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Atlas: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Aufbau des Atlas unterscheidet sich, genau wie beim Axis, sehr stark von dem der übrigen [[Wirbel]]. In der groben Betrachtung ist zunächst eine ringähnliche Form zu erkennen, da der Atlas im Verlauf der Entwicklungsgeschichte seinen [[Wirbelkörper]] (Corpus vertebrae) verloren hat. Ein [[Dornfortsatz]] (Processus spinosus) ist beim Atlas ebenfalls nicht zu finden, er wird ersetzt durch eine Erhöhung an der dorsalen Bogenseite, welcher auch als [[Tuberculum]] [[posterius]] bezeichnet wird. Analog dazu lässt sich auch ein Tuberculum [[anterius]] auf der ventralen Seite des Bogens finden.
 
Der Aufbau des Atlas unterscheidet sich, genau wie beim Axis, sehr stark von dem der übrigen [[Wirbel]]. In der groben Betrachtung ist zunächst eine ringähnliche Form zu erkennen, da der Atlas im Verlauf der Entwicklungsgeschichte seinen [[Wirbelkörper]] (Corpus vertebrae) verloren hat. Ein [[Dornfortsatz]] (Processus spinosus) ist beim Atlas ebenfalls nicht zu finden, er wird ersetzt durch eine Erhöhung an der dorsalen Bogenseite, welcher auch als [[Tuberculum]] [[posterius]] bezeichnet wird. Analog dazu lässt sich auch ein Tuberculum [[anterius]] auf der ventralen Seite des Bogens finden.
  
Der Atlas weist [[lateral]] und [[ventral]] Verdickungen, so genannte Massae laterales auf. An der Oberseite der Massae laterales finden sich die [[Gelenkfläche]]n, die mit denen des Hinterhauptsbeins ([[Os occipitale]]) das [[Atlantookzipitalgelenk]] bilden. Sie werden auch als ''Facies articulares superiores'' bezeichnet.  
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Der Atlas weist [[lateral]] und [[ventral]] Verdickungen, so genannte Massae laterales auf. Lateral der Massae laterales findet man als weitere Fortsätze die [[Querfortsatz|Querfortsätze]] (Processus transversi), welche entwicklungsgeschichtliche Rudimente der [[Processus costalis|Processus costales]] darstellen und die für Halswirbel typischen [[Foramen transversarium|Foramina transversaria]] enthalten.
  
Die Gelenkflächen zum Axis bilden das [[Atlantoaxialgelenk]] und liegen auf der unteren Seite und der vorderen Innenseite des Atlas. Die nach unten weisenden Flächen werden als ''Facies articulares inferiores'' bezeichnet. Der [[Dens axis]] artikuliert mit einer ovalen Knorpelfläche in einer Vertiefung auf der Rückseite des Arcus anterior des Atlas. Sie heißt [[Fovea dentis]].
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An der Oberseite der Massae laterales finden sich die [[Gelenkfläche]]n, die mit denen des Hinterhauptsbeins ([[Os occipitale]]) das [[Atlantookzipitalgelenk]] bilden. Sie werden auch als ''Facies articulares superiores'' bezeichnet.  
  
Lateral der Massae laterales findet man als weitere Fortsätze die [[Querfortsatz|Querfortsätze]] (Processus transversi), welche entwicklungsgeschichtliche Rudimente der [[Processus costalis|Processus costales]] darstellen und die für Halswirbel typischen [[Foramen transversarium|Foramina transversaria]] enthalten.
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Die Gelenkflächen zum Axis bilden das [[Atlantoaxialgelenk]] und liegen auf der unteren Seite und der vorderen Innenseite des Atlas. Die nach unten weisenden Flächen werden als ''Facies articulares inferiores'' bezeichnet. Der [[Dens axis]] artikuliert mit einer ovalen Knorpelfläche in einer Vertiefung auf der Rückseite des Arcus anterior des Atlas. Sie heißt [[Fovea dentis]].
  
Das Foramen transversarium des Atlas wird von der [[Arteria vertebralis]] durchzogen, welche durch das [[Foramen magnum]] in den Schädel eintritt.  
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Das [[Foramen transversarium]] des Atlas wird von der [[Arteria vertebralis]] durchzogen, welche durch das [[Foramen magnum]] in den Schädel eintritt.  
  
Das Foramen vertebrale des Atlas wird vom [[Ligamentum tranversale atlantis]] in zwei Abschnitte unterteilt. Ventral des Ligaments liegt der Dens axis, dorsal das [[Rückenmark]].
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Das [[Foramen vertebrale]] des Atlas wird vom [[Ligamentum tranversale atlantis]] in zwei Abschnitte unterteilt. Ventral des Ligaments liegt der Dens axis, dorsal das [[Rückenmark]].
  
