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Östrogenrezeptor: Unterschied zwischen den Versionen

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Östrogenrezeptoren gehören zu den [[Steroidrezeptor]]en und sind daher [[nukleär]]e [[Rezeptor]]en. Sie werden durch das [[Steroidhormon]] [[Östrogen]] aktiviert. Ihre wichtigste Funktion ist die Wirkung als [[DNA]]-bindender [[Transkriptionsfaktor]]. Bisher wurden zwei humane Rezeptorsubtypen identifiziert:
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'''Östrogenrezeptoren''' gehören zu den [[Steroidrezeptor]]en und sind daher [[nukleär]]e [[Rezeptor]]en. Sie werden durch das [[Steroidhormon]] [[Östrogen]] aktiviert. Ihre wichtigste Funktion ist die Wirkung als [[DNA]]-bindender [[Transkriptionsfaktor]].  
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Der Östrogenrezeptor- &alpha; besteht aus 595 Aminosäuren, der Östrogenrezeptor-&beta; aus 540 Aminosäuren.
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Bisher wurden zwei humane Rezeptorsubtypen identifiziert:
Beide Rezeptoren besitzen insgesamt sechs [[Domäne]]n (A-F):
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*A/B-Domäne: besitzt eine ligandenunabhängige, [[transkription]]elle Aktivierungsfunktion.
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*C-Domäne: DNA-Bindungsdomäne mit zwei [[Zinkfinger]]motiven.
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Der Östrogenrezeptor-α besteht aus 595 [[Aminosäure]]n, der Östrogenrezeptor-β aus 540 Aminosäuren. Beide Rezeptoren besitzen insgesamt sechs [[Domäne]]n (A-F):
*D-Domäne: [[Dimer]]isierungsregion.
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*A/B-Domäne: besitzt eine ligandenunabhängige, [[transkription]]elle Aktivierungsfunktion
*E/F-Domäne: [[Liganden]]bindungsdomäne und Transaktivierungsregion.
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*C-Domäne: DNA-Bindungsdomäne mit zwei [[Zinkfinger]]motiven
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In vielen Zellen werden beide Subtypen gleichzeitig exprimiert. Bei der hormonaktivierten Rezeptordimerisierung kann es daher zur Bildung von [[Homodimer]]en (ERαα bzw. ERββ) oder [[Heterodimer]]en (ERαβ) kommen.
  
 
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Es gibt verschiedene Liganden, die sich in ihrer [[Affinität]] zu den Rezeptorsubtypen unterscheiden:
 
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*[[Östradiol]] und Coumestrol können an beide Rezeptorsubtypen binden.  
 
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*Östron und [[Raloxifen]] binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-&alpha;
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*Östron und [[Raloxifen]] binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-α
*[[Östriol]] und Genistein binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-&beta;
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*[[Östriol]] und Genistein binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-β

Version vom 29. November 2014, 12:52 Uhr

Synonym: Estrogenrezeptor
Englisch: estrogen receptor

1 Definition

Östrogenrezeptoren gehören zu den Steroidrezeptoren und sind daher nukleäre Rezeptoren. Sie werden durch das Steroidhormon Östrogen aktiviert. Ihre wichtigste Funktion ist die Wirkung als DNA-bindender Transkriptionsfaktor.

2 Struktur

Bisher wurden zwei humane Rezeptorsubtypen identifiziert:

  • Östrogenrezeptor-α (ERα)
  • Östrogenrezeptor-β (ERβ)

Der Östrogenrezeptor-α besteht aus 595 Aminosäuren, der Östrogenrezeptor-β aus 540 Aminosäuren. Beide Rezeptoren besitzen insgesamt sechs Domänen (A-F):

In vielen Zellen werden beide Subtypen gleichzeitig exprimiert. Bei der hormonaktivierten Rezeptordimerisierung kann es daher zur Bildung von Homodimeren (ERαα bzw. ERββ) oder Heterodimeren (ERαβ) kommen.

3 Liganden

Es gibt verschiedene Liganden, die sich in ihrer Affinität zu den Rezeptorsubtypen unterscheiden:

  • Östradiol und Coumestrol können an beide Rezeptorsubtypen binden.
  • Östron und Raloxifen binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-α
  • Östriol und Genistein binden vorzugsweise an den Östrogenrezeptor-β

Diese Seite wurde zuletzt am 28. September 2021 um 16:13 Uhr bearbeitet.

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