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Aktive Insuffizienz

Version vom 2. August 2021, 08:27 Uhr von HP Dipl. Math. Stefan Rolf Paff (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Eine aktive Insuffizienz liegt vor, wenn ein Muskel bereits voll verkürzt ist, aber eine von ihm bediente Gelenkfunktion noch nicht die Endstellung erreicht hat, die durch die physiologisch mögliche, maximale Kontraktion des Muskels einnehmbar wäre.

Mit anderen Worten: Das Gelenk könnte noch weiter bewegt werden, der Muskel ist aber nicht mehr dazu in der Lage.

2 Physiologie

Zweigelenkige Muskeln üben nicht auf alle von ihnen bedienbaren Gelenkfunktionen die maximale Wirkung aus. In manchen Kombinationen von Gelenkstellungen ist ihr Verkürzungspotential in Bezug auf die Bewegungen an denen sie beteiligt sind, quasi "zu gering". Deshalb ist hier die aktive Insuffizienz physiologisch. Bei eingelenkigen Muskeln ist eine aktive Insuffizienz pathologisch.

Der Gleitfilamenttheorie folgend beruht aktive Insuffizienz darauf, daß Muskeln unterhalb von ca. 1,5 µm keine konzentrische Kontraktion mehr ausführen können, weil die beiden Proteine Aktin und Myosin in den relevanten Bereichen schon vollständige Überdeckung erreicht haben. In der Praxis erreichen nicht unbedingt alle Muskeln die Winkelkonfiguration der überzogenen Gelenke, bei der aktive Insuffizienz auftreten würde, weil teilweise zuvor passive Insuffizienz auftritt, also die Flexibilität mindestens eines Antagonisten erschöpft ist.

3 Beispiel

Im Kniegelenk kann durch die aktive Insuffizienz der Beugemuskulatur bei Neutral-Null-Stellung der Hüfte eine Flexion von 125° nicht überschritten werden. Erst bei zusätzlicher Flexion im Hüftgelenk können 140° erreicht werden. Je weiter die Hüfte in Extension geht, desto weniger Flexion im Kniegelenk ist möglich.

siehe auch: passive Insuffizienz

Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2021 um 21:19 Uhr bearbeitet.

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