Arthrose

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von griechisch: arthron - Gelenk
Synonyme: Gelenkverschleiß, Arthrosis deformans, primäre Arthrose, sekundäre Arthrose, Polyarthrose, ideopathische Arthrose, degenerative Gelenkerkrankung, Osteoarthrose
Englisch: osteoarthrosis, osteoarthritis (verwirrender Weise!), degenerative joint disease

1 Definition

Bei der Arthrose handelt es sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, die im Gegensatz zur Arthritis primär nicht entzündlich ist. Sie entsteht vor allem durch langjährige Überbelastung und zeichnet sich durch eine progrediente Veränderung der Knorpel- und Knochenstruktur aus, die schließlich zur Gelenkdeformierung führen kann.

2 Epidemiologie

Da in Deutschland ca. 5 Millionen ältere Menschen an Arthrose leiden, handelt es sich volkswirtschaftlich um die bedeutendste chronische Erkrankung des Bewegungsapparats.

3 Pathophysiologie

Mit zunehmender Ausdünnung der Knorpelschicht entstehen Ulzerationen in der Knorpelsubstanz, die zu einer reaktiven Proliferation des Bindegewebes führen. Der hyaline Knorpel wird fortlaufend durch Granulationsgewebe und minderwertigeren Faserknorpel ersetzt. Durch den Abbau der Knorpelsubstanz kommt es zu einer Druckerhöhung im subchondralen Knochen, die zu Mikrofrakturen führen kann. Es bilden sich Pseudozysten aus nekrotischem Knorpel- und Knochengewebe, die man als Geröllzysten bezeichnet. Um den erhöhten Druck auf den subchondralen Knochen aufzufangen, bilden sich am Gelenkrand Osteophyten aus.

Die mangelnde Belastbarkeit der Ersatzgewebe unterhält einen chronischen Entzündungsprozess im Gelenk, der die periartikulären Strukturen einbezieht. Die Entzündung macht sich durch rezidivierende Gelenkergüsse bemerkbar, die eine Dehnung der Gelenkkapsel und damit eine Gelenkinstabilität nach sich ziehen.

4 Klinik

Es kann entweder nur ein einzelnes oder auch mehrere Gelenke betroffen sein. Besonders häufig betroffen sind:

Zunächst kommt es in der Regel zu einer Abnutzung des Gelenkknorpels, später des anliegenden Knochens mit Bildung von Geröllzysten, Osteophyten und anderen Veränderungen.

Klinisch äußert sich die Arthrose durch Schmerzen (Anlaufschmerz, Belastungsschmerz, Ruheschmerz) und eine eingeschränkte Gelenkfunktion (Bewegungseinschränkung). Dabei sind hauptsächlich die statisch belasteten Gelenke betroffen. Begleitend treten zum Teil Gelenkergüsse und Gelenkschwellungen auf. Als weitere Symptome kommen Ruhe- und Nachtschmerz, sowie wetterbedingte Beschwerden in Betracht.

Es lassen sich im Groben drei Stadien unterscheiden:

5 Symptome

5.1 Frühsymptome

5.2 Fortgeschrittenes Stadium

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu Instabilität und Bewegungseinschränkungen im betroffenen Gelenk, die durch statische Fehlbelastungen zu Problemen an benachbarten Gelenken führen können.

6 Einteilung

6.1 ...nach Befallsmuster

6.2 ...nach Ursache

  • primäre (idiopathische) Arthrose: Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels (Übergewicht, Überbelastung, etc.), angeborene Fehlstellungen oder Gelenkdysplasien
  • sekundäre Arthrose:
    • traumatisch bedingt: Gelenkfehlstellungen nach Trauma, etc.
    • metabolisch bedingt: Gewebe-/Knochenschäden bei Mangeldurchblutung, Diabetes mellitus, Alkoholismus, Entzündungen, etc.
    • medikamentös bedingt: z.B. durch Gyrasehemmer
    • endokrin bedingt: Hyperparathyreoidismus

7 Risikofaktoren

7.1 Allgemeine Risikofaktoren

Als weitere Risikofaktoren werden Bewegungsmangel und kohlenhydratreiche Ernährung vermutet.

7.2 Spezielle Risikofaktoren

8 Diagnostik

8.1 Klinische Untersuchung

Grundlage der Diagnostik ist die gründliche Erhebung der Anamnese. Hier werden u.a. die Art und die Intensität der Gelenkbeschwerden sowie die auslösenden Faktoren abgefragt. In der anschließenden klinischen Untersuchung beurteilt der Untersucher die Gelenkkontur, die umgebende Muskulatur, die Bandstabilität, eine evtl. Ergussbildung im Gelenk sowie das Ausmaß der Bewegungseinschränkung und das Auftreten von Schmerzen bei aktiver und passiver Bewegung. Ggf. wird die klinische Untersuchung durch spezielle Funktionstests ergänzt.

8.2 Bildgebung

In der Bildgebung werden Röntgenaufnahmen des betroffenen Gelenks in 2 Ebene angefertigt. Radiologische Zeichen eine Arthrose sind u.a.:

Ggf. sind weitere Aufnahmeverfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig. Insbesondere mit der MRT kann der Schweregrad einer Arthrose gut dokumentiert werden.

8.3 Arthroskopie

Zur Klärung spezieller Fragen - insbesondere im Hinblick auf eine spätere prothetische Versorgung - kann ergänzend eine Arthroskopie durchgeführt werden. Am häufigsten sind Arthroskopien des Kniegelenks. Bei der einer Arthroskopie kann man zeitgleich therapeutische Interventionen am betroffenen Gelenk vornehmen.

9 Therapie

9.1 Konservative Therapie

9.1.1 Allgemeinmaßnahmen

9.1.2 Medikamentöse Therapie

9.1.3 Physikalische Therapie

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche alternative Heilmethoden ohne nachgewisene Evidenz.

9.2 Operativ

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Arthrose&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Arthrose

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