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Überlastungssyndrom: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Überlastungssyndrom''' ist eine Sammelbezeichnung für funktionelle Beschwerden des [[Bewegungsapparat]]es, die durch Überbeanspruchung ausgelöst werden.
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'''Überlastungssyndrom''' ist eine Sammelbezeichnung für funktionelle oder strukturelle Beschwerden des [[Bewegungsapparat]]es, die durch Überbeanspruchung ausgelöst werden.
  
 
==Pathogenese==
 
==Pathogenese==
Die Veränderungen können [[entzündlich]] oder [[degenerativ]] sein. Viele, aber nicht alle dieser Zustände neigen bei Reduzierung oder Aussetzen der auslösenden Belastung zu Spontanheilung. Wird ein gewisses Maß der Belastung beibehalten, bleibt eine Heilung jedoch zumeist aus.
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Overuse-Syndrome entstehen meist durch ein Missverhältnis zwischen Beanspruchung und [[Regeneration]]szeit der Gewebe. Betroffen sind dann häufig eher [[bradytroph]]e Gewebe wie [[Sehne]]n, [[Bänder]] und [[Knorpel]].
  
Overuse-Syndrome entstehen meist durch ein Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Regenerationszeit der Gewebe. Betroffen sind dann häufig eher [[bradytroph]]e Gewebe wie [[Sehne]]n, [[Bänder]], [[Knorpel]].
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"Überlastung" ist dabei in der Regel relativ zum Trainingsstand zu verstehen, da der Körper sich an wiederholt gesetzte Reize anzupassen versucht. Dabei haben nicht alle beteiligten Gewebe die gleiche Anpassungsgeschwindigkeit, sodass langsam-adaptierende Gewebe zur Schwachstelle werden können. Schnell-adaptierende Gewebe (wie [[Muskel]]n) nehmen hingegen an Leistungsfähigkeit zu.
Overuse ist in der Regel relativ zum Trainingsstand zu verstehen, da der Körper sich an wiederholt gesetzte Reize anzupassen versucht. Dabei haben nicht alle beteiligten Gewebe die gleiche Anpassungsgeschwindigkeit, sodass langsam-adaptierende Gewebe zur Schwachstelle werden können. Schnell-adaptierende Gewebe (wie [[Muskel]]n) nehmen hingegen an Leistungsfähigkeit zu.
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* Übermäßiger Gebrauch einer Funktion des Bewegungsapparates führt zu Überlastung einer oder mehrerer Strukturen. Das bedeutet, die Belastung steht in keinem tragfähigen Verhältnis zur [[Regeneration]]  
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Die Veränderungen können [[entzündlich]] oder [[degenerativ]] sein. Viele, aber nicht alle dieser Zustände neigen bei Reduzierung oder Aussetzen der auslösenden Belastung zur Spontanheilung. Wird ein gewisses Maß der Belastung beibehalten, bleibt eine Heilung jedoch zumeist aus.
* Steigerung des [[Muskelstoffwechsel]]s mit [[Schwellung|Anschwellen]] des Muskels bis zu einem Maß, an dem im entsprechenden [[Muskelkompartiment]] eine Enge entsteht ([[Kompartment-Syndrom]])
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* Verschiedene Anpassungsgeschwindigkeit der Gewebe beim Training
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===Risikofaktoren===
* Nicht hinreichend aufgewärmter Zustand des Bewegungsapparates
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* Allgemeinbedingungen wie Kälte, Nässe
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* Nicht hinreichende Vorbereitung des Bewegungsapparates (fehlendes "Aufwärmen")
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* Technikmängel, Materialmängel
 
* Technikmängel, Materialmängel
 
* Training/Beanspruchung im erschöpften Zustand oder vor Ende der muskulären Regenerationsphase  
 
* Training/Beanspruchung im erschöpften Zustand oder vor Ende der muskulären Regenerationsphase  
 
* Stoßartige/schlagartige Bewegungen
 
* Stoßartige/schlagartige Bewegungen
 
* wiederholte Ausschöpfung der Muskelleistungsfähigkeit   
 
* wiederholte Ausschöpfung der Muskelleistungsfähigkeit   
* Beanspruchung der [[Elastizität]] der Sehnen, insbesondere beim [[exzentrisch]]en Training über die Muskelleistungsfähigkeit hinaus
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* Überbeanspruchung der [[Elastizität]] der Sehnen, insbesondere beim [[exzentrisch]]en Training über die Muskelleistungsfähigkeit hinaus
 
* sehr häufig wiederholte Bewegungen, sowohl am Stück als auch an verschiedenen Tagen   
 
* sehr häufig wiederholte Bewegungen, sowohl am Stück als auch an verschiedenen Tagen   
 
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* mangelnde Ruhephasen, zu dichter Trainingplan, insbesondere wenn die Leistungsfähigkeit einbricht ("Übertraining")
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* mangelnde Ruhephasen, zu dichter Trainingsplan, insbesondere wenn die Leistungsfähigkeit einbricht ("Übertraining")
 
* [[Fehlstellung]]en, Fehlbildungen etc.
 
