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Absenceepilepsie: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter der '''Absenceepilepsie''' versteht man eine Form der [[Epilepsie]], die durch eine kurzzeitige [[Bewusstsein]]sstörung charakterisiert ist.  
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Unter der '''Absenceepilepsie''' versteht man eine Form der [[Epilepsie]], die durch eine kurzzeitige [[Bewusstseinsstörung66 charakterisiert ist.  
  
 
==Epidemiologie==
 
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Die Absenceepilepsie stellt die häufigste Form einer idiopathischen generalisierten Epilepsie dar. Sie manifestiert sich typischerweise zwischen dem fünften und dem achten Lebensjahr und tritt häufiger bei Mädchen als bei Jungen auf.  
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Die Absenceepilepsie stellt die häufigste Form einer idiopathischen generalisierten Epilepsie dar. Sie manifestiert sich typischerweise zwischen dem 5. und dem 8. Lebensjahr und tritt häufiger bei Mädchen als bei Jungen auf.  
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Die Absenceepilepsie imponiert durch eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung, die ca. fünf bis zehn Sekunden anhält. Die betroffenen Kindern unterbrechen häufig ihre Aktivität spontan, um diese nach einem Anfall direkt wieder fortzusetzen.  
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Die Absenceepilepsie imponiert durch eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung, die ca. fünf bis zehn Sekunden anhält. Die betroffenen Kindern unterbrechen ihre Aktivität spontan, um diese nach einem Anfall direkt wieder fortzusetzen - häufig wird die Absenceepilepsie vom betroffenen Patienten gar nicht wahrgenommen.  
  
Häufig wird die Absenceepilepsie vom betroffenen Patienten gar nicht wahrgenommen.  
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Während der Absence sind die betroffenen Patienten desorientiert, machen einen ratlosen Eindruck und sprechen nicht. Dabei werden auch motorische Phänomene wie Bewegungen von [[Mund]] und [[Zunge]], Augenzwinkern und Nestelbewegungen der [[Finger]] beobachtet. Diese sind in der Regel jedoch eher diskret. Vegetative Begleiterscheinungen wie [[Pupille]]nerweiterungen oder Gesichtsrötung sind möglich.  
  
Während der Absence sind die betroffenen Patienten desorientiert, machen einen ratlosen Eindruck und sprechen nicht. Häufig werden auch motorische Entäußerungen wie Bewegungen von [[Mund]] und [[Zunge]], Augenzwinkern und Nestelbewegungen der [[Finger]] beobachtet. Diese sind in der Regel jedoch eher diskret.  
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Die Anfälle können bis zu 100mal am Tag auftreten. [[Hyperventilation]] und emotionale Anspannung sind dabei [[Trigger]]faktoren. Die betroffenen Kindern zeigen jedoch in der Regel eine unaufällige und altersgemäße Entwicklung.  
  
Vegetative Erscheinungen wie [[Pupille]]nerweiterungen oder Errötung sind möglich.
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Bei einem wechselnden Teil der Patienten kommen in der [[Pubertät]] [[Grand-mal-Anfall|Grand-mal-Anfälle]] hinzu, die sich als [[Aufwachepilepsie]] äußern.  
 
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Häufig treten diese Anfälle bis zu 100mal am Tag auf. [[Hyperventilation]] und emotionale Anspannung sind Triggerfaktoren.
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Die betroffenen Kindern zeigen in der Regel eine unaufällige und altersgemäße Entwicklung.
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Bei einem Drittel bis zwei Drittel der Patienten kommen in der [[Pubertät]] [[Grand-mal-Anfall|Grand-mal-Anfälle]] hinzu, die sich als [[Aufwachepilepsie]] äußern.  
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==Differenzialdiagnose==
 
==Differenzialdiagnose==
Wenn bei einer Absenceepilepsie gleichzeitig motorische Entäußerungen auftreten, ähneln diese Anfälle [[Temporallappen]]anfällen. Diese sollten differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden. Weiterhin sollte auch an andere Verhaltensauffälligkeiten (z.B. [[Tic-Störung]]) gedacht werden sowie an symptomatische Epilepsien mit komplex-fokalen Anfällen.  
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Wenn bei einer Absenceepilepsie gleichzeitig motorische Phänomene auftreten, ähneln diese Anfälle [[Temporallappen]]anfällen. Diese sollten differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden. Weiterhin sollte auch an andere Verhaltensauffälligkeiten (z.B. [[Tic-Störung]]) gedacht werden sowie an symptomatische Epilepsien mit komplex-fokalen Anfällen.  
  
