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Aminoglykosid-Antibiotikum

Version vom 21. März 2004, 17:55 Uhr von 80.141.106.43 (Diskussion)

1 Definition

Aminoglykoside sind aus dem Molekül Steptamin und daran glykosidisch gebundenen Zuckern aufgebaute Antibiotika.

2 Wirkungsmechanismus

Aminoglykoside binden an die 30s-Unterheit bakterieller Ribosomen und induzieren dort Fehlablesungen, so dass es zur Bildung von Proteinen mit fehlerhafter Aminosäure-Sequenz kommt. Diese Nonsens-Proteine können vom Bakterium nicht verwendet werden, so dass es schließlich abstirbt. Damit wirken Aminoglykosid-Antibiotika bakterizid.

3 Vertreter

Wichtige Vertreter der Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika sind im Folgenden aufgelistet:

4 Indikationen

Die meisten Aminoglykoside besitzen ein breites Wirkungsspektrum und können gegen viele Infektionen verwendet werden. Allerdings decken sie typischerweise nicht die Streptokokken ab (sogenannte "Streptokokkenlücke" der Aminoglykoside); auch einige Anaerobier sind gegen diese Antibiotika resistent. Einige Aminoglykoside können gegen Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa eingesetzt werden.

5 Nebenwirkung

Aminoglykoside komplexieren das Phosphatidylinositolbisphosphat PIP2, das als sich als Vorläufermolekül des 1,4,5-Inositoltrisphosphates IP3 in der Zellmembran von Haarzellen und Tubulusepithelien der Niere befindet, und unterbinden so die Signaltransduktion in diesen Zellen. Damit verursachen Aminoglykoside irreparable Schäden an der Niere (Nephrotoxizität) und am Gehörorgan (Ototoxizität).

Fachgebiete: Pharmakologie

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