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Abnabelung: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Abnabelung''' wird das Abklemmen bzw. Abfallen der [[Nabelschnur]] nach [[Geburt]] des Kindes bezeichnet. Die eigentliche Durchtrennung der Nabelschnur wird als Omphalotomie bezeichnet. Der Nabelschnurrest fällt meist in der 2.-3. Lebenswoche spontan ab.
 
Als '''Abnabelung''' wird das Abklemmen bzw. Abfallen der [[Nabelschnur]] nach [[Geburt]] des Kindes bezeichnet. Die eigentliche Durchtrennung der Nabelschnur wird als Omphalotomie bezeichnet. Der Nabelschnurrest fällt meist in der 2.-3. Lebenswoche spontan ab.
  
 
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Bezüglich des optimalen Abnabelungszeitpunkts gibt es in der Literatur widersprüchliche Angaben. Intrauterin beträgt der Hämoglobingehalt ca. 16 g/dl. Nach der Frühnabelung steigt die Konzentration auf 20-21 g/dl, bei Spätnabelung auf 25 g/dl. Meist wird von einer späten Abnabelung gesprochen, wenn zwischen Geburt des Kindes bis zur Abnabelung 2-3 Minuten vergehen. Eine späte Abnabelung wirkt sich unter anderem positiv auf die [[Eisen]]- und die [[Ferritin]]konzentrationen im kindlichen Blut aus. Bei zu langem Abwarten und kombiniert mit einem Ausstreichen der Nabelschnur kann die Hämokonzentration zu einem [[Neugeborenenikterus]] führen. Eine zu frühe Abnabelung kann eine Anämie bedingen.  
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Je nach Zeitpunkt des Abnabelns unterscheidet man:
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* Sofortabnabelung: direkt nach Entwicklung des Kindes
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* Frühabnabelung: nach 1,5-2 Minuten
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* Spätabnabelung: nach 2-5 Minuten
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Bezüglich des optimalen Abnabelungszeitpunkts gibt es in der Literatur widersprüchliche Angaben. [[Intrauterin]] beträgt der [[Hämoglobin]]gehalt des [[Fetus]] ca. 16 g/dl. Nach der Frühnabelung steigt die Konzentration auf 20-21 g/dl, bei Spätnabelung auf 25 g/dl.  
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Eine späte Abnabelung wirkt sich unter anderem positiv auf die [[Eisen]]- und die [[Ferritin]]konzentrationen im kindlichen Blut aus. Bei zu langem Abwarten und bei Ausstreichen der Nabelschnur kann es zu Hämokonzentration, Kreislaufbelastung und [[Neugeborenenikterus]] kommen. Eine zu frühe Abnabelung kann eine Anämie bedingen.
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Empfohlen wird gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Abnabelung nach 1-1,5 Minuten oder wenn an der Nabelschnur kein [[Puls]] mehr tastbar ist. Eine raschere Abnabelung soll bei Geburt in sitzender bzw. hockender Stellung und bei azitodischen Kindern, die bereits bei Geburt eine Hämokonzentration aufweisen, vorgenommen werden. Weitere Indikationen einer Sofortabnabelung sind ein Morbus haemolyticus fetalis sowie ein reanimationspflichtiges Neugeborenes.
  
Empfohlen wird gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Wartezeit bis zu 1,5 Minuten nach der vaginaler Entbindung des Kindes bis zur Abnabelung oder bis an der Nabelschnur kein [[Puls]] mehr tastbar ist. Eine raschere Abnabelung soll bei Geburt in sitzender bzw. hockender Stellung und bei azitodischen Kindern, die bereits bei Geburt eine Hämokonzentration aufweisen, vorgenommen werden. Ein Ausstreichen der Nabelschnur wird bei Nabelschnurumschlingung, Nabelschnurknoten und bei einer Sectio eines nicht hypoxischen Kindes empfohlen.
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Eine Spätabnabelung, ggf. mit Ausstreichen der Nabelschnur wird bei Nabelschnurumschlingung, Nabelschnurknoten, Frühgeborenen, Mehrlingen und bei einer Sectio eines nicht hypoxischen Kindes empfohlen.
  
 
==Durchführung==
 
==Durchführung==

Version vom 28. Oktober 2020, 12:21 Uhr

Englisch: cord clamping

1 Definition

Als Abnabelung wird das Abklemmen bzw. Abfallen der Nabelschnur nach Geburt des Kindes bezeichnet. Die eigentliche Durchtrennung der Nabelschnur wird als Omphalotomie bezeichnet. Der Nabelschnurrest fällt meist in der 2.-3. Lebenswoche spontan ab.

2 Zeitpunkt

Je nach Zeitpunkt des Abnabelns unterscheidet man:

  • Sofortabnabelung: direkt nach Entwicklung des Kindes
  • Frühabnabelung: nach 1,5-2 Minuten
  • Spätabnabelung: nach 2-5 Minuten

Bezüglich des optimalen Abnabelungszeitpunkts gibt es in der Literatur widersprüchliche Angaben. Intrauterin beträgt der Hämoglobingehalt des Fetus ca. 16 g/dl. Nach der Frühnabelung steigt die Konzentration auf 20-21 g/dl, bei Spätnabelung auf 25 g/dl.

Eine späte Abnabelung wirkt sich unter anderem positiv auf die Eisen- und die Ferritinkonzentrationen im kindlichen Blut aus. Bei zu langem Abwarten und bei Ausstreichen der Nabelschnur kann es zu Hämokonzentration, Kreislaufbelastung und Neugeborenenikterus kommen. Eine zu frühe Abnabelung kann eine Anämie bedingen.

Empfohlen wird gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine Abnabelung nach 1-1,5 Minuten oder wenn an der Nabelschnur kein Puls mehr tastbar ist. Eine raschere Abnabelung soll bei Geburt in sitzender bzw. hockender Stellung und bei azitodischen Kindern, die bereits bei Geburt eine Hämokonzentration aufweisen, vorgenommen werden. Weitere Indikationen einer Sofortabnabelung sind ein Morbus haemolyticus fetalis sowie ein reanimationspflichtiges Neugeborenes.

Eine Spätabnabelung, ggf. mit Ausstreichen der Nabelschnur wird bei Nabelschnurumschlingung, Nabelschnurknoten, Frühgeborenen, Mehrlingen und bei einer Sectio eines nicht hypoxischen Kindes empfohlen.

3 Durchführung

Es existieren verschiedene Methoden des Abnabelns, wobei immer auf eine Asepsis geachtet und Nachblutung verhindert werden müssen. In der Regel wird die Nabelschnur provisorisch mit breiten Péan-Klemmen unterbunden, während die definitive Versorgung mit Plastikklemmen (Nabelklemme) erfolgt. Dabei wird ein 10-15 cm langes Stück für die Blutgasanalyse isoliert.

4 Rechtliches

Mit Vollendung der Geburt, d.h. der Abnabelung, ist ein Kind rechtsfähig (§ 1 BGB).

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Fachgebiete: Geburtshilfe

Diese Seite wurde zuletzt am 13. November 2020 um 13:50 Uhr bearbeitet.

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