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Anthracyclin

Version vom 16. Januar 2015, 18:41 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synoynme: Anthrazykline, Anthrazyklin-Antibiotika

1 Definition

Unter der Bezeichnung Anthracycline wird eine Gruppe antibiotisch wirkender Verbindungen zusammengefasst, die alle aus Bakterien der Gattung Streptomyces isoliert und in der Chemotherapie als Zytostatika angewendet werden. Sie zeichnen sich durch einen sehr vielseitigen Wirkungsmechanismus aus und greifen v. a. Zellen mit einer hohen Mitoserate (z. B. Krebszellen) an.

2 Chemie

Alle Vertreter der Anthracycline sind aromatische Kohlenwasserstoffmoleküle.

3 Wirkungsmechanismen

Anthracycline bekämpfen auf sehr unterschiedliche Art und Weise die Proliferation und Verbreitung von malignen Raumforderungen. Zu ihrem Wirkunsgsmechanismus gehört beispielsweise die Interkalation der Krebszellen-DNA. Infolgedessen ist keine Proteinbiosynthese mehr möglich und die Zelle stirbt ab. Eine weiterer zytostatische Wirkung beruht auf der festen Bindung an das Enzym Topoisomerase II. Diese Biokatalysatoren lockern DNA-Doppelstränge und Helix-Windungen auf und ermöglichen somit erst eine reibungslose Zellteilung. Auch sind Anthracykline in der Lage, freie Radikale zu bilden und Doppelstangbrüche in der Tumor-DNA-zu erzeugen. Schlussendlich erhöhen o. g. Wirkstoffe die Permeabilität der Zellmembran und töten die Zellen auf diesem Wege ab.

4 Vertreter

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