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Antigenpeptid-Transporter

Version vom 30. Mai 2018, 18:42 Uhr von Gregor Barth (Diskussion | Beiträge)

Deutsch: Antigenpeptid-Transporter

1 Definition

Die Abkürzung TAP steht für transporter associated with antigen processing. TAP ist ein Transportmolekül, welches im Rahmen der Antigenpräsentation über MHC-I-Rezeptoren für die Verlagerung von Antigenbruchstücken in das Endoplasmatische Retikulum zuständig ist.

2 Aufbau

TAP ist ein Proteinkomplex, bestehend aus den zwei Proteinen TAP1 und TAP2. Die TAPs sind in der Membran des ERs lokalisiert und besitzen eine, in das Lumen des ERs ragende, hydrophobe Transmembrandomäne sowie einen hydrophilen ATP-bindenden Teil, welcher in das Cytosol reicht. [1]

3 Funktion

TAP ist für die Internalisierung von Peptiden aus dem Cytosol in das Lumen des ER während der Antigenpräsentation über MHC-I-Moleküle zuständig und stellt damit einen entscheidenden Schritt zur Präsentation von Informationen über das Antigen einer infizierten Zelle für die Zellen der Immunabwehr dar. Die MHC-I-Moleküle helfen den Zellen des Immunsystems (CD8-T-Lymphozyten) zwischen infizierter und gesunder Zelle zu differenzieren. Körpereigene- bzw. Antigenpeptide werden dazu über TAP in das Lumen des ERs transportiert, wo sie in den MHC-I-Rezeptor eingebaut werden und in der Folge an der Zelloberfläche exprimiert werden. TAP1 ist über einen weiteren Komplex, bestehend aus Calreticulin und Tapasin, an das MHC-Molekül gebunden. Wenn MHC-I an ein Antigenpeptid oder an ein körpereigenes Peptidfragment bindet, wird die Wechselwirkung aufgehoben und der MHC-I-Peptid-Komplex wird folgend über Vesikel an die Plasmamembran transportiert. [1]

4 Aktuelles

Im Jahr 2015 gelang es Wissenschaftlern im Biozentrum Frankfurt eine Methode zu entwickeln, mit welcher die TAP-Aktivität in einzelnen Zellen nachweisbar ist. Die Aktivität wird über Markierung eines Proteinbruchstückes gemessen, welches nur bei intaktem TAP sichtbar ist. Bei Zellproben von infizierten Patienten kann dadurch erkannt werden, in welcher Art von Immunzellen Pathogene die TAPs inhibieren. Dadurch können zukünftig eventuell Ansatzpunkte für neue Therapien entwickelt werden. [2]

5 Quellen

  1. 1,0 1,1 Ansorge S. (2007) Immunsystem. In: Löffler G., Petrides P.E., Heinrich P.C. (eds) Biochemie und Pathobiochemie. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg
  2. [1] Fischbach, H. et al. Ultrasensitive quantification of TAP-dependent antigen compartmentalization in scarce primary immune cell subsets. Nat. Commun. 6:6199 doi: 10.1038/ncomms7199 (2015).

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Mai 2018 um 18:44 Uhr bearbeitet.

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