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Alginat

Version vom 31. Oktober 2019, 13:45 Uhr von Bijan Fink (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Alginat ist ein saures Polysaccharid, das in den Zellwänden der Braunalgen (Phaeophyceae) gebildet wird und diesen ihre typische Flexibilität verleiht. Auch einige Bakterien sind zur Produktion von Alginat fähig. Alginate sind Salze der Alginsäure.

2 Biochemie

Alginat setzt sich zusammen aus den Monosacchariden α-1,4-Guluronsäure und β-D-Mannuronsäure, die beide zu den Uronsäuren gehören. Die Beschaffenenheit und Funktion des Alginats ähnelt somit dem des Pektins höherer Pflanzen.

3 Verwendung

3.1 Industrie

Alginate werden vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet, wo sie als Geliermittel, Verdickungsmittel, Stabilisator und Emulgator eingesetzt werden. Auf entsprechenden Produkten wird der Zusatz von Alginaten je nach Art durch die Nummern E400 bis E405 gekennzeichnet. Weitere Einsatzgebiete sind die Verwendung als Appreturmittel in der Textilherstellung, als Trennmittel und als Biomaterial.

Das für industrielle Zwecke benötigte Alginat stammt hauptsächlich aus den Algengattungen Laminaria und Macrocystis. Zur Alginatgewinnung werden die Algen zunächst getrocknet, gewaschen und gemahlen. Anschließend wird das Algiant extrahiert und in mehreren Schritten für den weiteren Verbrauch aufgereinigt.

3.2 Medizin

In der Medizin wird Aliginat in Form von Kalziumalginat als Bestandteil von Verbandsmaterial eingesetzt. Es bildet ein Gel und hält die Wunde feucht.

Natriumalginat wird zudem in Kombination mit Natriumbicarbonat und Calciumcarbonat (Gaviscon®) zur symptomatischen Therapie von gastroösophagealem Reflux und Sodbrennen eingesetzt. Es bildet mit der Magensäure einen Gelschaum mit nahezu neutralem pH-Wert. Dieser Schaum schwimmt auf dem Mageninhalt auf und bildet somit eine physikalische Barriere gegen die Säure ("alginate raft"), wodurch das saure Aufstoßen mechanisch verhindert wird. Natriumbicarbonat und Calciumcarbonat unterstützen die Schaumbildung und wirken gleichzeitig als Antazidum.

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