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Antagonist

Version vom 1. August 2021, 23:04 Uhr von HP Dipl. Math. Stefan Rolf Paff (Diskussion | Beiträge)

von griechisch: anti - gegen; agone - Bewegung
Synonym: Gegenspieler
Englisch: antagonist

1 Definition

Als Antagonisten bezeichnet man eine Substanz oder Struktur, die die Wirkung einer Referenzsubstanz oder -struktur (Agonist) aufhebt oder eine entgegengesetzte Wirkung entfaltet.

siehe auch: Inhibitor, Antagonismus

2 Pharmakologie

In der Pharmakologie bezeichnet der Begriff eine Substanz, die die Wirkung einer chemischen Verbindung, beispielsweise eines Neurotransmitters, dadurch verhindert, dass sie an seinen Rezeptor bindet und diesen blockiert.

Die Antagonisierung ist das Wirkprinzip vieler Medikamenten, die eingesetzt werden, um körpereigene Transmittersubstanzen zu hemmen (z.B. Atropin).

3 Einteilung

  • Kompetitiver Antagonist: konkurriert um den gleichen Rezeptor
  • Nicht-kompetitiver Antagonist: verändert den Rezeptor, so dass ein Agonist keine oder geringere Wirkung am Rezeptor auslösen kann.
  • Funktioneller Antagonist: hat die entgegengesetzte Wirkung des Agonisten, wirkt allerdings über andere Rezeptoren

4 Anatomie

In der Anatomie bezeichnet der Begriff Muskeln oder Muskelgruppen, die eine gegenläufige Bewegung wie der Agonist verursachen, z.B. Flexion gegenüber Extension. Viele Antagonismen sind nur partiell, nicht vollständig. Beispielsweise sind die monoartikulären Köpfe des Musculus triceps brachii nur partielle Antagonisten zum biartikulären Musculus biceps brachii, da letzterer mit beiden Köpfen auch eine Anteversion im Schultergelenk und mit Caput longum eine Abduktion sowie mit Caput breve eine Adduktion im Schultergelenk vollzieht, während die Funktion der monoartikulären Köpfe des Musculus triceps brachii auf das Ellbogengelenk beschränkt sind. Auch sein biartikulärer mittlerer Kopf ist nur partieller Antagonist, da er nur adduzieren, nicht aber abduzieren kann.

Auch im Bereich monoartikulärer Muskeln finden sich Antagonismen, die nur partiell sind, so sind etwa die drei Vastii des Musculus quadriceps femoris nur Kniestrecker, während das Caput breve des Musculus biceps femoris auch noch den Unterschenkel im Kniegelenk exorotiert.

Eine weitere Bedeutung haben Antagonisten, indem sie mit den Agonisten zusammen die von ihnen überzogenen Gelenke stabilisieren.

Weiter sind Antagonisten bei der passiven Insuffizienz diejenigen, die die konzentrische Kontraktion eines Muskels vor seiner aktiven Insuffizienz begrenzen.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. August 2021 um 15:01 Uhr bearbeitet.

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