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ACTH-Stimulationstest

Version vom 23. März 2013, 12:16 Uhr von 80.142.53.171 (Diskussion)

Synonym: Synacthen®-Test
Englisch: ACTH stimulation test

1 Definition

Im ACTH-Stimulationstest ist ein dynamischer Funktionstest, bei dem ein synthetisch hergestelltes ACTH (Synacthen®) i.v. gespritzt und der Serumcortisolspiegel vor und nach der Gabe bestimmt wird.

2 Anwendungsbereich

Der Test wird zur Diagnostik einer Nebennierenrindeninsuffizienz durchgeführt. Sinnvoll ist eine gleichzeitige Bestimmung des Serum-ACTH-Spiegels aus der basalen Blutprobe, damit anschließend eine Differenzierung zwischen primärer und sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz möglich ist.

3 Durchführung

Der Patient wird aufgklärt, dass es bei dem Test zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen an der Injektionsstelle, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Flush, Unwohlsein und im Extremfall bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen kann. Es ist wichtig, dass der Patient nüchtern ist und sich während der Testdurchführung ruhig verhält, am besten im Bett liegt.

Begonnen wird mit einer Blutentnahme zur Bestimmung des Ausgangscorstisolspiegels. Dann wird langsam 0,25 mg Synacthen® i.v. gespritzt. Nach 30 und nach 60 Minuten werden die Cortisolspiegel bestimmt. Es muß immer Prednisolon (zur i.v.-Gabe) bereitstehen, um gegebenenfalls bei einer generalisierten allergischen Reaktion schnell reagieren zu können.

4 Auswertung

Normal ist ein Anstieg des Serumcortisols um mindestens 70 µg/l, da ACTH die Ausschüttung in der Nebennierenrinde stimuliert. Pathologisch ist ein fehlender Anstieg, der auf eine Nebennierenrindeninsuffiezienz zurückzuführen ist.

Zu Grunde liegen kann dabei eine primäre Nebennierenrindeninsuffizinz (Morbus Addison) mit erhöhtem Serum-ACTH sowie länger bestehende sekundären Formen mit verminderter Serum-ACTH-Konzentration zum Beispiel bei Langzeitbehandlung mit Corticosteroiden oder bei Insuffizienz von Hypothalamus oder Hypophysenvorderlappen. Der Test ist allerdings bei den sekundären Formen nur positiv, wenn durch länger bestehenden ACTH-Mangel die Nebennierenrinde bereits atrophiert ist. Eine kurzzeitig bestehende sekundäre Nebenniereninsuffizienz kann bei normalen Cortisolanstiegen folglich nicht ausgeschlossen werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 23. März 2013 um 12:18 Uhr bearbeitet.

Typo. Muss natürlich Serumcortisol heißen. Fixed.
#4 am 18.05.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Guten Tag, ich habe eine Frage zu diesem Artikel. Zu "5 Interpretation" ist das korrekt, dass die Änderung der ACTH-Konzentration interpretiert wird oder wird nur die Änderung der Cortisol-Konzentration interpretiert? Das ist für mich uneindeutig. Ich verstehe es nicht. Ich freue mich über Hinweise :)
#3 am 18.05.2021 von Anton Jani (Student/in der Humanmedizin)
Hallo Herr Dr. med. Codin Toma Zamfirescu, vielen Dank für Ihren Beitrag! Flexikon ist ein Mitmach-Service, d.h. Sie können gerne den Artikel selbst bearbeiten oder einen neuen Artikel erstellen. Sollten Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gerne an mich. Mit freundlichem Gruß, Hannah Schulten
#2 am 04.01.2017 von Hannah Theresa Schulten (DocCheck Team)
Es gibt häufiger als man denkt (diagnostiziert) die "adrenal fatigue" - adrenale Schwäche. Meistens subklinisch, erzeugt durch chronischem Stress oder auch heftigen akuten Stress. Cortisolwerte i.S. sind im Keller , ACTH ist über die Norm. In diesen Fällen ist eine corticotrope Nebennierenrinde-Insuffizienz sehr unwahrscheinlich und der ACTH-Test überflüssig. Primäre subklinische Nebennierenrinde-Insuffizienzen sind an der Tagesordnung, nur nicht diagnostiziert.
#1 am 23.12.2016 von Dr. med. Codin Toma Zamfirescu (Arzt | Ärztin)

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