* [[Fehlstellung]]en, Fehlbildungen etc.
  
 
==Beispiele==
 
==Beispiele==
* Tendinitis/[[Tendovaginitis]]/[[Tenosynovitis]], z.B. die [[De-Quervain-Tendosynovitis]]  
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* [[Tendinitis]]/[[Tendovaginitis]]/[[Tenosynovitis]], z.B. die [[De-Quervain-Tendosynovitis]]  
 
* Achillessehnenverletzungen ([[Achillodynie]])
 
* Achillessehnenverletzungen ([[Achillodynie]])
 
* [[Insertionstendopathie]]n wie  
 
* [[Insertionstendopathie]]n wie  
** [[Proximale Hamstring-Tendopathie]] (PHT)
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** [[Proximale Hamstring-Tendinopathie]] (PHT)
** [[Quadrizeps]]-[[Tendopathie]]
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** [[Quadrizeps-Tendopathie]]
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** Sportler-Leiste ([[Iliopsoas-Tendinopathie]])
** [[Tendinopathie]] der distalen [[Bizepssehne]] (häufiges Beugen oder Rotieren: Gewichtheber, Handwerker, Kletterer)
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** Tendinopathie der distalen [[Bizepssehne]] (häufiges Beugen oder Rotieren: Gewichtheber, Handwerker, Kletterer)
** [[Tendinopathie]] der distalen [[Trizepssehne]] (Baseballer, Speerwerfer, Gewichtheber, Handwerker)
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** Tendinopathie der distalen [[Trizepssehne]] (Baseballer, Speerwerfer, Gewichtheber, Handwerker)
 
** Epicondylitis (z.B. [[Epicondylitis humeri radialis]], [[Epicondylitis humeri lateralis]])
 
** Epicondylitis (z.B. [[Epicondylitis humeri radialis]], [[Epicondylitis humeri lateralis]])
 
* [[Bursitis]]
 
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* [[Patellaspitzensyndrom]] (PFPS)
 
* [[Patellaspitzensyndrom]] (PFPS)
 
* [[Tractus-iliotibialis-Syndrom]] (ITBS)
 
* [[Tractus-iliotibialis-Syndrom]] (ITBS)
* [[Plantarfasziitis]] (mit oder ohne [[Exostose]] "[[Fersensporn]]")
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* [[Plantarfasziitis]] (mit oder ohne [[Exostose]] bzw. "[[Fersensporn]]")
* [[RSI-Syndrom]] (Repetitive Strain Injury Syndrom, "Mausarm")
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* [[RSI-Syndrom]] (Repetitive-Strain-Injury-Syndrom, "Mausarm")
 
* [[Schienbeinkantensyndrom]]
 
* [[Schienbeinkantensyndrom]]
* trainingsbedingtes [[Kompartment-Syndrom]]
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* trainingsbedingtes [[Kompartmentsyndrom]]
 
* [[Stressfraktur]]
 
* [[Stressfraktur]]
* overuse-bedingte [[Meniskopathie]], [[Arthrose]]
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* überlastungsbedingte [[Meniskopathie]], [[Arthrose]]
  
 
==Diagnose==  
 
==Diagnose==  
Je nach [[Entität]] erfolgt die Diagnose meist [[anamnestisch]] und anhand der klinischen Untersuchung. In der Regel existieren klinische Tests ([[Sensitivität]] und [[Spezifität]] beachten), weniger häufig ist eine [[Bildgebung]] ([[Sonographie]], [[Röntgen]], [[MRT]]) erforderlich.
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Die Diagnose wird in der Regel anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung gestellt. Hilfreich sind dabei [[Funktionstest]]s und [[Provokationstest]] mit den betroffenen Strukturen. In unklaren Fällen ist eine [[Bildgebung]] ([[Sonographie]], [[Röntgen]], [[MRT]]) erforderlich.
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Die meisten der oben genannten Zustände heilen spontan im Rahmen der Stoffwechselgeschwindigkeit der betroffenen Gewebe aus. Zumeist gehört zur Therapie:  
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Die meisten Überlastungssyndrome heilen bei [[schmerzadaptiert]]em Verhalten spontan aus. Unterstützend wirken:
* Absetzen/Reduzieren der auslösenden Belastung, Verlängerung der Regenerationsphasen, falls nötig Belastungspause. Eine längere strikte Ruhigstellung ist nur selten indiziert. Erhalt eines jeweils adäquaten Maßes an Beanspruchung
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* Absetzen/Reduzieren der auslösenden Belastung, Verlängerung der Regenerationsphasen, falls nötig Belastungspause. Eine längere strikte Ruhigstellung ist nur selten indiziert. Erhalt eines jeweils adäquaten Maßes an Beanspruchung.
* Kräftigungstraining ohne [[Schmerz]]auslösung, ohne Beanspruchung der Elastizität der Sehnen, ohne stoßartige Belastungen, ohne schwere exzentrische Lasten, sondern mit leichteren Gewichten und hoher Wiederholungszahl bis hin zu mittelschweren Lasten, vorzugsweise isometrisch, isotonisch oder konzentrisch
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* Kräftigungstraining ohne [[Schmerz]]auslösung, ohne Beanspruchung der Elastizität der Sehnen, ohne stoßartige Belastungen, ohne schwere exzentrische Lasten, sondern mit leichteren Gewichten und hoher Wiederholungszahl bis hin zu mittelschweren Lasten, vorzugsweise isometrisch, isotonisch oder konzentrisch.
* So weit möglich Abstellen der prädisponierenden Faktoren, also ggf. Verbesserung von Technik, Material, Bewegungsanalyse, orthopädische Hilfsmittel
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* So weit möglich Abstellen prädisponierender Faktoren, also ggf. Verbesserung von Technik und  Material sowie ggf. Bewegungsanalyse und orthopädische Hilfsmittel.
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[[Fachgebiet:Orthopädie]]
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[[Fachgebiet:Sportmedizin]]
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[[Tag:Syndrom]]
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[[Tag:Überlastung]]

