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Akromikrische Dysplasie: Unterschied zwischen den Versionen

 
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[[ICD10]]-Code: Q77.8 Sonstige Osteochondrodysplasien mit Wachstumsstörungen der Röhrenknochen und der Wirbelsäule
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Die [[Prävalenz]] liegt bei unter 1 zu 1.000.000, weltweit wurden erst rund 60 Fälle beschrieben. Der [[Erbgang]] ist [[autosomal-dominant]].
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Die [[Prävalenz]] der akromikrischen Dysplasie liegt bei unter 1 zu 1.000.000, weltweit wurden erst rund 60 Fälle beschrieben. Der [[Erbgang]] ist [[autosomal-dominant]].
  
 
==Ätiopathogenese==
 
==Ätiopathogenese==
Ursache für die Erkrankung sind [[heterozygot]]e [[Mutation]]en im [[FBN1-Gen]] ([[Genlocus]] 15q21.1), welches für das [[Glycoprotein]] [[Fibrillin|Fibrillin-1]] codiert. Die Mutationen liegen in den [[Exon]]s 41 bis 42, welche die Informationen für die [[TGFβ binding protein-like domain 5]] enthalten.  
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Ursache für die Erkrankung sind [[heterozygot]]e [[Mutation]]en im [[FBN1-Gen]] ([[Genlocus]] 15q21.1), welches für das [[Glykoprotein]] [[Fibrillin|Fibrillin-1]] codiert. Die Mutationen liegen in den [[Exon]]s 41 bis 42, welche die Informationen für die [[TGFβ binding protein-like domain 5]] enthalten.  
  
 
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==Klinik==
Die [[Körpergröße]] ist bei Geburt normal, fällt jedoch danach durch Wachtsumsverzögerungen hinter die normalen [[Perzentil]]en zurück. Die durchschnittliche Körpergröße von Erwachsenen beträgt eta 130 cm. Der [[Kleinwuchs]] ist dysproportioniert mit kurzen Händen und Füßen, der Kopfumfang ist normal und es bestehen keine intellektuellen Beeinträchtigungen. Es kann zu leichten [[fazial]]en [[Dysmorphie]]n kommen.
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Die [[Körpergröße]] ist bei Geburt normal, fällt jedoch danach durch Wachtsumsverzögerungen hinter die normalen [[Perzentile]]n zurück. Die durchschnittliche Körpergröße von Erwachsenen beträgt etwa 130 cm. Der [[Kleinwuchs]] ist dysproportioniert mit kurzen Händen und Füßen, der Kopfumfang ist normal. Es bestehen keine intellektuellen Beeinträchtigungen.  
Dazu zählen unter anderem ein rundes Gesicht, schmale [[Lidspalte]]n, ausgeprägte Augenbrauen, eine kurze Nase mit antevertierten Nasenlöchern und eine [[Mikrostomie]].
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Es können leichte [[fazial]]e [[Dysmorphie]]n auftreten. Dazu zählen unter anderem ein rundes Gesicht, schmale [[Lidspalte]]n, ausgeprägte Augenbrauen, eine kurze Nase mit [[antevertiert]]en Nasenlöchern und eine [[Mikrostomie]].
*engeschränkte Beweglichkeit der [[Gelenk]]e
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Weitere Merkmale sind:
*Entwicklung eines [[Karpaltunnel-Syndrom]]s im Alter
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* eingeschränkte Beweglichkeit der [[Gelenk]]e
*gut entwickelte [[Muskulatur]]
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* [[Wirbelsäule]]n-[[Anomalie]]n
*heisere Stimme
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* Entwicklung eines [[Karpaltunnelsyndrom]]s im Alter
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Folgende Krankheitsbilder müssen aufgrund klinischer Überschneidungen abgegrenzt werden:
 
Folgende Krankheitsbilder müssen aufgrund klinischer Überschneidungen abgegrenzt werden:
*[[Geleophysische Dysplasie]  
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* [[Geleophysische Dysplasie]]  
*[[Weill-Marchesani-Syndrom]]
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==Therapie==
 
==Therapie==

Aktuelle Version vom 30. Januar 2018, 15:28 Uhr

1 Definition

Die akromikrische Dysplasie ist eine selten vorkommende Erbkrankheit, die unter anderem Kleinwuchs und Gesichtsdysmorphien verursacht.

ICD10-Code: Q77.8 - Sonstige Osteochondrodysplasien mit Wachstumsstörungen der Röhrenknochen und der Wirbelsäule

2 Epidemiologie

Die Prävalenz der akromikrischen Dysplasie liegt bei unter 1 zu 1.000.000, weltweit wurden erst rund 60 Fälle beschrieben. Der Erbgang ist autosomal-dominant.

3 Ätiopathogenese

Ursache für die Erkrankung sind heterozygote Mutationen im FBN1-Gen (Genlocus 15q21.1), welches für das Glykoprotein Fibrillin-1 codiert. Die Mutationen liegen in den Exons 41 bis 42, welche die Informationen für die TGFβ binding protein-like domain 5 enthalten.

4 Klinik

Die Körpergröße ist bei Geburt normal, fällt jedoch danach durch Wachtsumsverzögerungen hinter die normalen Perzentilen zurück. Die durchschnittliche Körpergröße von Erwachsenen beträgt etwa 130 cm. Der Kleinwuchs ist dysproportioniert mit kurzen Händen und Füßen, der Kopfumfang ist normal. Es bestehen keine intellektuellen Beeinträchtigungen.

Es können leichte faziale Dysmorphien auftreten. Dazu zählen unter anderem ein rundes Gesicht, schmale Lidspalten, ausgeprägte Augenbrauen, eine kurze Nase mit antevertierten Nasenlöchern und eine Mikrostomie.

Weitere Merkmale sind:

5 Diagnose

Bei einer Röntgenuntersuchung ergeben sich folgende Aufälligkeiten:

6 Differentialdiagnosen

Folgende Krankheitsbilder müssen aufgrund klinischer Überschneidungen abgegrenzt werden:

7 Therapie

Die Lebenserwartung der Patienten ist in der Regel normal, die Therapie erfolgt symptomatisch.

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