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Asthma bronchiale

Version vom 31. Oktober 2004, 21:27 Uhr von 80.141.126.64 (Diskussion)

Synonym: Asthma

1 Definition

Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch bronchiale Hyperreaktivität und Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist.

2 Ätiologie

Die Entstehung des Asthma bronchiale ist ein multikausaler Prozess, an dem neben exogenen Faktoren (Umweltfaktoren) auch genetische Anlagen beteiligt sind. Der Verlauf der Erkrankung kann zusätzlich durch Klimaveränderungen und psychische Faktoren beeinflusst werden. Wichtige exogene Auslöser sind:

Patienten mit allergischem Asthma oder anderen atopischen Erkrankungen weisen eine polygen vererbte Anlage zur überschießenden IgE-Bildung auf. Leiden beide Elternteile an einer Atopie, haben die Kinder in 40-50% der Fälle ebenfalls eine atopische Erkrankung.

3 Epidemiologie

Asthma bronchiale beginnt in der Regel schon im Kindesalter und ist die häufigste chronische Erkrankung dieses Lebensabschnitts. Es gibt es in Deutschland ca. 4 Millionen asthmakranke Menschen, von denen viele nur unzureichend behandelt werden. Die Zahl der asthmabedingten Todesfälle in Deutschland beträgt ca. 5000/Jahr.

4 Einteilung

4.1 Nach Ätiologie

  • Allergisches oder extrinsisches Asthma
  • Nichtallergisches oder intrinsisches Asthma
  • Mischformen

4.2 Nach Schweregrad

  • Grad 1: Intermittierend
  • Grad 2: Persistierend, leicht
  • Grad 3: Persistierend, mittelgradig
  • Grad 4: Persistierend, schwer

5 Pathophysiologie

Genetische Disposition und exogene Noxen sind die Auslöser für drei pathophysiologische Abläufe, die für das Asthma bronchiale charakteristisch sind:

5.1 1. Entzündung der Bronchien

Allergene oder Infekte lösen eine Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut aus. Beim allergischen Asthma kommt es unmittelbar nach Inhalation des Allergens zu einer IgE-vermittelten Reaktion vom Soforttyp (Typ-1-Reaktion). Die in der Schleimhaut befindlichen Mastzellen degranulieren und setzen dabei Enzündungsmediatoren wie Histamin, ECF-A, Bradykinin und Leuktriene frei ("immediate reaction"). Neben dieser Sofortreaktion gibt es auch ein IgG-vermittelte Spätreaktion ("late reaction") nach 6-12 Stunden oder eine Kombination beider Reaktionstypen ("dual reaction").

Das auslösende Allergen ist in der Regel nur im Frühstadium der Erkrankung identifizierbar. Im Laufe der Jahre kommt es häufig zu einer Ausweitung des Allergenspektrums, so dass die Allergenvermeidung für den Patienten immer schwieriger oder sogar unmöglich wird.

5.2 2. Bronchiale Hyperreaktivität

Bei nahezu allen Asthmatikern lässt sich eine unspezifische bronchiale Hyperreaktivität nachweisen. Die Hyperreaktivität äußert sich durch eine zu starke Verengung der Bronchialwege bei Inhalation von Reizsubstanzen, die sich mit Hilfe des Metacholintests objektivieren lässt.

5.3 3. Endobronchiale Obstruktion

Die endobronchiale Obstruktion ist sozusagen das erste klinisch wahrnehmbare "Endprodukt" der pathophysiologischen Abläufe des Asthma bronchiale. Sie entsteht durch Verlegung des Lumens der Bronchialwege infolge von Schleimhautödemen, vermehrter Schleimsekretion (Dyskrinie) und Bronchospasmen.

6 Symptome

Die Symptome des Asthma bronchiale können sporadisch, saisonal oder ganzjährig auftreten. Die Leitsymptome sind:

Beim Asthmanfall sitzt der Patient typischerweise schwer atmend (dyspnoisch) auf einem Stuhl oder auf dem Bett und stützt dabei die Arme auf, um auch die Atemhilfsmuskulatur in Anspruch zu nehmen. Dabei ist die Ausatmungsphase (Exspiration) deutlich verlängert. Bei Erschöpfung des Patienten kann es zusätzlich zum so genannten respiratorischen Alternans kommen.

Die Symptomatik läßt sich gemäß den Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga in folgende Schweregrade eingeteilen:

<tr> <td>1, intermittierend</td> <td>Tag: <=2x pro Woche
Nacht: <=2x pro Monat</td> <td>>=80%</td> </tr> <tr> <td>2, persistierend, leicht</td> <td>Tag: <1x tägl.
Nacht: >2x pro Monat</td> <td>>=80%</td> </tr> <tr> <td>3, persistierend, mittelgradig</td> <td>Tag: täglich
Nacht: 1x pro Woche</td> <td>>60% - <80%</td> </tr> <tr> <td>4, persistierend, schwer</td> <td>Tag: ständig
Nacht: häufig</td> <td><=60%</td> </tr> </table> FEV: Forciertes exspiratorisches Volumen
PEF: Peak expiratory flow

7 Diagnostik

Die Diagnose "Asthma bronchiale" kann man häufig schon aus der typischen Symptomatik ableiten. Die diagnostischen Maßnahmen umfassen unter anderem:

Die laufende Überprüfung der Lungenfunktion kann auch durch den Patienten selbst mit Hilfe eines Peak-Flow-Meter erfolgen.

8 Differentialdiagnose

9 Therapie

Neben der Allergenkarenz, die aber nur selten praktisch durchführbar ist, umfasst die Behandlung des Asthma bronchiale vor allem medikamentöse Maßnahmen. Während früher die Bronchodilatation der wichtigste Fokus war, ist heute das primäre Ziel, die Entzündungsreaktion so zu minimieren, dass die pathophysiologischen Umbauvorgänge in der Lunge verzögert werden. Als Medikamente kommen zum Einsatz:

In den leichteren Krankheitsstadien werden die Medikamente meist in Form von Dosieraerosolen appliziert. In späteren Stadien der Erkrankung ist oft die orale Gabe oder - vor allem im Asthmaanfall - die i.v.-Applikation notwendig.

siehe auch: Asthma-Stufentherapie

10 Weblinks

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