 
==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
Bei Kindern mit unklaren Bewusstseinsstörungen und Verhaltensaufälligkeiten sollte an eine Absenceepilepsie gedacht und ein [[EEG]] angefertigt werden. Die Absenceepilepsie imponiert durch typische 3/s-Spike-Wave-Komplexe. Bei unauffälligem Befund sollten ggf. auch Provokationstests erfolgen.  
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Bei Kindern mit unklaren Bewusstseinsstörungen und Verhaltensaufälligkeiten sollte an eine Absenceepilepsie gedacht und ein [[EEG]] angefertigt werden. Die Absenceepilepsie imponiert durch typische 3/s-[[Spike-Wave-Komplex]]e. Bei unauffälligem Befund sollten ggf. auch [[Provokationstest]]s erfolgen.  
  
 
Wenn der betroffene Patient [[Neurologie|neurologisch]] unauffällig ist, kann auf eine weitere Diagnostik verzichtet werden. Ansonsten sollte ein [[Magnetresonanztomographie|Magnetresonanztomogramm]] des [[Gehirn]]s angefertigt und ggf. weitere [[Labor]]untersuchungen angefertigt werden.  
 
Wenn der betroffene Patient [[Neurologie|neurologisch]] unauffällig ist, kann auf eine weitere Diagnostik verzichtet werden. Ansonsten sollte ein [[Magnetresonanztomographie|Magnetresonanztomogramm]] des [[Gehirn]]s angefertigt und ggf. weitere [[Labor]]untersuchungen angefertigt werden.  

Version vom 20. Oktober 2008, 14:45 Uhr

1 Definition

Unter der Absenceepilepsie versteht man eine Form der Epilepsie, die durch eine kurzzeitige [[Bewusstseinsstörung66 charakterisiert ist.

2 Epidemiologie

Die Absenceepilepsie stellt die häufigste Form einer idiopathischen generalisierten Epilepsie dar. Sie manifestiert sich typischerweise zwischen dem 5. und dem 8. Lebensjahr und tritt häufiger bei Mädchen als bei Jungen auf.

3 Klinik

Die Absenceepilepsie imponiert durch eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung, die ca. fünf bis zehn Sekunden anhält. Die betroffenen Kindern unterbrechen ihre Aktivität spontan, um diese nach einem Anfall direkt wieder fortzusetzen - häufig wird die Absenceepilepsie vom betroffenen Patienten gar nicht wahrgenommen.

Während der Absence sind die betroffenen Patienten desorientiert, machen einen ratlosen Eindruck und sprechen nicht. Dabei werden auch motorische Phänomene wie Bewegungen von Mund und Zunge, Augenzwinkern und Nestelbewegungen der Finger beobachtet. Diese sind in der Regel jedoch eher diskret. Vegetative Begleiterscheinungen wie Pupillenerweiterungen oder Gesichtsrötung sind möglich.

Die Anfälle können bis zu 100mal am Tag auftreten. Hyperventilation und emotionale Anspannung sind dabei Triggerfaktoren. Die betroffenen Kindern zeigen jedoch in der Regel eine unaufällige und altersgemäße Entwicklung.

Bei einem wechselnden Teil der Patienten kommen in der Pubertät Grand-mal-Anfälle hinzu, die sich als Aufwachepilepsie äußern.

4 Differenzialdiagnose

Wenn bei einer Absenceepilepsie gleichzeitig motorische Phänomene auftreten, ähneln diese Anfälle Temporallappenanfällen. Diese sollten differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden. Weiterhin sollte auch an andere Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Tic-Störung) gedacht werden sowie an symptomatische Epilepsien mit komplex-fokalen Anfällen.

5 Diagnostik

Bei Kindern mit unklaren Bewusstseinsstörungen und Verhaltensaufälligkeiten sollte an eine Absenceepilepsie gedacht und ein EEG angefertigt werden. Die Absenceepilepsie imponiert durch typische 3/s-Spike-Wave-Komplexe. Bei unauffälligem Befund sollten ggf. auch Provokationstests erfolgen.

Wenn der betroffene Patient neurologisch unauffällig ist, kann auf eine weitere Diagnostik verzichtet werden. Ansonsten sollte ein Magnetresonanztomogramm des Gehirns angefertigt und ggf. weitere Laboruntersuchungen angefertigt werden.

6 Therapie

Eine Absenceepilepsie wird mit Valproinsäure behandelt. Medikamente zweiter Wahl sind Ethosuximid und Lamotrigin. Dabei wird die Dosis des Medikaments so lange gesteigert, bis der Patient anfallsfrei ist. Wird eine Anfallsfreiheit nicht erreicht, sollte auf ein Medikament der zweiten Wahl umgestiegen werden.

In der Regel wird das Medikament für drei bis fünf Jahre eingenommen, bevor ein Absetzversuch eingeleitet wird.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Januar 2018 um 22:49 Uhr bearbeitet.

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