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Arterielle Hypertonie: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''Primäre Hypertonie''': Hypertonie, die ohne erkennbare Ursachen entsteht. Sie wird auch als [[essentiell]]e Hypertonie bezeichnet. Sie stellt den überwiegenden Anteil der Hypertonie-Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 85%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall.
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'''Sekundäre Hypertonie''': Darunter versteht man eine Hypertonie, die als Folge einer anderen Grunderkrankung auftritt, bzw. von nachweisbaren Faktoren ausgelöst wird. Die sekundäre Hypertonie stellt den kleineren Anteil der Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 15%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall. Mögliche Ursachen sind:
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* Nierenerkrankungen ("[[Renal]]e Hypertonie")
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* [[Endokrin]]e Störungen ("Endokrine Hypertonie")
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** [[Hyperthyreose]]
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** [[Hyperaldosteronismus]] (Conn-Syndrom)
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** [[Hyperparathyreoidismus]]
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** [[Akromegalie]]
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** [[Cushing-Syndrom]]
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** [[Phäochromozytom]] u.v.a.
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* Gefäßerkrankungen
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** [[Aortenisthmusstenose]]
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** [[Vaskulitis]]
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** [[Kollagenosen]]
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**[[Nierenarterienstenose]]
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* Tumoren ([[Renin]]-produzierende Tumoren, Hirntumoren)
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Nicht zur chronischen arteriellen Hypertonie werden vorübergehende Blutdruckerhöhungen gezählt, die u.a. durch folgende Ursachen ausgelöst werden:
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* Medikamente ([[Kortikosteroid]]e, [[Cyclosporin]], [[Erythropoetin]], [[Adrenalin]])
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* Drogen ([[Alkohol]], [[Kokain]], [[Amphetamin]])
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* Vergiftungen ([[Kohlenmonoxid]])
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* [[Schwangerschaft]] (''siehe'': [[Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie]] (SIH))
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===Einteilung nach ESH===
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Die [[ESH]] nimmt eine Einteilung der Hypertonie nach der Höhe des Blutdruckwerts vor:
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* Grad I: Hypertonie ohne Endorganschäden
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* Grad II: Hypertonie mit Endorganschäden (z.B. [[Fundus hypertonicus]] (Grad I und II), [[Plaque]]bildung in größeren Gefäßen)
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* Grad III: Hypertonie mit manifesten [[kardiovaskulär]]en Folgeerkrankungen (z.B. [[Angina pectoris]], [[Herzinfarkt]], [[Hirninfarkt]], [[pAVK]])
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===Weitere Einteilungen===
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* Form der Blutdruckerhöhung
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** Isolierte systolische Hypertonie
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** Isolierte diastolische Hypertonie
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** Kombinierte systolisch-diastolische Hypertonie
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* Zeitlicher Verlauf der Hypertonie
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** Labile Hypertonie ([[Belastungshypertonie]])
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** Stabile Hypertonie (Dauerhypertonie)
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==Pathogenese==
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Die Pathogenese der primären Hypertonie ist so komplex, dass sie bislang nicht vollständig geklärt werden konnte. Ein Grund dafür ist, dass der Blutdruck von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu zählen unter anderem das zirkulierende [[Blutvolumen]], die [[Blutviskosität]], das [[Herzzeitvolumen]], die Gefäßelastizität, der Gefäßquerschnitt und die hormonelle ([[Renin]]) und neuronale Stimulation des Gefäßtonus.
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==Symptome==
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Eine Hypertonie verläuft meist [[asymptomatisch]] und verursacht bei mäßig erhöhten Blutdruckwerten oft nur uncharakteristische Beschwerden:
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* [[Kopfschmerz]]en (besonders morgens im Bett)
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* [[Schwindel]]
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* [[Epistaxis]]
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* Abgeschlagenheit
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Bei stark erhöhten Blutdruck können hinzutreten:
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* [[Belastungsdyspnoe]]
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* [[Angina pectoris]]
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* [[Palpitation]]en
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* [[Übelkeit]]
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* [[Sehstörungen]]
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Wird die Hypertonie nicht durch ein Kontrolle des Blutdrucks entdeckt, macht sie sich häufig erst durch ihre Spätschäden bemerkbar.
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==Diagnostik==
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Die Diagnose "Hypertonie" ergibt sich in erster Linie durch die wiederholte [[Blutdruckmessung]] an beiden Armen. Desweiteren umfasst das Basisprogramm der Hypertonie-Diagnostik:
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* [[Anamnese]] (Allgemeinsymptome, Medikamente, [[Nikotin]], [[Kaffee]], [[Alkohol]], Drogen)
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* [[Familienanamnese]] (Herzinfarkt, Schlaganfall)
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* [[Auskultation]] (Herz, [[Arteria carotis]] bds., [[Abdomen]])
 +
* [[Ophthalmoskopie]] (Augenhintergrund)
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* Labor
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** [[Harnstatus]]
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** [[Serumelektrolyt]]e
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** [[Kreatinin-Clearance]]
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** [[TSH]]
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** Screening auf [[kardiovaskuläre Risikofaktoren]] (z.B. [[Cholesterin]], [[Blutzucker]])
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* [[EKG]]
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* [[Echokardiografie]]
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 +
==Links==
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* [http://www.eshonline.org European Society of Hypertension ]
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* [http://www.hochdruckliga.info Deutsche Hochdruckliga]
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[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]][[Fachgebiet:Kardiologie]]

Version vom 17. Januar 2010, 23:50 Uhr

Synonym: Bluthochdruck
Englisch: hypertension

1 Definition

Nach WHO-Kriterien spricht man von einer arteriellen Hypertonei, wenn ein systolischer Blutdruck höher als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck größer als 90 mmHg vorliegt.

Ein systolischer Blutdruck höher als 120 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck höher als 80 mmHg gilt als grenzwertig

2 Epidemiologie

Die Prävalenz der arteriellen Hypertonie in westlichen Industrieländern ist relativ hoch. Die Angaben in den verschiedenen epidemiologischen Studien weichen jedoch teilweise deutlich voneinander ab. Eine Studie aus dem Jahr 2003, die in 6 Europäischen Ländern, Kanada und den USA durchgeführt wurde, gibt die Prävalenz der Hypertonie in Europa mit 44% der Bevölkerung über 35 Jahre an. Für die USA wird eine Prävalenz von 28% angegeben. Als grobe Näherung lässt sich sagen, dass

  • im Alter zwischen 45-54 Jahren 20-30%,
  • im Alter zwischen 55-64 Jahren 30-40% und
  • im Alter zwischen 65-74 Jahren 40-50%

der Bevölkerung in Europa unter Bluthochdruck leiden.

3 Einteilung

Die arterielle Hypertonie lässt sich nach sehr vielen verschiedenen Aspekten einteilen, die teils eher pathophysiologisch, teils eher klinisch geprägt sind.

3.1 Einteilung nach Ursache

Primäre Hypertonie: Hypertonie, die ohne erkennbare Ursachen entsteht. Sie wird auch als essentielle Hypertonie bezeichnet. Sie stellt den überwiegenden Anteil der Hypertonie-Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 85%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall.

Sekundäre Hypertonie: Darunter versteht man eine Hypertonie, die als Folge einer anderen Grunderkrankung auftritt, bzw. von nachweisbaren Faktoren ausgelöst wird. Die sekundäre Hypertonie stellt den kleineren Anteil der Fälle bei Erwachsenen dar (ca. 15%). Bei Kindern ist genau das Gegenteil der Fall. Mögliche Ursachen sind:

Nicht zur chronischen arteriellen Hypertonie werden vorübergehende Blutdruckerhöhungen gezählt, die u.a. durch folgende Ursachen ausgelöst werden:

3.2 Einteilung nach ESH

Die ESH nimmt eine Einteilung der Hypertonie nach der Höhe des Blutdruckwerts vor:

Grad Systolischer RR Diastolischer RR
Grad 1 (mild) 140-159 mm Hg 90-99 mm Hg
Grad 2 (moderat) 160-179 mm Hg 100-109 mm Hg
Grad 3 (schwer) >180 mm Hg > 110 mm Hg

3.3 Einteilung nach WHO

Die Hypertonie läßt sich je nach Organschädigung von Gefäßen, Augen, Herz, Nieren etc. in nach den Empfehlungen der WHO in 3 Grade einteilen:

3.4 Weitere Einteilungen

  • Form der Blutdruckerhöhung
    • Isolierte systolische Hypertonie
    • Isolierte diastolische Hypertonie
    • Kombinierte systolisch-diastolische Hypertonie
  • Zeitlicher Verlauf der Hypertonie

4 Pathogenese

Die Pathogenese der primären Hypertonie ist so komplex, dass sie bislang nicht vollständig geklärt werden konnte. Ein Grund dafür ist, dass der Blutdruck von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu zählen unter anderem das zirkulierende Blutvolumen, die Blutviskosität, das Herzzeitvolumen, die Gefäßelastizität, der Gefäßquerschnitt und die hormonelle (Renin) und neuronale Stimulation des Gefäßtonus.

5 Symptome

Eine Hypertonie verläuft meist asymptomatisch und verursacht bei mäßig erhöhten Blutdruckwerten oft nur uncharakteristische Beschwerden:

Bei stark erhöhten Blutdruck können hinzutreten:

Wird die Hypertonie nicht durch ein Kontrolle des Blutdrucks entdeckt, macht sie sich häufig erst durch ihre Spätschäden bemerkbar.

6 Diagnostik

Die Diagnose "Hypertonie" ergibt sich in erster Linie durch die wiederholte Blutdruckmessung an beiden Armen. Desweiteren umfasst das Basisprogramm der Hypertonie-Diagnostik:

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