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Anorexie: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter '''Anorexie''' versteht man wörtlich übersetzt: Appetitlosigkeit. Innerhalb der Psychiatrie beschreibt die Anorexie eine [[Verhaltensstörung]] bzw. [[Essstörung]], bei der es zum beabsichtigten Gewichtsverlust durch verminderte Nahrungsaufnahme, induziertes [[Erbrechen]], Laxantien-Abusus und Hyperaktivität kommt.  Abzugrenzen ist die Anorexie von der [[Bulimie]], welche als Ess-Brechsucht mit anfallsartigen Ess-Brech-Anfällen durch die Angst vor dem Dickwerden gekennzeichnet ist.
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Unter '''Anorexie''' versteht man wörtlich übersetzt: Appetitlosigkeit. Innerhalb der [[Psychiatrie]] beschreibt die Anorexie eine [[Verhaltensstörung]] bzw. [[Essstörung]], bei der es zum beabsichtigten Gewichtsverlust durch verminderte Nahrungsaufnahme, induziertes [[Erbrechen]], [[Laxans|Laxantien]]-Abusus und [[Hyperaktivität]] kommt.   
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Abzugrenzen von der Anorexie ist die [[Bulimie]], welche als Ess-Brechsucht mit anfallsartigen Ess-Brech-Anfällen durch die Angst vor dem Dickwerden gekennzeichnet ist.
  
 
== Epidemiologie ==
 
== Epidemiologie ==
In der Regel erkranken Frauen am Bild der Anorexie (w:m = 10:1).  
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In der Regel erkranken vorwiegend Frauen am Bild der Anorexie (w:m = 10:1). Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr
Der Erkrankungsgipfel liegt um das 15- bis 25. Lebensjahr
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== Psychodynamik ==
 
== Psychodynamik ==
Mehrere psychogene Ursachen können das Bild der Anorexie auslösen, wobei die Gründe hauptsächlich in der Vergangenheit bzw. Kindheit zu suchen sind. Häufig standen oder stehen die Betroffenen unter einem erhöhten Leistungsdruck, der bereits von den Eltern vermittelt wurde. Vorrangig die Mutter-Tochter-Beziehung scheint hier eine große Rolle zu spielen. Meist handelt es sich um eine dominante Mutter, aber auch eine gestörte Vater-Tochter Beziehung, im Rahmen eines ödipalen Konfliktes, kann hier ursächlich sein.
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Mehrere psychogene Ursachen können das Bild der Anorexie auslösen, wobei die Gründe hauptsächlich in der Vergangenheit bzw. Kindheit zu suchen sind. Häufig standen oder stehen die Betroffenen unter einem erhöhten Leistungsdruck, der bereits von den Eltern vermittelt wurde. Vorrangig die Mutter-Tochter-Beziehung scheint hier eine große Rolle zu spielen. Meist handelt es sich um eine dominante Mutter, aber auch eine gestörte Vater-Tochter Beziehung, im Rahmen eines [[ödipaler Konflikt|ödipalen Konfliktes]], kann hier ursächlich sein.
  
 
Folgende Ursachen lassen sich beim Krankheitsbild der Anorexie differenzieren:
 
Folgende Ursachen lassen sich beim Krankheitsbild der Anorexie differenzieren:
 
 
* Gestörte Mutterbeziehung
 
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* Gestörte Vaterbeziehung
 
* Gestörte Vaterbeziehung
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* Gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper: Betroffene finden sich zu dick, häufig sind Leistungssportlerinnen und Models betroffen
 
* Gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper: Betroffene finden sich zu dick, häufig sind Leistungssportlerinnen und Models betroffen
 
* gestörte [[Sexualität]]: Betroffene haben Angst vor der Sexualität, leben asexuell
 
* gestörte [[Sexualität]]: Betroffene haben Angst vor der Sexualität, leben asexuell
 
  
 
== Klinik ==
 
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Folgende Verhaltensweisen kennzeichnen das Bild der Anorexie:
 
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* Ersetzen der Nahrungsmittel durch mengenmäßig geringere Anteile
 
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* Die Nahrungsaufnahme wird in einem teilweise stundenlangem Ritual zelebriert
 
* Die Nahrungsaufnahme wird in einem teilweise stundenlangem Ritual zelebriert
 
* Erbrechen wird nach der Nahrungsaufnahme induziert
 
* Erbrechen wird nach der Nahrungsaufnahme induziert
* Abusus von [[Laxantien]]
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* Abusus von [[Laxans|Laxantien]]
* Einnahme von Appetitzüglern, z.B. [[Fettresorptionshemmer]]
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* Einnahme von [[Appetitzügler]]n oder [[Fettresorptionshemmer]]n
 
* Hyperaktivität
 
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* exzessive sportliche Aktivität, wie unter anderem Jogging und Fitness
 
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Neben den genannten auffälligen Verhaltensweisen eines Anorektikers, weisen bestimmte körperliche Symptome auf die Erkrankung hin. In den meisten Fällen handelt es sich um Mangelerscheinungen und körperliche Reaktionen auf den Nahrungsentzug, sowie beispielsweise:
 
