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Atezolizumab: Unterschied zwischen den Versionen

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* Erstlinientherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit nicht-plattenepithelialer Histologie (Stadium IV) in Kombination mit Carboplatin und [[Paclitaxel|nab-Paclitaxel]]
 
* [[Zweitlinientherapie]] eines lokal fortgeschrittenen oder [[metastasiert]]en nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), nach vorausgegangener [[Chemotherapie]]
 
* [[Zweitlinientherapie]] eines lokal fortgeschrittenen oder [[metastasiert]]en nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), nach vorausgegangener [[Chemotherapie]]
 
* Monotherapie eines lokal fortgeschrittenen oder metastasierten [[Urothelkarzinom]]s (UC) nach vorheriger [[platin]]haltiger Chemotherapie oder bei erwachsenen Patienten, für die eine Behandlung mit [[Cisplatin]] ungeeignet ist
 
* Monotherapie eines lokal fortgeschrittenen oder metastasierten [[Urothelkarzinom]]s (UC) nach vorheriger [[platin]]haltiger Chemotherapie oder bei erwachsenen Patienten, für die eine Behandlung mit [[Cisplatin]] ungeeignet ist
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Weitere Indikationen sind zur Zulassung eingereicht, u.a. die Kombination von Atezolizumab mit [[Bevacizumab]] zur Behandlung des [[hepatozelluläres Karzinom| hepatozellulären Karzinoms]] (HCC).<ref>pharmaphorum: Roche files Tecentriq, Avastin combo therapy; January 27, 2020, abgerufen am 28.1.2020</ref>
  
 
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==Zulassung==
 
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Atezolizumab ist in der EU seit 2017 zugelassen. Der Wirkstoff wird von [[Merck KGaA|Merck]] und [[Pfizer]] vermarktet.  
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Atezolizumab ist in der EU seit 2017 zugelassen. Der Wirkstoff wird von [[Roche Pharma]] vermarktet.
  
 
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Der [[Zusatznutzen]] einer Therapie mit Atezolizumab wird vom [[G-BA]] auf der Basis der vom [[IQWiG]] ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:<ref>G-BA: Atezolizumab Beschluss vom 16. März 2018, BAnz AT 16.04.2018 B2</ref>
 
Der [[Zusatznutzen]] einer Therapie mit Atezolizumab wird vom [[G-BA]] auf der Basis der vom [[IQWiG]] ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:<ref>G-BA: Atezolizumab Beschluss vom 16. März 2018, BAnz AT 16.04.2018 B2</ref>
* beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber einer [[zweckmäßige Vergleichstherapie|zweckmäßigen Vergleichstherapie]] mit [[Docetaxel]]
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* Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber einer [[zweckmäßige Vergleichstherapie|zweckmäßigen Vergleichstherapie]] mit [[Docetaxel]]
 
* nicht belegter Zusatznutzen gegenüber einer [[Best Supportive Care]]
 
* nicht belegter Zusatznutzen gegenüber einer [[Best Supportive Care]]
  

Aktuelle Version vom 29. Januar 2020, 22:10 Uhr

Handelsname: Tecentriq®

1 Definition

Atezolizumab ist ein monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der Checkpoint-Inhibitoren. Er wird in der Onkologie u.a. zur Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) verwendet.

2 Wirkmechanismus

Atezolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper des Typs IgG1κ, der spezifisch an PD-L1 ("programmed cell death ligand 1") bindet. Er hemmt die Wechselwirkung zwischen PD-L1 und dem PD-1-Rezeptor. Durch die Bindung an PD-L1 stimuliert Atezolizumab die Aktivierung und Proliferation von zytotoxischen CD8+ T-Zellen, was zur Verstärkung bzw. Wiederherstellung der gegen den Tumor gerichteten T-Zell-Antwort führt.

3 Pharmakokinetik

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei rund 27 Tagen. Der Steady state wird bei Gabe von 1.200 mg alle 3 Wochen nach ca. 6 bis 9 Wochen, also nach 2-3 Therapiezyklen erreicht. Eine leichte oder mäßige Einschränkung der Nierenfunktion hat keinen relevanten Einfluss auf die Clearance von Atezolizumab.

4 Indikationen

Weitere Indikationen sind zur Zulassung eingereicht, u.a. die Kombination von Atezolizumab mit Bevacizumab zur Behandlung des hepatozellulären Karzinoms (HCC).[1]

5 Dosierung

Die empfohlene Dosis von Atezolizumab beträgt 1.200 mg alle 3 Wochen. Der Wirkstoff wird intravenös verabreicht.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Zur Verhinderung infusionsbedingter Reaktionen kann eine Prämedikation mit einem Antipyretikum und Antihistaminikum sinnvoll sein.

6 Nebenwirkungen

Bedingt durch den spezifischen Wirkmechanismus von Atezolizumab kann es unter der Therapie zu immunvermittelten Nebenwirkungen kommen, die sich als immunvermittelte Pneumonitis, Hepatitis, Nephritis, Kolitis, Pankreatitis, Meningoenzephalitis, Neuropathie oder Endokrinopathie (Diabetes mellitus Typ 1, Nebenniereninsuffizienz, Thyreopathie) manifestieren können.

Folgende Nebenwirkungen treten unter Atezolizumab häufig (≥ 1:100, < 1:10) oder sehr häufig (≥ 1:10) auf:

Labormedizinisch kommt es zu einer Erhöhung von AST und ALT.

7 Wechselwirkungen

Da Atezolizumab wie andere Proteine über katabole Stoffwechselwege abgebaut wird, sind keine direkten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu erwarten.

Eine Verwendung systemischer Glukokortikoide oder Immunsuppressiva vor Behandlungsbeginn mit Atezolizumab sollte jedoch aufgrund möglicher Beeinträchtigungen der Wirksamkeit von Atezolizumab vermieden werden.

8 Kontraindikation

9 Lagerung

Das Arzneimittel muss im Kühlschrank gelagert werden (2°C - 8°C).

10 Zulassung

Atezolizumab ist in der EU seit 2017 zugelassen. Der Wirkstoff wird von Roche Pharma vermarktet.

11 Nutzenbewertung

Der Zusatznutzen einer Therapie mit Atezolizumab wird vom G-BA auf der Basis der vom IQWiG ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:[2]

12 Kosten

Die Jahrestherapiekosten betragen pro Patient rund 100.000 €.[3]

13 Quellen

  1. pharmaphorum: Roche files Tecentriq, Avastin combo therapy; January 27, 2020, abgerufen am 28.1.2020
  2. G-BA: Atezolizumab Beschluss vom 16. März 2018, BAnz AT 16.04.2018 B2
  3. IQWiG-Berichte – Nr. 576 Atezolizumab (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V, abgerufen am 20.8.2018

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Januar 2020 um 22:07 Uhr bearbeitet.

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