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Anosmie: Unterschied zwischen den Versionen

 
 
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* [[Virus]]infekten
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Die Anosmie kann nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden:
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===...nach Umfang===
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* totale Anosmie: Fehlen aller Geruchseindrücke
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* selektive Anosmie: Fehlen bestimmter Geruchseindrücke
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===...nach Lokalisation der Ursache===
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* zentrale Anosmie: Schädigung zentraler Nervenstrukturen (z.B. des [[Bulbus olfactorius]])
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* periphere Anosmie: Schädigung des [[Riechepithel]]s
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* Sonderform: gustatorische Anosmie (durch Verlegung der Riechspalte)
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==Ursachen==
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Die Ursachen der Anosmie sind vielfältig.
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* Trauma ([[Schädel-Hirn-Trauma]])
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* Infektion ([[Virus]]infekte, chronische [[Rhinosinusitis]])
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* Vergiftung ([[Rauchgasvergiftung|Rauchgas]])
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* Chemikalien ([[Berufskrankheit]])
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* Mechanische Verlegung ([[Polyposis nasi]] mit [[Obstruktion]] der [[Riechspalte]])
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* Medikamente (z.B. [[Interferon]], [[Antibiotikum|Antibiotika]])
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* Degenerative Erkrankungen ([[Morbus Parkinson|Parkinson]], [[Morbus Alzheimer|Alzheimer]])
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* [[Tumor]]en (z.B. [[Ästhesioneuroblastom]])
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* [[Laryngektomie]]
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* [[Depression]]
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* [[Zinkmangel]]
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* Angeboren (z.B. [[Olfaktogenitales Syndrom]])
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* [[Apoplex]]
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* [[idiopathisch]]
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Beim Parkinson-Syndrom geht der Riechverlust der klinischen Diagnose oft um mehrere Jahre voraus. Der [[Bulbus olfactorius]] zählt neben dem [[Nucleus dorsalis nervi vagi]] zu den ersten betroffenen neurologischen Strukturen.
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''siehe Hauptartikel'': [[Geruchsstörung]]
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==Diagnostik==
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* Riechtest ("[[Sniffin' Sticks]]", [[Riechtest]] nach Güttich)
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* Elektrische [[Reaktionsolfaktometrie]] (ERO)
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* [[MRT]] (Atrophie des Bulbus olfactorius)
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==Konsequenzen==
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Auch wenn der Verlust der Geruchswahrnehmung keine lebensbedrohende Fehlfunktion darstellt, handelt es sich nicht um eine Bagatellerkrankung. Zu den Folgen zählen:
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* Partieller [[Geschmacksverlust]] (ggf. mit Gewichtsabnahme)
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* Verlust der Wahrnehmung von Warnreizen (Fäulnisgeruch, Brandgeruch)
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* Einschränkung der [[Lebensqualität]], ggf. mit [[Depression]]
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* [[Berufsunfähigkeit]] (Parfümeur, Koch, Elektriker, Gasinstallateur)
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==Therapie==
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Die Therapie der Anosmie ist abhängig von der Ursache. Auslösende Noxen oder Medikamente sollten vermieden werden. Bei bestimmten Formen ist durch die [[topisch]]e Anwendung von [[Natriumcitrat]] eine vorübergehende Besserung möglich.<ref>[http://news.doccheck.com/de/newsletter/3975/25785 Anosmie: Riechvermögen auf Pump  DocCheck News 17.19]</ref> Im seltenen Fall eines Zinkmangels kann die Einnahme von [[Zink]] hilfreich sein. Auch die systemische Therapie mit [[Glukokortikoid]]en bei Rhinosinusitis kann unter Umständen eine kurzfristige funktionelle Besserung erzielen.
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Wenn die [[Stammzelle]]n des Riechepithels oder die Riechbahn nachhaltig geschädigt sind, wird ein normales Riechvermögen nicht wiederhergestellt.
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==Quellen==
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<references/>
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[[Fachgebiet:Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde]]
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[[Fachgebiet:Neurologie]]
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[[Tag:Duft]]
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[[Tag:Geruch]]

Aktuelle Version vom 6. Januar 2021, 17:13 Uhr

von griechisch: anosmos - geruchlos
Synonym: Geruchsverlust
Englisch: anosmia

1 Definition

Unter Anosmie versteht man die hochgradige Minderung oder das völlige Fehlen der Geruchswahrnehmung.

2 Einteilung

Die Anosmie kann nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden:

2.1 ...nach Umfang

  • totale Anosmie: Fehlen aller Geruchseindrücke
  • selektive Anosmie: Fehlen bestimmter Geruchseindrücke

2.2 ...nach Lokalisation der Ursache

  • zentrale Anosmie: Schädigung zentraler Nervenstrukturen (z.B. des Bulbus olfactorius)
  • periphere Anosmie: Schädigung des Riechepithels
  • Sonderform: gustatorische Anosmie (durch Verlegung der Riechspalte)

3 Ursachen

Die Ursachen der Anosmie sind vielfältig.

Beim Parkinson-Syndrom geht der Riechverlust der klinischen Diagnose oft um mehrere Jahre voraus. Der Bulbus olfactorius zählt neben dem Nucleus dorsalis nervi vagi zu den ersten betroffenen neurologischen Strukturen.

siehe Hauptartikel: Geruchsstörung

4 Diagnostik

5 Konsequenzen

Auch wenn der Verlust der Geruchswahrnehmung keine lebensbedrohende Fehlfunktion darstellt, handelt es sich nicht um eine Bagatellerkrankung. Zu den Folgen zählen:

6 Therapie

Die Therapie der Anosmie ist abhängig von der Ursache. Auslösende Noxen oder Medikamente sollten vermieden werden. Bei bestimmten Formen ist durch die topische Anwendung von Natriumcitrat eine vorübergehende Besserung möglich.[1] Im seltenen Fall eines Zinkmangels kann die Einnahme von Zink hilfreich sein. Auch die systemische Therapie mit Glukokortikoiden bei Rhinosinusitis kann unter Umständen eine kurzfristige funktionelle Besserung erzielen.

Wenn die Stammzellen des Riechepithels oder die Riechbahn nachhaltig geschädigt sind, wird ein normales Riechvermögen nicht wiederhergestellt.

7 Quellen

  1. Anosmie: Riechvermögen auf Pump DocCheck News 17.19

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Januar 2021 um 17:13 Uhr bearbeitet.

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