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Östrogen: Unterschied zwischen den Versionen

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==Die Sexualhormone==
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Die '''Östrogene''' gehören neben den [[Gestagene]]n zu den [[Sexualhormon]]en des weiblichen Geschlechts. Biochemisch handelt es sich bei den Östrogenen um [[Steroidhormon]]e. Sie werden hauptsächlich im [[Ovar]], in Zellen der [[Ovarialfollikel]] zyklusabhängig produziert.
Im engeren Sinn versteht man unter Sexualhormone Steroidhormone, die in den Gonaden, der Nebennierenrinde und der Plazenta gebildet werden. Sie dienen der Ausbildung der Geschlechtsmerkmale und der Fortpflanzung. Darüberhinaus entfalten sie weitere, nicht sexualspezifische Wirkungen.
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Es gibt weibliche und männliche Sexualhormone . zu den weiblichen Sexualhormonen rechnet man zwei Gruppen , die sich in ihren Hauptwirkungen unterscheiden. Es sind dies die '''Östrogene''' (Follikelhormone) und die Gestagene (Gelbkörperhormone). Die männlichen Sexualhormone besitzen nur eine Hauptwirkung, man nennt sie Androgene.
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==Die Östrogene==
 
==Die Östrogene==
 
Die drei Östrogene sind
 
Die drei Östrogene sind
            * Östradiol
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*[[Östradiol]]
            * Östron
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*[[Östron]]
            * Östriol
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*[[Östriol]]
Sie sind Steroidhormone mit 18 Kohlenstoffatomen und einem ungesättigten aromatischen A-Ring. Östron besitzt etwa 30% und Östriol 10% der biologischen Aktivität des Östradiols. Östradiol ist das wichtigste östrogene Hormon.
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Sie sind Steroidhormone mit 18 [[Kohlenstoff]]atomen und einem ungesättigten [[aromatisch]]en A-Ring. Östron besitzt etwa 30%, Östriol etwa 10% der biologischen Aktivität des Östradiols. Östradiol ist das wichtigste östrogene Hormon.
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===Vorkommen und Stoffwechsel===
 
===Vorkommen und Stoffwechsel===
Während der Ovulationsphase (dem Zeitpunkt maximaler Ausschüttung) werden täglich etwa 200 micro g Östrogene sezerniert. Die Östrogene werden in den Follikeln des Ovars, nämlich in den Granulosazellen und in den Thecazellen, gebildet. Mit der Reifung des Follikels nimmt die Östrogenbildungsrate zu und erreicht unmittelbar vor dem Follikelsprung ein Maximum. Außerdem werden Östrogene auch in der Plazenta gebildet.
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Während der [[Ovulation]]sphase (dem Zeitpunkt maximaler Ausschüttung) werden täglich etwa 200 μg Östrogene [[Sekretion|sezerniert]]. Die Östrogene werden in den die Ovarialfollikel umgebenden [[Thekazelle]]n und [[Granulosazelle]]n produziert. Mit der Reifung des Follikels nimmt die Östrogenbildungsrate zu und erreicht unmittelbar vor dem [[Eisprung]] ein Maximum. Eine weitere Stätte der Östrogenproduktion ist während der [[Schwangerschaft]] die [[Plazenta]]..
Die Biosynthese der Östrogene läuft vom Cholesterin zum Pregnenolon und weiter zum Androstendion und Testosteron. Letzteres wird dann in die Östrogene umgewandelt. Dadurch ist es auch verstäbdlich, daß im weiblichen Organismus auch Androgene (täglich etwa 1 mg) gebildet werden.  
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Im zirkulierenden Blut sind die Östrogene zu etwa 60% an ein Trägerprotein des Plasmas gebunden.  
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Die Biosynthese der Östrogene verläuft vom [[Cholesterin]] ausgehend zum [[Pregnenolon]] und weiter zum [[Androstendion]] und [[Testosteron]]. Letzteres wird dann in die Östrogene umgewandelt. Dadurch wird verständlich, dass im weiblichen Organismus auch [[Androgen]]e (täglich etwa 1 mg) gebildet werden.
Neben diesen natürlichen Östrogenen gibt es auch synthetische Östrogene, die infolge geringer Änderungen ihrer Molekularstrucktur auch oral wirksam sind. Die natürlichen Östrogene sind peroral unwirksam, da sie bei der Leberpassage inaktiviert werden. Synthetische Östrogene werden vor allem zur Ovulationshemmung verwendet.
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Im zirkulierenden [[Blut]] sind die Östrogene zu etwa 60% an [[Plasmaproteine]] gebunden.
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Neben den natürlich vorkommenden Östrogenen sind auch [[synthetisch]]e Östrogene verfügbar, die infolge geringer Änderungen ihrer Molekularstruktur auch bei oraler Gabe wirksam sind. Die natürlichen Östrogene sind [[peroral]] unwirksam, da sie bei der [[Leber]]passage inaktiviert werden. Synthetische Östrogene werden vor allem zur Ovulationshemmung im Rahmen der [[hormonelle Kontrazeption|hormonellen Kontrazeption]] verwendet.
  
