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Atemwegsverlegung

Version vom 5. Oktober 2017, 08:28 Uhr von Jan Polzer (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Die Atemwegsverlegung ist Zustand, bei dem die oberen Atemwege durch körperfremde Substanzen, z.B. Fremdkörper, Flüssigkeiten, Blut oder Erbrochenes verkleinert oder verschlossen sind. Je vollständiger die Atemwege verlegt sind, desto weniger suffizient ist die Ventilation der Lunge möglich. Sind die Atemwege vollständig verlegt tritt eine Hypoxie ein, welches ohne Therapie zum Herz-Kreislauf Stillstand und letztlich zum Tod durch Ersticken führt.

2 Ursachen

Ursachen für eine Atemwegsverlegung sind vielfältig. Bei Kleinkinder führt oft das Verschlucken von kleinen Teilen zu einer Verlegung der Atemwege. Auch eingeatmetes Essen kann zu einer Verlegung führen. Des Weiteren kann regurgierter Mageninhalt, sowie Blut aus Verletzungen im Kopf-Hals Bereich zu einer Verlegung führen. Bei dem Sonderfall des Asthmatikers kann bei einem Asthmaanfall die Verkrampfung der glatten Muskulatur zu einer Verlegung der unteren Atemwege führen.

3 Symptome

4 Diagnostik

Die Diagnostik beginnt mit der Auskultation. Dabei werden die Atemnebengeräusche auf inspiratorischen oder exspiratorischen Stridor untersucht welcher gleichzeitig eine ungefähre Postion der Verlegung anzeigt. Bei einer ausgeprägten Verlegung ist es möglich den Stridor schon ohne Hilfsmittel zu hören. Weiterführende Diagnostik ist die Bildgebung in Form von einer Röntgenaufnahme des Thorax oder einer Bronchoskopie.

Wichtig in der Notfallmedizin ist zusätzlich die Auffindesituation des Patienten. So gibt es Situationen, in denen ein Verlegungsgeschehen nahe liegt wie z.B. Auffinden des Patienten beim essen oder Kleinkinder in der Umgebung von kleinen, schnell zu verschluckenden Teilen.

5 Therapie

So lange die Atmung des Patienten suffizient ist, sollte präklinischen keine Manipulation am Fremdkörper erfolgen, da dies die Gefahr einer Verschiebung des Fremdkörpers und somit eine Verschlimmerung der Situation auslösen kann.

Im Fall, dass die Atmung des Patienten insuffizient ist, muss vor Ort interveniert werden.

5.1 Heimlich Manöver

Bei einem Erwachsenen Patienten, der bei Bewusstsein ist, beginnt man mit Schlägen auf den Rücken zwischen die Schulterblätter, darauf hin das Heimlich-Manöver. Bei Säuglingen birgt dieses Manöver eine hohe Verletzungsgefahr, die Maßnahme hierbei besteht aus Schlägen auf den Rücken sowie Thoraxkompressionen.

5.2 Absaugung

Für den Fall, dass die Verlegung der Atemwege durch eine Flüssigkeit oder Blut ausgelöst wird, wird mithilfe der Absaugpumpe freie Flüssigkeit aus Mund-und Rachenbereich entfernt.

5.3 Ausräumen des Fremdkörpers

Es ist möglich Fremdkörper aus dem Mund und Rachenbereich digital zu entfernen. Wenn dies nicht möglich ist, kann man mithilfe eines Laryngoskopes und einer Magill-Zange einen größeren Bereich einsehen und Fremdkörper aus tieferen Lagen entfernen.

5.4 Endotracheale Intubation

Im Fall, dass es nicht möglich ist die Verlegung der Atemwege zu entfernen gilt eine endotracheale Intubation als Ultima Ratio, bei der der Fremdkörper weiter distal geschoben wird und somit meist im rechten Hauptbronchus liegt. Des ermöglicht die Belüftung der linken Lungenseite. Der Fremdkörper muss später mithilfe einer Bronchoskopie oder eines operativen Eingriffs entfernt werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Oktober 2017 um 08:28 Uhr bearbeitet.

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