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Advanced Trauma Life Support

Version vom 4. Oktober 2017, 11:46 Uhr von Jan Polzer (Diskussion | Beiträge)

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Advanced Trauma Life Support

1 Definition

Das ATLS ist ein aus dem Vereinigten Staaten kommendes Ausbildungskonzept zur Versorgung von Traumapatienten. Es ist ein klar strukturierte System, bei dem alle Verletzungen und Komplikationen schrittweise abgearbeitet werden.

2 Prinzipien

  • Lebensgefährliche Verletzungen oder Komplikationen werden zuerst behandelt
  • Ausführliche Diagnostik erst nach Stabilisierung
  • Schritte gründlich in möglichst kurzer Zeit abarbeiten

3 Ablauf

Der generelle Ablauf teilt sich auf in Primary und Secondary Survey.

3.1 Primary Survey

Das Hauptziel der Primary Survey ist das Erkennen und Behandeln von lebensbedrohlichen Zuständen. Dabei wird das ABCDE– Schema genutzt. Dabei stehen die Buchstaben für einen jeweiligen Punkt, welcher abgearbeitet werden muss um den Nächsten zu beginnen.

  • A Airway&Spine (Luftwege) Hauptkriterium hier sind freie Atemwege, d.h. der Mund wird geöffnet und inspiziert, im Fall einer Verlegung der Atemwege werden Fremdkörper ausgeräumt oder Flüssigkeiten, Blut und Erbrochenes abgesaugt. Des weiteren wird das Kinn angehoben, oder der Luftweg mit medizinischem Hilfsmaterial offen gehalten z.B. Guedl-Tubus, Larynxtubus, Endotracheale Intubation. Die komplette Wirbelsäule wird mit Hilfsmittel wie Halskrause und SpineBoard immobilisiert.
  • B Breathing (Atmung) Hauptkriterium ist eine suffiziente Belüftung der Lungen, der Thorax wird auf offensichtliche Verletzungen untersucht, die die Atmung behindern können. In diesem Rahmen kann auch eine Thoraxdrainage gelegt werden. Die Thoraxbewegungen sowie die Atemfrequenz werden Überwacht und gegebenenfalls mit Sauerstoffgabe unterstützt. Im Fall einer nicht suffizienten Atmung ist eine Atemwegssicherung und maschinelle Beatmung zwingend erforderlich.
  • C Circulation (Kreislauf): Hauptkriterium ist die Hämodynamische Situation des Patienten. Es werden Parameter wie Pulsfrequenz und Blutdruck erfasst. Des weiteren werden Verletzungen bzw. Blutungen gestoppt, die den Kreislauf in seiner Stabilität stören. Zusätzlich erfolgt eine Anlage von zwei großrlumigen Zugängen mit entsprechender Volumensubstitution.
  • D Disability (Neurologie): Hauptkriterium ist der neurologische Zustand des Patienten, es wird nach Zeichen für ein Lähmungen oder Paresen gesucht, mit der Glasgow-Coma-Scale wird die Vigilanz des Patienten ermittelt.
  • E Exposure& Environment (Untersuchung) Hauptkriterium ist die genauere Inspektion des Patienten, er wird komplett entkleidet und einem Ganzkörper-Bodycheck wird durchgeführt. Wichtig dabei ist, dass auf den Wärmeerhalt des Patienten acht gegeben wird.

Wichtig! Entscheidend für den Erfolg des ABCDE- Schemas ist, dass die die Störungen in den einzelnen Schritten so lange bearbeitet werden bis sie erfolgreich therapiert wurde bevor man zum nächsten Schritt übergeht.

3.2 Secondary Survey

Die Secondary Survey folgt nach einer erfolgreichen abgeschlossenen Primary Survey. Der Patient ist stabilisiert, muss aber kontinuierlich nach dem ABCDE Schema beurteilt werden. In der Secondary Survey wird weiterführende Diagnostik durchgeführt:

  • Erstellung einer Patientenanamnese
  • Gründlicher Bodycheck
  • weitere Zielsetzung festlegen
  • Bildgebung
  • im Fall einer mangelnden Spezialisierung der Primärklinik Anordnung einer Verlegung in Spezialklinik

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Oktober 2017 um 10:01 Uhr bearbeitet.

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