 
===Die Wirkung der Östrogene===
 
===Die Wirkung der Östrogene===
Beim weiblichen Organismus lösen die Östrogene den Östrus (Hitze, Brunst) aus, der eine periodisch auftretende geschlechtliche Erregung darstellt. Weiterhin bewirken die Östrogene die Ausbildung und Erhaltung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale, beim Menschen vor allem die Entwicklung der Brust und dem Aufbau der Milchdrüsen sowie die Ausbildung der Gebärmutter.  
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Beim weiblichen Organismus lösen die Östrogene den Östrus (Hitze, Brunst) aus, der eine [[periodisch]] auftretende geschlechtliche Erregung darstellt. Weiterhin bewirken die Östrogene die Ausbildung und Erhaltung der sekundären weiblichen [[Geschlechtsmerkmal]]e, beim Menschen vor allem die Entwicklung der [[Brust]] und den Aufbau der [[Milchdrüse]]n sowie die Ausbildung der [[Gebärmutter]].
Östrogene bewirken eine Uterusvergrößerung und eine Proliferation der Schleimhaut des Uterus und des Uterushalses. Letzterer sonderd unter der Einwirkung von Östrogen ein fadenziehendes, klares Sekret ab. Das Epithel der Vagina erfährt unter der Wirkung der Östrogene eine Verdickung und Verhornung.
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Östrogene besitzen auch allgemeine Wirkungen auf den Stoffwechsel. Sie fördern die Retention von Calcium, Phosphat und Natrium und hemmen die Bildung von Knochenmatrix..
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Östrogene bewirken eine Uterusvergrößerung und eine [[Proliferation]] der [[Schleimhaut]] des Uterus und des Uterushalses. Der Uterushals sondert unter der Einwirkung von Östrogen ein fadenziehendes, klares Sekret ([[Farnkrautphänomen]]) ab. Das [[Epithel]] der [[Vagina]] erfährt unter der Wirkung der Östrogene eine Verdickung und [[Verhornung]].
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Östrogene besitzen auch allgemeine Wirkungen auf den [[Stoffwechsel]]. Sie fördern die Retention von [[Calcium]], [[Phosphat]] und [[Natrium]] und hemmen die Bildung von [[Knochen]]matrix..

Version vom 2. November 2004, 19:33 Uhr

Die Östrogene gehören neben den Gestagenen zu den Sexualhormonen des weiblichen Geschlechts. Biochemisch handelt es sich bei den Östrogenen um Steroidhormone. Sie werden hauptsächlich im Ovar, in Zellen der Ovarialfollikel zyklusabhängig produziert.

1 Die Östrogene

Die drei Östrogene sind

Sie sind Steroidhormone mit 18 Kohlenstoffatomen und einem ungesättigten aromatischen A-Ring. Östron besitzt etwa 30%, Östriol etwa 10% der biologischen Aktivität des Östradiols. Östradiol ist das wichtigste östrogene Hormon.

1.1 Vorkommen und Stoffwechsel

Während der Ovulationsphase (dem Zeitpunkt maximaler Ausschüttung) werden täglich etwa 200 μg Östrogene sezerniert. Die Östrogene werden in den die Ovarialfollikel umgebenden Thekazellen und Granulosazellen produziert. Mit der Reifung des Follikels nimmt die Östrogenbildungsrate zu und erreicht unmittelbar vor dem Eisprung ein Maximum. Eine weitere Stätte der Östrogenproduktion ist während der Schwangerschaft die Plazenta..

Die Biosynthese der Östrogene verläuft vom Cholesterin ausgehend zum Pregnenolon und weiter zum Androstendion und Testosteron. Letzteres wird dann in die Östrogene umgewandelt. Dadurch wird verständlich, dass im weiblichen Organismus auch Androgene (täglich etwa 1 mg) gebildet werden.

Im zirkulierenden Blut sind die Östrogene zu etwa 60% an Plasmaproteine gebunden.

Neben den natürlich vorkommenden Östrogenen sind auch synthetische Östrogene verfügbar, die infolge geringer Änderungen ihrer Molekularstruktur auch bei oraler Gabe wirksam sind. Die natürlichen Östrogene sind peroral unwirksam, da sie bei der Leberpassage inaktiviert werden. Synthetische Östrogene werden vor allem zur Ovulationshemmung im Rahmen der hormonellen Kontrazeption verwendet.

1.2 Die Wirkung der Östrogene

Beim weiblichen Organismus lösen die Östrogene den Östrus (Hitze, Brunst) aus, der eine periodisch auftretende geschlechtliche Erregung darstellt. Weiterhin bewirken die Östrogene die Ausbildung und Erhaltung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale, beim Menschen vor allem die Entwicklung der Brust und den Aufbau der Milchdrüsen sowie die Ausbildung der Gebärmutter.

Östrogene bewirken eine Uterusvergrößerung und eine Proliferation der Schleimhaut des Uterus und des Uterushalses. Der Uterushals sondert unter der Einwirkung von Östrogen ein fadenziehendes, klares Sekret (Farnkrautphänomen) ab. Das Epithel der Vagina erfährt unter der Wirkung der Östrogene eine Verdickung und Verhornung.

Östrogene besitzen auch allgemeine Wirkungen auf den Stoffwechsel. Sie fördern die Retention von Calcium, Phosphat und Natrium und hemmen die Bildung von Knochenmatrix..

Tags:

Fachgebiete: Biochemie, Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juni 2011 um 11:22 Uhr bearbeitet.

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