 
==Pathologie==
 
==Pathologie==

Version vom 12. Juli 2008, 21:54 Uhr

Synonym: C1
Englisch: atlas

1 Definition

Der Atlas ist der erste Halswirbel (C1) und bildet somit den schädelnahesten Teil der Wirbelsäule. Er bildet gemeinsam mit dem zweiten Halswirbel, dem Axis eine funktionelle Einheit und wird auch als "Nicker" bezeichnet, da durch ihn die Flexion des Kopfes nach anterior ermöglicht wird.

2 Anatomie

Der Aufbau des Atlas unterscheidet sich, genau wie beim Axis, sehr stark von dem der übrigen Wirbel. In der groben Betrachtung ist zunächst eine ringähnliche Form zu erkennen, da der Atlas im Verlauf der Entwicklungsgeschichte seinen Wirbelkörper (Corpus vertebrae) verloren hat. Ein Dornfortsatz (Processus spinosus) ist beim Atlas ebenfalls nicht zu finden, er wird ersetzt durch eine Erhöhung an der dorsalen Bogenseite, welcher auch als Tuberculum posterius bezeichnet wird. Analog dazu lässt sich auch ein Tuberculum anterius auf der ventralen Seite des Bogens finden.

Der Atlas weist lateral und ventral Verdickungen, so genannte Massae laterales auf. Lateral der Massae laterales findet man als weitere Fortsätze die Querfortsätze (Processus transversi), welche entwicklungsgeschichtliche Rudimente der Processus costales darstellen und die für Halswirbel typischen Foramina transversaria enthalten.

2.1 Gelenkflächen

An der Oberseite der Massae laterales finden sich die Gelenkflächen, die mit denen des Hinterhauptsbeins (Os occipitale) das Atlantookzipitalgelenk bilden. Sie werden auch als Facies articulares superiores bezeichnet.

Die Gelenkflächen zum Axis bilden das Atlantoaxialgelenk und liegen auf der unteren Seite und der vorderen Innenseite des Atlas. Die nach unten weisenden Flächen werden als Facies articulares inferiores bezeichnet. Der Dens axis artikuliert mit einer ovalen Knorpelfläche in einer Vertiefung auf der Rückseite des Arcus anterior des Atlas. Sie heißt Fovea dentis.

2.2 Foramina

Das Foramen transversarium des Atlas wird von der Arteria vertebralis durchzogen, welche durch das Foramen magnum in den Schädel eintritt.

Das Foramen vertebrale des Atlas wird vom Ligamentum tranversale atlantis in zwei Abschnitte unterteilt. Ventral des Ligaments liegt der Dens axis, dorsal das Rückenmark.

3 Pathologie

3.1 Störungen der Entwicklung

Im Verlauf der Embryonalentwicklung kann es auch in der Entwicklung des Atlas zu Störungen kommen. Hierbei kommt es zu einer teilweisen Verschmelzung der Sklerotome der oberen vier Somiten. Als Folge davon entsteht eine Verwachsung des Os occipitale mit dem Atlas, welche vollständig oder unvollständig erfolgen kann. Diese Entwicklungsstörung wird als Atlasassimilation bezeichnet.

3.2 Fehlstellungen und Verletzungen

Beim Atlas kann es, genau wie bei den anderen Wirbeln, zu Fehlstellungen kommen. Da das Rückenmark direkt durch den Atlas verläuft, kann es je nach Schweregrad der Fehlstelllung zu mehr oder weniger schweren Störungen des zentralen Nervensystems und der Statik der Wirbelsäule kommen. Darüber hinaus kann die Zirkulation des Blutes und des Liquor cerebrospinalis gestört und/oder behindert werden, was zu weiteren Ausfällen führen kann.

Eine weitere schwerwiegende Problematik ist der Genickbruch, welcher eine Fraktur des Dens axis darstellt, welcher sich zusammen mit dem Rückenmark im Ring des Atlas befindet. Nur in sehr seltenen Fällen bleibt diese Verletzung unbemerkt und stellt so eine dauerhafte Gefahr für die betroffene Person dar. In den meisten Fällen jedoch erfolgt ein Abreißen des Ligamentum transversum atlantis und des Ligamentum apicis dentis, so dass der Dens axis eine erhebliche Bewegungsfreiheit erhält und die Medulla oblongata verletzen oder gar ganz zerstören kann. Da hier Teile des Atemzentrums lokalisiert sind, erfolgt der Eintritt des Todes innerhalb weniger Sekunden. Diese Verletzung ist häufig bei Erhängten zu finden.

Darüber hinaus stellt die so genannte Jefferson-Fraktur eine Sonderform der Atlasfraktur dar. Hier erfolgt eine totale Sprengung des Ringes des Atlas als Folge von starken longitudinal wirkenden Kräften.

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