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Antinukleäre Antikörper: Unterschied zwischen den Versionen

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Antinukleäre Antikörper sind [[Autoantikörper]], die das [[Immunsystem]] gegen Kernbestandteile der eigenen Körperzelle bildet. Die Bezeichnung dieser Gruppe der Autoantikörper als "antinukleär" ist nicht ganz korrekt, da ANA auch gegen [[Zytoplasma|zytoplasmatische]] Strukturen gerichtet sein können. Weshalb das [[Immunsystem]] Antikörper gegen eigenen Körperzellen bildet, ist unbekannt und Gegenstand intensiver Forschung. Ein Zusammenhang mit [[Virusinfektion]]en wird vermutet, ist aber nicht belegt.
 
Antinukleäre Antikörper sind [[Autoantikörper]], die das [[Immunsystem]] gegen Kernbestandteile der eigenen Körperzelle bildet. Die Bezeichnung dieser Gruppe der Autoantikörper als "antinukleär" ist nicht ganz korrekt, da ANA auch gegen [[Zytoplasma|zytoplasmatische]] Strukturen gerichtet sein können. Weshalb das [[Immunsystem]] Antikörper gegen eigenen Körperzellen bildet, ist unbekannt und Gegenstand intensiver Forschung. Ein Zusammenhang mit [[Virusinfektion]]en wird vermutet, ist aber nicht belegt.
  
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Zu den antinukleären Antikörpern gehören unter anderem:
 
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* [[Anti-Sp100-Antikörper]]
 
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* [[SSB(La)-Antikörper]] (SSB = "Sjögren syndrome B")
 
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===ANA-Screening===
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Bei Verdacht auf eine [[Autoimmunerkrankung]] wird zunächst ein [[Screeningtest]] auf antinukleäre Antikörper durchgeführt. Dabei kommt ein [[Immunfluoreszenztest]] zum Einsatz, der [[ANA-IFT]]. Beim ANA-IFT werden auf einem [[Objektträger]] fixierte humane [[Epithelzelle]]n ([[HEp-2-Zelle]]n) mit [[Blutserum|Patientenserum]] in verschiedenen Verdünnungsstufen  inkubiert. Die gebundenen [[IgG]]-Antikörper werden anschließend mit [[Fluorescein]] markiert und so im [[Fluoreszenz]]mikroskop sichtbar gemacht. Dabei ergeben sich verschiedene typische Fluoreszenzmuster, die auf die Art der vorliegenden Autoantikörper hinweisen. Die Muster sind aber  nicht spezifisch für einen bestimmten Antikörper.
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Die Verdünnungsstufe des Patientenserums, bei der noch Antigen-Antikörper-Komplexe entstehen, gibt den [[Titer|ANA-Titer]] an. Je höher der Titer, desto höher ist die Antikörperkonzentration im Serum. Die Referenzbereiche für den ANA-IFT sind:
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''siehe auch: [[Immunfluoreszenz]]
 
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===Bestimmung spezifischer ANA===
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Bei positivem ANA-Screening können spezifische antinukleäre Antikörper durch [[ELISA]] oder [[Immunblot]] bestimmt werden.
  
 
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** [[Medikamenten-induzierter Lupus erythematodes]]
 
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Doch auch bei einfachen [[Entzündung]]en und Erkrankungen wie z.B. der [[Borreliose]] und anderen Infektionen mit [[lymphotrop]]en Erregern (v.a. Epstein-Barr-Virus ([[EBV]]), humanes Herpes-Virus 6 ([[HHV-6]]) und Cytomegalie-Virus ([[CMV]])) können erhöhte ANA-[[Titer]] auftreten (ANA-IFT Normalwert < 1:80, im Blut gemessener Wert).
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Doch auch bei einfachen [[Entzündung]]en und Erkrankungen wie z.B. der [[Borreliose]] und anderen Infektionen mit [[lymphotrop]]en Erregern (v.a. Epstein-Barr-Virus ([[EBV]]), humanes Herpes-Virus 6 ([[HHV-6]]) und Cytomegalie-Virus ([[CMV]])) können erhöhte ANA-[[Titer]] auftreten. Darüber hinaus können antinukleäre Antikörper auch ohne eine der o.a. Erkrankungen beim älteren Menschen vorkommen. Dies trifft auf etwa 2% der Bevölkerung zu.
Darüber hinaus können antinukleäre Antikörper auch ohne eine der o.a. Erkrankungen beim älteren Menschen vorkommen. Dies trifft auf etwa 2% der Bevölkerung zu.
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== Quellen & Links ==
 
