Arteria pulmonalis

aus DocCheck Flexikon, dem Medizinlexikon zum Mitmachen

Synonyme: Pulmonalarterie, Lungenarterie, Lungenschlagader
Englisch: pulmonary artery

1 Definition

Die rechte und linke Arteria pulmonalis sind die beiden Gefäßäste des Truncus pulmonalis, welche sauerstoffarmes Blut in die rechte und linke Lunge transportieren.

2 Anatomie

Die Aufteilung der beiden Pulmonalarterien erfolgt an der Bifurcatio trunci pulmonalis. Sie liegt etwa in Höhe des 4. BWK, dicht unterhalb des Aortenbogens. Von dort ziehen die beiden Gefäße zum jeweiligen Lungenhilus.

2.1 Arteria pulmonalis dextra

Die rechte Lungenarterie (Arteria pulmonalis dextra) ist etwas länger als die linke. Sie überquert in der oberen Thoraxhälfte die Medianebene und zieht unter dem Aortenbogen weiter nach rechts, um am rechten Lungenhilus in den rechten Flügel der Lunge einzutreten. Sie teilt sich intrapulmonal in eine Lobararterie (Truncus anterior) zur Versorgung des rechten Oberlappens der Lunge und eine Arteria interlobaris, die sich weiter in zwei Lobararterien für den rechten Mittel- und Unterlappen aufzweigt.

2.2 Arteria pulmonalis sinistra

Die linke Lungenarterie (Arteria pulmonalis sinistra) ist der kürzere der beiden Äste des Truncus pulmonalis. Sie durchstößt das Perikard und tritt unmittelbar danach am linken Lungenhilus in den linken Lungenflügel ein. In der Lunge verzweigt sich das Gefäß dann in jeweils eine Lobararterie für den linken Ober- und Unterlappen.

3 Funktion

Die Lungenarterien führen den Alveolen sauerstoffarmes Blut zu, welches dann oxygeniert und über die Venae pulmonales zurück zum linken Herzen geführt wird. Als Vasa publica beteiligen sie sich mit Ausnahme der Lungenalveolen nicht an der proprietären Blutversorgung der Lunge. Diese erfolgt über Rami bronchiales aortae aus der Aorta thoracica.

4 Klinik

Die Pulmonalarterien sind bei einer Linksherzinsuffizienz, bestimmten Lungenerkrankungen (z.B. COPD) und anderen Pathologien durch einen Rückstau im Lungenkreislauf einer erhöhten Druckbelastung ausgesetzt. Sie wird als pulmonale Hypertonie (PH) bezeichnet. Im Thorax-CT zeigt sich das durch einen größeren Gefäßdurchmesser. Der Cut-Off-Wert liegt bei etwa 29 mm. Bei Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie kann der Pulmonalarteriendruck mithilfe eines Rechtsherzkatheters gemessen werden. Er liegt normalerweise zwischen 9 und 18 mmHg.

Eine tiefe Beinvenenthrombose führt durch losgelöste Thromben häufig zu einer Verlegung der Pulmonalarterien und damit zu einer Lungenembolie.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Arteria_pulmonalis&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Arteria_pulmonalis

Tags: ,

Fachgebiete: Brusteingeweide

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Dezember 2020 um 17:30 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

25 Wertungen (3.2 ø)

85.492 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: