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Ancylostomatidose

Version vom 2. April 2008, 18:16 Uhr von Astrid Högemann (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Hakenwurmkrankheit

1 Definition

Unter einer Ancylostomatidose versteht man eine Infestation mit Ancylostoma duodenale und/oder Necator americanus.

2 Epidemiologie

Ancylostoma duodenale und Necator americanus finden sich in subtropischen und tropischen Regionen. Asien, Afrika, Südeuropa, der Süden der USA und Zentral- und Südamerika werden als Endemiegebiete angesehen, wobei davon ausgegangen wird, dass etwa fünfhundert bis neunhundert Millionen Menschen von einer Infestation betroffen sind.

Infestationen treten dabei häufig bei der Arbeit auf Reisfeldern sowie beim Barfußgehen auf kontaminierten Böden auf.

3 Entwicklungszyklus

Es werden täglich ca. 20.000 Eier von den weiblichen Hakenwürmern über den Fäzes des Wirts an die Umwelt abgegeben. Unter bestimmten Umweltbedingungen entwickeln sich innerhalb von ein bis zwei Tagen Larven, welche zunächst das Ei verlassen und durch ihre Häutung zu infektionsfähigen Larven werden, welche in einem feuchtwarmen Milieu einen Monat überleben können.

Die Larven können die Haut des Menschen durchdringen, wobei die untere Extremität die häufigste Eintrittspforte darstellt. Eine orale Aufnahme der Larven über kontaminierte Lebensmittel ist ebenfalls möglich. Nachdem sie in den menschlichen Organismus eingedrungen sind, gelangen sie über Blut und Lymphe in die Lunge. In der Lunge verlassen sie das Gefäßsystem und wandern über die Alveolen zu Trachea und Pharynx, wo sie verschluckt werden. Im Dünndarm erfolgt die Reifung zum adulten Wurm.

Die Wanderung im menschlichen Organismus sowie die Reifung zum adulten Wurm nehmen etwa fünf Wochen in Anspruch.

4 Klinik

An der Eintrittsstelle der Larven in der Haut treten Effloreszenzen, Rötung und Juckreiz auf. Bei einer Infestation mit Necator americanus sind diese besonders ausgeprägt, da es mehrere Tage dauert, bis der Wurm die Lymphgefäße und Blutgefäße erreicht hat.

Im Bereich des Pharynx können die Larven, wenn sie nicht verschluckt werden, die Schleimhäute des Rachen besiedeln. Eine solche Besiedlung führt zu Husten, Dyspnoe, Heiserkeit sowie zu verstärktem Speichelfluss.

Im Bereich des Jejunums und des Ileums dringen die adulten Würmer in die Darmwand ein. Täglich saugen sie bis zu 0,2ml Blut ab, wobei ein ausgeprägter Befall im Laufe der Zeit zu einer Eisenmangelanämie mit Leistungsminderung führen kann. Der Befall des Darms führt allgemein zu Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

5 Nachweis

Im Röntgenbild des Thorax zeigen sich wolkenartige Infiltrate. Die Diagnose wird in der Regel durch den Nachweis der Wurmeier im Stuhl gestellt.

6 Therapie

Die Therapie erfolgt mit Pyrantel, Mebendazol oder Tiabendazol. Die Eisenmangelanämie sollte ebenfalls behandelt werden.

7 Prophylaxe

Das Tragen von festem Schuhwerk sowie eine sorgfältige Individualhygiene wirken prophylaktisch.

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