des Reststickstoffs. Diese Form der Azotämie wird auch als Retentionsazotämie bezeichnet.
  • postrenal, d.h. hinter der Niere: Hier besteht eine Abflusstörung in den ableitenden Harnwegen (Harnwegsobstruktion), die über einen Rückstau zu verminderter renaler Clearance des Reststickstoffs führt.

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Fachgebiete: Nephrologie

Diese Seite wurde zuletzt am 31. März 2020 um 14:10 Uhr bearbeitet.

#Fixed
#2 am 31.03.2020 von Bijan Fink (Arzt | Ärztin)
Eigentlich entsteht niemals Harnsäure als Abbau-Produkt von Proteinen (Eiweißstoffwechsel). Proteine werden in Ihre Bestandteile abbgebaut, also zu Aminosäuren, die an sich in Bestandteile des Zitratzyklus abbgebaut werden, wo die wieder eingespeist werden. Und was eine Rolle wirklich spielt, ist dass es bei einem Crush-Syndrom zu einer AKUTEN NIERENINSUFFIZIENZ kommt. Die Ätiologie für diese NI ist bis heute unklar, und da wird das Freisetzen von Myglobin beschuldigt, dass es irgenwie dazu beiträgt, bspw. durch seine große Masse, zu einer NI führt.
#1 am 22.03.2020 von Ziad Kasmo (Student/in der Humanmedizin)

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