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Ängstliche Persönlichkeitsstörung

Synonyme: Vermeidende Persönlichkeitsstörung, Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

1 Definition

Die ängstliche Persönlichkeitsstörung ist eine Form der Persönlichkeitsstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Patienten unter ständiger Anspannung, Besorgtheit und Schüchternheit leiden.

2 Symptome

Menschen mit ängstlicher Persönlichkeitsstörung sind eher zurückhaltende Menschen. Sie treten selten von sich aus in Kontakt zu anderen Menschen und wählen auch ihren Beruf so, dass sie dort keine engeren zwischenmenschlichen Kontakte aufbauen müssen. Eine Beförderung wird eher abgelehnt, als dass größere soziale Kontakte in Kauf genommen werden.

In Gesellschaft anderer sind Menschen mit ängstlicher Persönlichkeitsstörung eher zurückhaltend. Sie sind befangen und schweigsam aus Angst, etwas Falsches zu sagen und in Gegenwart der anderen zu erröten oder zu weinen.

Auf Kritik reagieren Betroffene meist gereizt und übermäßig verletzbar. Engere Bindungen können nur unter der Voraussetzung der absoluten Akzeptanz und Kritiklosigkeit aufgebaut werden. Der Alltag muss sicher strukturiert sein, alles was von der gewohnten Norm abweicht stellt eine Bedrohung dar. Auch in alltäglichen Situationen wird eine Gefahr gesehen.

3 Komorbiditäten

Häufig leiden die betroffenen Personen auch unter Depressionen und Angststörungen.

4 Therapie

Das Therapieziel bei jeder Art der Persönlichkeitsstörung ist nicht die Heilung, sondern eher die Verbesserung der sozialen Kompetenz, die Strukturierung des Umfeldes und die Anwendung des Erlernten im sozialen Umfeld.

Im Vordergrund des Therapiekonzeptes stehen die Psychotherapie und die Soziotherapie. Häufig kommen die Patienten nicht aus eigenem Antrieb, sondern aus sozialem Druck, weil beispielsweise die Familie Druck ausübt oder der Partner mit Trennung droht.

Eine tragfähige Beziehung zwischen dem Patienten und dem Therapeuten sollte zu Beginn der Therapie angestrebt werden, wobei nicht nur der Aufbau der Beziehung eine Herausforderung darstellt, sondern auch das Aufrechterhalten. Kann keine dauerhafte Beziehung eingegangen werden, wird die Therapie meist abgebrochen.

Medikamentöse Therapie kommt hauptsächlich bei Komorbidität zum Einsatz. Bei begleitender depressiver Störung können Antidepressiva eingesetzt werden. Bei begleitender Angststörung können Neuroleptika zum Einsatz kommen. Carbamazepin und Lithium werden stabilisierende Wirkungen zugesprochen.

Fachgebiete: Psychologie

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