== Quellen & Links ==

Version vom 30. Mai 2019, 17:09 Uhr

Synonyme: Antinukleärer Faktor, ANF, ANA
Englisch: anti-nuclear antibodies

1 Definition

Antinukleäre Antikörper ist ein Gattungsbegriff für Antikörper, die hauptsächlich gegen Bestandteile des Zellkerns gerichtet sind.

2 Hintergrund

Antinukleäre Antikörper sind Autoantikörper, die das Immunsystem gegen Kernbestandteile der eigenen Körperzelle bildet. Die Bezeichnung dieser Gruppe der Autoantikörper als "antinukleär" ist nicht ganz korrekt, da ANA auch gegen zytoplasmatische Strukturen gerichtet sein können. Weshalb das Immunsystem Antikörper gegen eigenen Körperzellen bildet, ist unbekannt und Gegenstand intensiver Forschung. Ein Zusammenhang mit Virusinfektionen wird vermutet, ist aber nicht belegt.

3 Beispiele

Zu den antinukleären Antikörpern gehören unter anderem:

4 Labormedizin

4.1 ANA-Screening

Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung wird zunächst ein Screeningtest auf antinukleäre Antikörper durchgeführt. Dabei kommt ein Immunfluoreszenztest zum Einsatz, der ANA-IFT. Beim ANA-IFT werden auf einem Objektträger fixierte humane Epithelzellen (HEp-2-Zellen) mit Patientenserum in verschiedenen Verdünnungsstufen inkubiert. Die gebundenen IgG-Antikörper werden anschließend mit Fluorescein markiert und so im Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht. Dabei ergeben sich verschiedene typische Fluoreszenzmuster, die auf die Art der vorliegenden Autoantikörper hinweisen. Die Muster sind aber nicht spezifisch für einen bestimmten Antikörper.

Die Verdünnungsstufe des Patientenserums, bei der noch Antigen-Antikörper-Komplexe entstehen, gibt den ANA-Titer an. Je höher der Titer, desto höher ist die Antikörperkonzentration im Serum. Die Referenzbereiche für den ANA-IFT sind: {table ! Titer || Interpretation |- | < 80 || normal |- | > 80 bis < 320 || erhöht |- > 320 || erhöht |- |}

4.2 ANA-Muster und mögliche Zielantigene

Fluoreszenzmuster Zielantigen
homogen
  • DNS
  • Histone
gesprenkelt
  • nRNP
  • Sm (Smith)
  • SSA (Ro)
  • SSB (La)
  • Scl70
  • Jo-1
  • PCNA (Cyclin)
nukleolär
  • Scl70
  • Pm-Scl
  • Fibrallin
  • RNS-Polymerase
  • NOR-90
ringförmig Laminin
centromer Zentromerpolypeptide

siehe auch: Immunfluoreszenz

4.3 Bestimmung spezifischer ANA

Bei positivem ANA-Screening können spezifische antinukleäre Antikörper durch ELISA oder Immunblot bestimmt werden.

5 Vorkommen

Antinukleäre Antikörper treten bei bestimmten Autoimmunerkrankungen auf und sind hier sowohl für die Diagnosestellung, als auch für die Verlaufsbeurteilung wichtig. Zu diesen Krankheiten zählen:

Doch auch bei einfachen Entzündungen und Erkrankungen wie z.B. der Borreliose und anderen Infektionen mit lymphotropen Erregern (v.a. Epstein-Barr-Virus (EBV), humanes Herpes-Virus 6 (HHV-6) und Cytomegalie-Virus (CMV)) können erhöhte ANA-Titer auftreten. Darüber hinaus können antinukleäre Antikörper auch ohne eine der o.a. Erkrankungen beim älteren Menschen vorkommen. Dies trifft auf etwa 2% der Bevölkerung zu.

6 Quellen & Links

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