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Antibiotikaresistenz

Version vom 3. Juni 2007, 20:13 Uhr von 80.135.97.155 (Diskussion)

Synonym: Bakterielle Resistenz
Englisch: antibiotic resistance

1 Definition

Unter Antibiotikaresistenz versteht man die Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotikum. Bei resistenten Bakterien führt die Behandlung mit einem bestimmten oder mehreren Antibiotika nicht zum Absterben bzw. der Wachstumshemmung der Bakterien.

2 Arten der Antibiotikaresistenz

  • Primäre Resistenz: Als primär wird eine Resistenz bezeichnet, wenn ein Antibiotikum bei einer bestimmten Gattung oder Spezies eine Wirkungslücke besitzt. So wirken beispielsweise Cephalosporine nicht bei Enterokokken und Ampicillin nicht bei Pseudomonas aeruginosa
  • Sekundäre Resistenz: Diese Form der Resistenz zeichnet sich durch den Verlust der Wirksamkeit eines Antibiotikums bei einem primär nicht resistenten Bakterium aus. Sie kann spontan durch Mutation oder durch Übertragung entstehen.
    • Resistenz durch Mutation: Mutationen im Genom finden in einer Größenordnung von ca. 10-7 statt und sind rein zufällig. Sie können zur Resistenz gegen ein Antibiotikum führen.
    • Resistenz durch Übertragung: Bakterien können über die Vorgänge der Transformation, Transduktion und Konjugation untereinander genetische Information übertragen. So können auch Resistenzgene (mit-)übetragen werden.

3 Resistenzmechanismen

  • Beta-Laktamase: Von den Bakterien gebildetes Enzym Beta-Laktamase spaltet Beta-Laktam-Antibiotika noch vor Entfaltung ihrer Wirkung.
  • Veränderte Zielstruktur: Der Angriffspunkt des Antibiotikums (z.B. die Ribosomen) sind verändert.
  • Stoffwechsel-Bypass: Der Stoffwechselschritt, den ein Antibiotikum behindert oder aufhebt wird durch einen anderen ersetzt.
  • Membranpermeabilität: Die Zellmembran wird so verändert, dass die antibiotische Substanz sie nicht mehr durchdringen kann.
  • Penicillinbindungsproteine: Die Penicillinbindungsproteine" werden verändert (z.B. MRSA).

4 Resistenzbestimung

Die Resistenzbestimmung erfolgt in einem mikrobiologischen Labor. Es werden in der Regel automatisierte und in jedem Fall standardisierte Verfahren angewendet. Nach der Resistenzbestimmung werden die nachgewiesenen Keime als S - sensibel, I - Intermediär oder R - resistent bezeichnet. Die Resistenzbestimmung dient dem Mikrobiologen und dem behandelnden Arzt zur Auswahl einer gezielten antibiotischen Therapie.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Dezember 2019 um 10:38 Uhr bearbeitet.

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