Neben den genannten auffälligen Verhaltensweisen eines Anorektikers, weisen bestimmte körperliche Symptome auf die Erkrankung hin. In den meisten Fällen handelt es sich um Mangelerscheinungen und körperliche Reaktionen auf den Nahrungsentzug, sowie beispielsweise:
 
 
* [[Amenorrhoe]]
 
* [[Amenorrhoe]]
 
* Verlust der [[Libido]]
 
* Verlust der [[Libido]]
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== Diagnostik ==
Neben einer ausführlichen Anamnese und dem klinischen Bild der Erkrankten, dient besonders der [[BMI]] (body mass index) für eine Krankheitseinteilung:
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Neben einer ausführlichen Anamnese und dem klinischen Bild der Erkrankten, dient besonders der [[BMI]] (body mass index) für eine Krankheitseinteilung. Ein BMI zwischen 19 und 25 gilt als normal, ein BMI kleiner 19 weist auf ein Untergewicht hin.
  
BMI 19-25 = normal
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== Therapie ==
 
== Therapie ==
 
 
In den meisten Fällen ist eine stationäre Behandlung angezeigt. Hierbei stehen vor allem folgende Maßnahmen im Vordergrund:
 
In den meisten Fällen ist eine stationäre Behandlung angezeigt. Hierbei stehen vor allem folgende Maßnahmen im Vordergrund:
 
 
*Gewichtszunahme
 
*Gewichtszunahme
 
*Verhaltenstherapie
 
*Verhaltenstherapie

Version vom 7. Juni 2007, 20:44 Uhr

Synonyme: Anorexia nervosa, psychogene Magersucht
Englisch: anorexia

1 Definition

Unter Anorexie versteht man wörtlich übersetzt: Appetitlosigkeit. Innerhalb der Psychiatrie beschreibt die Anorexie eine Verhaltensstörung bzw. Essstörung, bei der es zum beabsichtigten Gewichtsverlust durch verminderte Nahrungsaufnahme, induziertes Erbrechen, Laxantien-Abusus und Hyperaktivität kommt.

Abzugrenzen von der Anorexie ist die Bulimie, welche als Ess-Brechsucht mit anfallsartigen Ess-Brech-Anfällen durch die Angst vor dem Dickwerden gekennzeichnet ist.

2 Epidemiologie

In der Regel erkranken vorwiegend Frauen am Bild der Anorexie (w:m = 10:1). Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr

3 Psychodynamik

Mehrere psychogene Ursachen können das Bild der Anorexie auslösen, wobei die Gründe hauptsächlich in der Vergangenheit bzw. Kindheit zu suchen sind. Häufig standen oder stehen die Betroffenen unter einem erhöhten Leistungsdruck, der bereits von den Eltern vermittelt wurde. Vorrangig die Mutter-Tochter-Beziehung scheint hier eine große Rolle zu spielen. Meist handelt es sich um eine dominante Mutter, aber auch eine gestörte Vater-Tochter Beziehung, im Rahmen eines ödipalen Konfliktes, kann hier ursächlich sein.

Folgende Ursachen lassen sich beim Krankheitsbild der Anorexie differenzieren:

  • Gestörte Mutterbeziehung
  • Gestörte Vaterbeziehung
  • Identifikationsprobleme: Betroffene nehmen ihre Rolle als Frau nicht an
  • Gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper: Betroffene finden sich zu dick, häufig sind Leistungssportlerinnen und Models betroffen
  • gestörte Sexualität: Betroffene haben Angst vor der Sexualität, leben asexuell

4 Klinik

Folgende Verhaltensweisen kennzeichnen das Bild der Anorexie:

  • Weglassen ganzer Mahlzeiten
  • Ersetzen der Nahrungsmittel durch mengenmäßig geringere Anteile
  • Unterdrückung eines Hungergefühls durch Trinken großer Mengen Flüssigkeit
  • Die Nahrungsaufnahme wird in einem teilweise stundenlangem Ritual zelebriert
  • Erbrechen wird nach der Nahrungsaufnahme induziert
  • Abusus von Laxantien
  • Einnahme von Appetitzüglern oder Fettresorptionshemmern
  • Hyperaktivität
  • exzessive sportliche Aktivität, wie unter anderem Jogging und Fitness
  • striktes Einhalten eines bestimmten Tagesablaufes

Neben den genannten auffälligen Verhaltensweisen eines Anorektikers, weisen bestimmte körperliche Symptome auf die Erkrankung hin. In den meisten Fällen handelt es sich um Mangelerscheinungen und körperliche Reaktionen auf den Nahrungsentzug, sowie beispielsweise:

Betroffene zeigen keinerlei Krankheitseinsicht. Sie halten sich auch bei bereits bestehendem Untergewicht und dessen Folgen noch für zu dick. In den besonders dramatischen Fällen hungern sich die Erkrankten bis zum Tode.

5 Diagnostik

Neben einer ausführlichen Anamnese und dem klinischen Bild der Erkrankten, dient besonders der BMI (body mass index) für eine Krankheitseinteilung. Ein BMI zwischen 19 und 25 gilt als normal, ein BMI kleiner 19 weist auf ein Untergewicht hin.

6 Therapie

In den meisten Fällen ist eine stationäre Behandlung angezeigt. Hierbei stehen vor allem folgende Maßnahmen im Vordergrund:

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Oktober 2016 um 14:47 Uhr bearbeitet.

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