Aktuelle Version vom 20. Oktober 2021, 09:59 Uhr

Synonym: Overuse-Syndrom
Englisch: overuse syndrome

1 Definition

Überlastungssyndrom ist eine Sammelbezeichnung für funktionelle oder strukturelle Beschwerden des Bewegungsapparates, die durch Überbeanspruchung ausgelöst werden.

2 Pathogenese

Overuse-Syndrome entstehen meist durch ein Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Regenerationszeit der Gewebe. Betroffen sind dann häufig eher bradytrophe Gewebe wie Sehnen, Bänder und Knorpel.

"Überlastung" ist dabei in der Regel relativ zum Trainingsstand zu verstehen, da der Körper sich an wiederholt gesetzte Reize anzupassen versucht. Dabei haben nicht alle beteiligten Gewebe die gleiche Anpassungsgeschwindigkeit, sodass langsam-adaptierende Gewebe zur Schwachstelle werden können. Schnell-adaptierende Gewebe (wie Muskeln) nehmen hingegen an Leistungsfähigkeit zu.

Die Veränderungen können entzündlich oder degenerativ sein. Viele, aber nicht alle dieser Zustände neigen bei Reduzierung oder Aussetzen der auslösenden Belastung zur Spontanheilung. Wird ein gewisses Maß der Belastung beibehalten, bleibt eine Heilung jedoch zumeist aus.

2.1 Risikofaktoren

Typische Risikofaktoren bzw. Auslöser eines Überlastungssyndroms sind:

  • Nicht hinreichende Vorbereitung des Bewegungsapparates (fehlendes "Aufwärmen")
  • Ungünstige Allgemeinbedingungen wie Kälte oder Nässe
  • Technikmängel, Materialmängel
  • Training/Beanspruchung im erschöpften Zustand oder vor Ende der muskulären Regenerationsphase
  • Stoßartige/schlagartige Bewegungen
  • wiederholte Ausschöpfung der Muskelleistungsfähigkeit
  • Überbeanspruchung der Elastizität der Sehnen, insbesondere beim exzentrischen Training über die Muskelleistungsfähigkeit hinaus
  • sehr häufig wiederholte Bewegungen, sowohl am Stück als auch an verschiedenen Tagen
  • Stoffwechselstörungen, Mangelzustände
  • mangelnde Ruhephasen, zu dichter Trainingsplan, insbesondere wenn die Leistungsfähigkeit einbricht ("Übertraining")
  • Fehlstellungen, Fehlbildungen etc.

3 Beispiele

4 Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung gestellt. Hilfreich sind dabei Funktionstests und Provokationstest mit den betroffenen Strukturen. In unklaren Fällen ist eine Bildgebung (Sonographie, Röntgen, MRT) erforderlich.

5 Therapie

Die meisten Überlastungssyndrome heilen bei schmerzadaptiertem Verhalten spontan aus. Unterstützend wirken:

  • Absetzen/Reduzieren der auslösenden Belastung, Verlängerung der Regenerationsphasen, falls nötig Belastungspause. Eine längere strikte Ruhigstellung ist nur selten indiziert. Erhalt eines jeweils adäquaten Maßes an Beanspruchung.
  • Kräftigungstraining ohne Schmerzauslösung, ohne Beanspruchung der Elastizität der Sehnen, ohne stoßartige Belastungen, ohne schwere exzentrische Lasten, sondern mit leichteren Gewichten und hoher Wiederholungszahl bis hin zu mittelschweren Lasten, vorzugsweise isometrisch, isotonisch oder konzentrisch.
  • So weit möglich Abstellen prädisponierender Faktoren, also ggf. Verbesserung von Technik und Material sowie ggf. Bewegungsanalyse und orthopädische Hilfsmittel.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Oktober 2021 um 09:59 Uhr bearbeitet.

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