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Vasoaktives intestinales Peptid

Synonyme: Vasoaktives Intestinalpeptid, VIP
Englisch: vasoactive intestinal peptide

1 Definition

Das vasoaktive intestinale Peptid, kurz VIP, ist ein aus 28 Aminosäuren bestehendes Peptidhormon, das strukturell mit dem Sekretin verwandt ist.

2 Genetik

VIP wird auf Chromosom 6 an Genlokus 6q25.2 kodiert.

3 Biochemie

VIP bindet an die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren VPAC1 und VPAC2. Die Bindung steigert die Aktivität der Adenylylcyclasen und erhöht die intrazelluläre Konzentration von cAMP und Proteinkinase A (PKA). PKA wiederum aktiviert andere Signalwege, die u.a. zur Phosphorylierung von CREB und anderen Transkriptionsfaktoren führen.

4 Physiologie

Das vasoaktive intestinale Peptid wurde ursprünglich aus Darmextrakten isoliert. VIP ist jedoch auch im peripheren und zentralen Nervensystem verbreitet, und deshalb kein "echtes" Gastrointestinalhormon. Unter anderem wird es im Nucleus suprachiasmaticus des Hypothalamus produziert.

VIP triggert im Gastrointestinaltrakt eine große Zahl von biologischen Effekten, u.a.:

Im ZNS steuert es die Stimulation der Prolaktinbildung in der Adenohypophyse und ist an der Steuerung des zirkadianen Rhythmus beteiligt.

5 Pathologie

Einige Tumoren, die von den Inselzellen des Pankreas oder vom Nervengewebe des Gastrointestinaltrakts ausgehen (sog. VIPome), sezernieren mitunter exzessive Mengen von VIP, die zu chronischen, wässrigen Durchfällen führen.

6 Labordiagnostik

Die Konzentration des vasoaktiven intestinalen Peptids kann im Labor gemessen werden. Die Blutentnahme muss bei streng nüchternem Patienten erfolgen. Als Probenmaterial wird EDTA-Plasma verwendet, das sofort nach Abnahme zentrifugiert und eingefroren werden muss, da die biologische Halbwertzeit von VIP nur wenige Minuten beträgt.

Der obere Grenzwert ist methodenabhängig; er bewegt sich im Bereich von 50 - 75 pg/mL.

7 Pharmakologie

VIP wird in klinischen Studien zur Behandlung der schweren pulmonal-arteriellen Hypertension (PAH) eingesetzt. Die Inhalation des Peptids zeigt einen positiven Einfluss auf die hämodynamischen Parameter der Erkrankung.

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