Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Ösophaguskarzinom

Version vom 7. Februar 2017, 16:37 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Ösophaguscarcinom, Ösophagus-CA
Englisch: esophageal cancer

1 Definition

Beim Ösophaguskarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor (Krebs) in der Speiseröhre (Ösophagus).

Man unterteilt Ösophaguskarzinome in:

2 Epidemiologie

Die Häufigkeit von Ösophaguskarzinom beträgt zwischen 3-5:100.000 je nach Gebiet. Besonders zahlreich sind sie in Süd-Ost-Asien.

3 Ätiologie

Was genau den Krebs verursacht, ist nicht bekannt. Eine erhöhte Inzidenz ist bei Nikotinabusus, Alkoholabusus, sowie bei vermehrter Aufnahme von Nitrosaminen erwiesen.

Ein Ösophaguskarzinom entwickelt sich in der Regel aus einer Präkanzerose. Dazu gehören u.a.:

4 Pathologie

Etwa 2/3 der Ösophaguskarzinome sind Plattenepithelkarzinome mit intramuralem, ulzerösen, polypösen oder diffus infiltrierendem Wachstum.

1/3 der Ösophaguskarzinome sind Adenokarzinome; v.a. Barrett-Ösophagus. Selten sieht man ein adenoidzystisches Adenokarzinom oder ein undifferenziertes kleinzelliges Adenokarzinom. Die Inzidenz der Adenokarzinome ist in den letzten Jahren zunehmend.

Zur Verteilung der verschiedenen Pathohistologien des Ösophaguskarzinom gibt es in der Literatur sehr unterschiedliche Angaben. Sie sind abhängig von der betrachteten Population (Region, Geschlecht usw.). Die o.a. Zahlen beziehen sich auf Deutschland. Tendenziell hat der Anteil der Adenokarzinome in westlichen Industrieländern in den letzten Jahrzehnten zugenommen[1], während in Schwellenländern Plattenepithelkarzinome deutlich überwiegen.

Die Karzinome sind meist an den physiologischen Engen der mittleren oder distalen Speiseröhre lokalisiert. Oft kommt es bei Ösophaguskarzinom zu einer lymphogenen Metastasierung der Krebszellen.

5 Symptomatik

Zunächst hat der Patient unspezifische Dysphagie (Schluckbeschwerden beim Essen) und/oder Pseudohypersalvation (Probleme mit dem Schlucken von Speichel). Meist kommt es zu einem Gewichtsverlust. Mögliche weitere Symptome sind zudem retrosternale Schmerzen zervikale Lymphadenopathie, selten Nervenlähmungen (z.B. Nervus laryngeus recurrens)

6 Diagnostik

Zur Diagnostik des Ösophaguskarzinoms und ggf. Bestimmung des Tumorstagings gehören u. a.:

7 Therapie

Palliativ kommen Radiochemotherapie (Cisplatin, 5-Fluorouracil) und die Implantation eines Stents oder Tubus in Frage.

8 Prognose

Die Prognose ist in der Regel schlecht. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur 20%. Bei Palliativmaßnahmen beträgt die Überlebenszeit selten mehr als ½ Jahr.

9 Quellen

  1. Brown LM, Devesa SS, Chow WH: Incidence of adenocarcinoma of the esophagus among white Americans by sex, stage, and age. J Natl Cancer Inst 2008; 100: 1184–7

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Oktober 2020 um 11:30 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

19 Wertungen (3.26 ø)

163.794 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: