Astroviridae

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von altgriechisch ἄστρον ("astron") - Stern
Synonym: Astroviren

1 Definition

Als Astroviridae bzw. Astroviren wird eine Familie von RNA-Viren bezeichnet, die Menschen, andere Säugetiere sowie Vögel infizieren.

2 Taxonomie

Man kann die Familie der Astroviridae in zwei Gattungen mit jeweils verschiedenen Arten unterteilen:[1]

siehe auch: Virus-Taxonomie

3 Aufbau

3.1 Morphologie

Astroviren sind unbehüllte Viren mit einem sphärisch-ikosaedrisch aufgebauten Nukleokapsid. Das Virion ist ca. 28 bis 30 nm groß und zeigt in einigen Fällen eine charakteristische sternartige Oberflächenstruktur.

3.2 Genom

Das Virion enthält eine einzelsträngige RNA (ssRNA) in Plusstrang-Orientierung. Die Genomgröße beträgt ca. 6.800 kbp. Drei offene Leserahmen wurden identifiziert, welche am Ende überlappen: ORF1a, ORF1b und ORF2.

3.3 Virusproteine

Die Leserahmen ORF1a und ORF1b kodieren für die Vorläuferproteine NSP1a (103 kD) und NSP1ab. Daraus enstehen posttranslational die vier Nichtstrukturproteine NSP1a/1 bis NSP1a/4.

Eine RNA-abhängige RNA-Polymerase wird durch Sequenzen des ORF1b kodiert. Weiterhin wird bei der Transkription des Leserahmens ORF2 das Capsidprotein VP90 gebildet, das posttranslational durch Caspase und Trypsin der Wirtszelle modifiziert wird.

4 Klinik

4.1 Avastroviren

Avastroviren infizieren Vögel (Enten, Puten und Hühner) und können zu multiplen Organinfektionen führen (z.B. Hepatitis, Nephritis). Im Gegensatz zur taxonomischen phylogenetischen Klassifikation unterscheidet man je nach Wirtsspezifität zwischen:

siehe auch: Aviäre Nephritis (Geflügel)

4.2 Mamastroviren

Mamastroviren infizieren den Menschen sowie andere Säugetiere und lösen Gastroenteritiden aus. Je nach Wirtsspezifität unterscheidet man u.a. zwischen:

siehe Hauptartikel: humanes Astrovirus

4.3 Diagnostik

Die Diagnose einer Astrovirus-Infektion wird i.d.R. klinisch gestellt. Grundsätzlich ist jedoch ein Erregernachweis mittels ELISA oder Polymerase-Kettenreaktion möglich.

4.4 Therapie

Derzeit (2019) ist keine kausale Therapie möglich.

5 Literatur

  • Susanne Modrow, Dietrich Falke, Uwe Truyen, Hermann Schätzl (2010): Molekulare Virologie. 3. Auflage, Spektrum

6 Quellen

  1. ICTV Astroviridae, abgerufen am 29.10.2019

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Astroviridae&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Astroviridae

Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2019 um 14:29 Uhr bearbeitet.

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