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Amöbiasis

Version vom 31. Juli 2013, 13:30 Uhr von Lorenzo Botteselle (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Amöbenruhr, Amöbenabszess

1 Definition

Die Amöbiasis ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Entamoeba histolytica hervorgerufen wird und die sich v.a. im Kolon und in der Leber manifestiert.

2 Epidemiologie

Die Amöbiasis ist in den tropischen und subtropischen Klimazonen endemisch. Außerhalb der Endemiegebiete sind Fälle von Amöbiasis importierte Erkrankungen.

3 Erreger

Erreger der Amöbiasis ist Entamoeba histolytica. Die für den Menschen infektiöse Form ist die Zystenform von Entamoeba histolytica. Nach oraler Aufnahme wandelt sich der Erreger in die sogenannten Minuta- und Magnaformen. Infizierte scheiden ihrerseits Zysten aus, die zu weiteren Infektionen führen können.

Der Infektionsweg ist entsprechend fäkal-oral. Ausgeschiedene Zysten von Entamoeba histolytica sind äußeren Umständen gegenüber widerstandsfähig. Sie bleiben für mehrere Wochen infektiös.

4 Klinik

Bei der Amöbiasis werden die intestinale und die extraintestinale Form unterschieden. Die Amöbiasis kann asymptomatisch verlaufen.

4.1 Intestinale Form

Bei der intestinalen Form der Amöbiasis, die auch als Amöbenruhr bezeichnet wird, kommt es zu einer ausgeprägten ulzerierenden Kolitis. In seltenen Fällen kommt es zu einer granulomatösen Umbildung, die dann als Amöbom eine Raumforderung in der Darmwand verursacht. Symptome der Amöbenruhr sind breiige Durchfälle, die in der Regel schleimig und blutig sind. Die Patienten klagen über Bauchschmerzen und krampfartige Schmerzen bei der Stuhlentleerung (Tenesmen).

4.2 Extraintestinale Form

Die extraintestinale Form der Amöbiasis ist nahezu gleichzusetzen mit dem Amöbenabszess der Leber (mit 90 % die häufigste extraintestinale Komplikation, überwiegend im rechten Leber-Lappen). Durch das raumfordernde Wachstum in der Leber kann es zu epigastrischen Schmerzen, einem unspezifischen Druckgefühl und eventuell sogar zur Thoraxkompression kommen. Begleitend können subfebrile Temperaturen vorliegen.

Zu beachten ist, dass eine Infektion mit Entamoeba histolytica nur in einem Teil der Fälle (etwa 25%) zu einer Amöbenruhr führt. Weiterhin gilt, dass einem Amöbenabszess der Leber nicht unbedingt eine Amöbenruhr vorausgegangen sein muss. Die Latenz zwischen der Infektion und der Manifestation eines Amöbenabszesses in der Leber kann Monate bis Jahre betragen.

5 Diagnostik

Der Nachweis von Entamoeba histolytica erfolgt aus einer Stuhlprobe. Ein mikroskopischer Nachweis der Magnaformen des Erregers ist beweisend für eine Amöbiasis.

Bei unklaren Befunden und zur Differenzierung von apathogenen Formen von Entamoeba histolytica kann eine PCR hinzugezogen werden.

6 Therapie

Bei der Therapie der Amöbiasis haben sich zwei Gruppen von Medikamenten bewährt:

Bei der Amöbenruhr wird zunächst 10 Tage lang mit Metronidazol behandelt. Um eine Persistenz der Amöben im Darmtrakt zu vermeiden, wird anschliessend eine Therapie mit Paromomycin angeschlossen. Bei der extraintestinalen Form wird gleichartig Verfahren, eine Punktion des Leberbefundes ist nur bei drohendem Rupturgeschehen anzuraten.

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Fachgebiete: Innere Medizin

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